Börse am Mittag: Keine Käufer in Sicht - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Keine Käufer in Sicht

Unter den Aktien-Händlern herrscht Langeweile. Die Umsätze sind gering. Vor der morgigen Hauptversammlung der Deutsche Telekom rutscht die T-Aktie ans Dax-Ende.
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Frankfurt am Main - Es mangelt an Unternehmensnachrichten, die US-Börsen bleiben wegen eines Feiertages geschlossen. Unter diesen Vorzeichen halten sich die Investoren weiter zurück. An den Aktienmärkten bewegt sich wenig. Der Dax verharrt bis 12.30 Uhr in etwa auf seinem Vortagesniveau bei 6236 Zählern. Die Wachstumswerte im Nemax-50 rutschen mit 0,8 Prozent bei 1877 Zählern tiefer ins Minus.

"Die Umsätze sind unglaublich dünn", sagte Rolf Stegemann-Kühnert, Aktienhändler bei der BHF-Bank in Frankfurt. Weil die Börsen in New York und London wegen Feiertagen geschlossen seien, fehlten die großen Marktteilnehmer. "Es gibt auch keine bewegenden Nachrichten", sagte er. "Es ist lustlos und langweilig, und das dürfte auch bis 20.00 Uhr so bleiben."

Das Schlusslicht im Dax bildeten die Papiere der Commerzbank mit Abschlägen von rund 3,12 Prozent auf 30,73 Euro. Die Frankfurter Bank hat am heutigen Montag ihre Dividende in Höhe von 1,00 Euro an ihre Aktionäre ausgeschüttet, begründeten Händler die Kursabschläge.

Nach zunächst gutem Start rutschte die T-Aktie gegen Mittag mit einem Minus von 1,35 Prozent auf 26,37 Euro ans Dax-Ende. Nach einem Bericht des Handelsblatt will der Londoner Finanzmakler Compere Associates mit einem Bankkonsortium Gebote für einzelne Segmente des Kabelnetzes der Deutsche Telekom abgeben. Das sagte der Unternehmensgründer Phil Mochan der Zeitung. Sollten die Exklusivverhandlungen der Telekom mit der amerikanischen Liberty Media scheitern, werde er ein "besseres" Angebot vorlegen, sagte Mochan. Dem Kurs der T-Aktie half die Nachricht einen Tag vor der Hauptversammlung der Deutschen Telekom allerdings nicht.

Kursabschläge von einem halben Prozent auf rund 56 Euro verzeichneten die Aktien von DaimlerChrysler. Der amerikanische Partner Chrysler hatte zuvor bekannt gegeben, dass 515.000 Wagen des Modells Neon wegen defekter Bremsschläuche in die Werkstätten zurück müssen.

Zu den Gewinnern zählten fortgesetzt defensive Werte. Linde konnte sich in der Dax-Spitze mit einem Plus von 1,40 Prozent auf 52,17 Euro halten. Die Anteilsscheine des Energiekonzerns RWE legten um 1,86 Prozent auf 43,35 Euro zu und führten damit die Gewinnerliste im Dax an. Die Papiere des Konkurrenten Eon gehörten mit einem Plus von 0,76 Prozent auf 58,24 Euro ebenfalls zu den Gewinnern im Dax.

Der größte Verlierer im Nemax-50 waren fortgesetzt die Papiere von Kinowelt. Das Medienunternehmen hat für das Gesamtjahr eine Gewinnwarnung herausgegeben und schwache Quartalszahlen vorgelegt. Die Aktie gab zuletzt rund 11,50 Prozent auf 4,96 Euro nach. Zeitweilig stand das Papier bei 4,66 Euro und markierte damit ein 24-Monats-Tief.

"Die Aktie hat an Glanz verloren", sagte ein Analyst. Der Wert dürfte für längere Zeit in der zweiten oder dritten Reihe stehen. Die vorgelegten Zahlen hätten enttäuscht. Das Medienunternehmen hatte in den ersten drei Monaten einen Nachsteuerverlust von 33,3 Millionen Euro eingefahren. Ein Jahr zuvor - damals jedoch noch in D-Mark bilanziert - war es ein Gewinn von 14,4 Millionen Mark gewesen.

Unter Verkaufsdruck standen auch die Aktien der Morphosys AG, die sich um 10,47 Prozent auf 77 Euro verbilligten. Im ersten Quartal hatte das Unternehmen den Fehlbetrag auf 2,03 Millionen Euro verringert und einen Umsatz von 2,76 Millionen Euro erzielt. Analysten hatten jedoch über vier Millionen Euro erwartet.

Auch die Amatech AG überraschte mit schlechten Quartalszahlen die Anleger in negativer Hinsicht. Die anvisierten Planzahlen wurden weit verfehlt und auch die finanzielle Lage sei, so Amatech, "nach wie vor stark angespannt". Die Aktie rutschte um 18,81 Prozent auf 1,64 Euro ab.

Vor Handelsbeginn meldete die am Neuen Markt notierte MWG Biotech "die besten Quartalszahlen der Unternehmensgeschichte". Die Börse honorierte die Zahlen mit einem Kursaufschlag von mehr als 15 Prozent auf 5,50 Euro. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2001 mit 22,8 Millionen Mark den bisher höchsten Erstquartalsumsatz in der Unternehmensgeschichte erwirtschaftet. Das Ebitda lag bei minus 1,0 Millionen Mark. Im letzten Quartal 2000 hatte das Ebitda noch bei 18,7 Millionen Mark gelegen. Das Ebitda des ersten Quartals 2000 hatte bei 2,5 Millionen Mark gelegen, hieß es weiter.

Die ebenfalls im marktbreiteren Nemax-All-Share notierte CPU Softwarehouse AG hat im ersten Quartal 2001 den operativen Verlust im Vergleich zum Vorjahr um 67 Prozent auf 2,5 Millionen Mark verringert. Wie das Unternehmen am Montag in Augsburg mitteilte, stieg der Umsatz im Berichtszeitraum um 21 Prozent auf rund fünf Millionen Mark. Damit verlaufe die Entwicklung besser als geplant. Der Auftragsbestand betrage zehn Millionen Mark und liege um eine Million Mark über dem Vorjahresniveau. Die Aktie verteuerte sich um 14,63 Prozent auf schlappe 1,88 Euro.