Börse am Mittag: Intershop unter Druck - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Intershop unter Druck

Die Umsätze am vorletzten Handelstag in diesem Jahr sind gering, die Indizes notieren gegen Mittag freundlich. Am Neuen Markt geraten Intershop nach der Umsatzwarnung ins Taumeln.
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Frankfurt am Main – Die Standardwerte haben am Donnerstag bei geringen Umsätzen ihre Gewinne gehalten. Autotitel notierten fest. Technologiewerte gaben vereinzelt leicht nach. Der Dax stand gegen 13 Uhr mit 1,3 Prozent im Plus bei 5086 Punkten. Die Wachstumswerte im Nemax 50 notierten mit rund einem halben Prozent im grünen Bereich bei 1144 Zählern.

Die Stimmung sei bedingt durch guten US-Vorgaben freundlich. "Fundamental steht da aber nichts dahinter", sagte Florian Weber vom Handelshaus Schnigge. Dafür seien die Nachrichtenlage und die Umsätze einfach zu dünn. "Was wir hier sehen, ist ein 'Window Dressing' der Fonds. Dabei werden Aktien, die 2001 gut gelaufen sind, gekauft, und schlechte Werte wie Biodata noch schnell verkauft, um diese nicht zum Jahresende in den Beständen zu haben", sagte Weber. "Das ist natürlich viel Augenwischerei. Aber man will den Kunden zum Jahresende einfach manche Aktien in den Fondsbeständen zeigen und andere nicht."

Ohne neue Nachrichten gehörten sich die Papiere des Finanzdienstleisters MLP   mit einem Plus von drei Prozent auf 83 Euro zu den Spitzenwerten im Dax. Gefragt waren auch Deutsche Bank   , die sich um zwei Prozent auf 78,65 Euro verbesserten. HypoVereinsbank   rückten um 1,42 Prozent 33,57 Euro vor.

Fest notierten auch Autowerte. DaimlerChrysler   stiegen um rund 2,8 Prozent auf 47,12 Euro. DaimlerChrysler-Manager Rolf Eckrodt hatte sich in einem Interview mit der "Berliner Morgenpost" zuversichtlich geäußert, bei der Tochter Mitsubishi schon zum Ende dieses Geschäftsjahres (März 2002) ein ausgeglichenes Ergebnis vorlegen zu können. Die Konkurrenz aus Wolfsburg zeigte sich geringfügig besser. Volkswagen   standen mit 3,4 Prozent auf 51,80 Euro im Plus und waren damit Spitzenreiter im Dax.

Die deutschen Einzelhandelswerte tendierten am ersten Börsentag nach dem Weihnachtsgeschäft uneinheitlich. Während Metro   um 1,4 Prozent auf 40,45 Euro stiegen, verloren KarstadtQuelle rund ein Prozent auf 43,70 Euro. Und dies obwohl der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) am Donnerstag nach dem besser als erwartet verlaufenen Weihnachtsgeschäft seinen Umsatz-Prognose für 2002 erhöhte. Der deutsche Einzelhandel werde im nächsten Jahr einen geringer als bisher erwarteten Umsatz-Rückgang verzeichnen, hieß es. Positive Nachrichten kamen auch aus Übersee, der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart Stores hatte am Vorabend seine Wachstums-Prognose für das Weihnachtsgeschäft leicht erhöht.

Die Aktien des M-Dax Wertes Altana stiegen um 1,8 Prozent auf knapp 54 Euro, nachdem der Vorstandsvorsitzende des Pharma-Konzerns, Nikolaus Schweickart, die Umsatz-Prognose für das kommende Jahr bestätigt hatte. Schweickart sagte in einem Interview mit dem "Handelsblatt", dass Umsatz und Ergebnis im Jahr 2002 zweistellig steigen würden.

Unter den Technologiewerten im Dax zogen Siemens um rund zwei Prozent auf 73,17 Euro an. SAP   standen mit 1,6 Prozent auf 147 Euro im grünen Bereich. Infineon   rutschten auf plus ein Prozent bei 22,66 Euro ab. Epcos dagegen waren das Schlusslicht mit Verlusten von 2,7 Prozent auf 53,52 Euro.

Der Bericht der "Süddeutschen Zeitung" wonach der US-Medien-Konzerns Liberty Media nicht wie geplant Teile des Telekom-Kabelnetz für 5,5 Milliarden Euro kaufen könnte, habe Händlern zufolge kaum Auswirkungen auf die T-Aktie gehabt. Die Papiere der Deutsche Telekom notierten mit 0,7 Prozent auf 19,24 Euro im Plus.

Auf die Umsatzwarnung die der Softwareanbieter Intershop   vor den Weihnachtsfeiertagen veröffentlicht hatte, reagierte der Aktienkurs am Donnerstag mit hohen Kursschwankungen. Zuletzt notierte die Aktie knapp elf Prozent schwächer auf 1,30 Euro. "Dass Intershop erhebliche Schwierigkeiten hat seine Software zu verkaufen, ist bereits bekannt", sagte ein Händler. Im Aktienhandel tummelten sich nur noch Privatanleger, die an das Überleben des Unternehmens glauben, sagte ein anderer Börsianer.

Höchst unterschiedlich verlief der erste Börsentag im Nemax 50 für die drei Aufsteiger: Die Aktie der auf alternative Energien spezialisierten Plambeck Neue Energien   fiel um 3,8 Prozent auf 25,94 Euro. "Die Aktie war am letzten Handelstag vor Weihnachten um über 20 Prozent gestiegen, nachdem das Unternehmen in den Leitindex aufgenommen worden war", sagte ein Händler.

Die Aktie des Impfstoff-Herstellers Rhein Biotech stieg nach zwischenzeitlichen Verlusten zuletzt um 0,20 Prozent auf 74,40 Euro. Die Aktien des Herstellers von integrierten Schaltkreisen, Dialog Semiconductor   gewannen 0,4 Prozent auf 8,33 Euro hinzu, nach 28 Prozent am Handelstag zuvor.