Börse am Mittag: Lufthansa legt zu - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Lufthansa legt zu

SAP und T-Aktie notieren weiterhin freundlich. Hoffnungen auf ein Ende des Tarifkonflikts beflügeln Lufthansa. Bayer gerät nach einer Gewinnwarnung unter Druck.
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Frankfurt am Main - Der Dax 30 notierte am Mittag 0,7 Prozent im Plus bei 6193 Punkten. Der Neue-Markt-Index Nemax All Share notierte zwei Prozent fester bei 1858 Zählern, während der Nemax 50 2,8 Prozent zulegte. Von der Erholung an der Wall Street profitieren besonders die Technologiewerte.

SAP (plus 3,8 Prozent auf 172,30 Euro) und T-Aktie (plus 2,5 Prozent auf 26,58 Euro) gehörten am Vormittag zu den größten Gewinnern. Die Deutsche Telekom hat gemeinsam mit der France Telecom ein Verkaufsangebot für ihre Sprint-Fon-Aktien abgegeben.

Die Bonner wollen 76,2 Millionen ihrer Sprint-Aktien am Markt anbieten und den Konsortialbanken eine Mehrzuteilungsoption für ihre verbleibenden 11,4 Millionen Aktien einräumen. Die Aktien hatten Ende Februar einen Marktwert von rund zwei Milliarden Dollar.

Der Aktienkurs der Lufthansa zog am Tag des dritten Pilotenstreikes am Mittag deutlich an und notierte mit einem Plus von 2,6 Prozent auf 22,57 Euro in der Dax-Spitzengruppe. Hoffnungen auf eine Einigung im Tarifkonflikt und die Quartalszahlen, die nach den Prognosen keine weiteren Überraschungen brachten, ließen den Kurs klettern.

Gegen den Markttrend rutschten die Aktien von Bayer 0,3 Prozent ins Minus und notierten bei 47,50 Euro. Verzögerungen bei den Zulieferungen könnten das Quartals-Ergebnis um 200 bis 300 Millionen Euro drücken, teilte der Chemiekonzern mit. Der Gewinn 2001 soll aber über dem Vorjahresgewinn bleiben.

Epcos, Infineon und Siemens notierten bis zum Mittag jeweils rund zwei Prozent im Plus. Trotz negativer Kommentare von US-Analysten sind Technologieaktien wieder gesucht: SAP war gestern noch von Gerüchten über eine mögliche Gewinnwarnung des Konkurrenten Oracle belastet worden.

Auch die Autowerte tendierten fester: DaimlerChrysler baute zum Mittag sein Kursplus auf 1,2 Prozent aus und stieg über 57 Euro. BMW und Volkswagen verbuchten nur leichte Kursgewinne.

Die Aktionäre der Deutschen Bank lassen sich derzeit während der Hauptversammlung über den Kurs des Unternehmens informieren. Vorstandschef Rolf Breuer setzt auf "aggressive Expansion": Das Bankhaus will sich von seinen Aktionären die Möglichkeit eröffnen lassen, künftige Übernahmen mit eigenen Aktien zu bezahlen. Die Aktie stieg zuletzt um 1,8 Prozent auf 93,03 Euro.

e.on und RWE mussten Verluste von jeweils rund ein Prozent hinnehmen. Das schwedische Energieunternehmen Sydkraft könnte nach Presseberichten von der Notierung an der Stockholmer Börse ausgeschlossen werden. Sydkraft wird zu rund 95 von e.on und der norwegischen Statkraft gehalten. Der Energiekonzern RWE will seinen Anteil an der Heidelberger Druckmaschinen AG auf knapp über 50 Prozent senken.

Direktbanken: Kursplus trotz Gewinneinbruch

Die Direkt Anlage Bank hat im zweiten Quartal einen Verlust von 24 Millionen Euro verbucht. Analysten hatten mit noch höheren Verlusten gerechnet. Die Aktie legte knapp fünf Prozent auf 21,20 Euro zu. Die DAB will Kosten sparen und frei werdende Stellen nicht wieder besetzen. Von der Erholung profitierte auch Comdirect mit einem Plus von sechs Prozent auf 13,90 Euro.

Biotechnologie fest

Zu den größten Gewinnern im Nemax 50 zählten Lion Bioscience und Medigene, die sieben bzw. fünf Prozent zulegten. Auch Evotec erholte sich nach den Quartalszahlen gestern von seinen Verlusten und notierte mit einem Zuwachs von knapp sechs Prozent wieder nahe 20 Euro. Morphosys notierte 4,2 Prozent im Plus bei 74 Euro.

Zu den wenigen Verlierern im Nemax 50 zählten bis zum Mittag Brokat (minus 2,5 Prozent) und T-Online (minus ein Prozent auf 12,10 Euro). Gewinnmitnahmen ließen auch die Aktie von Thiel Logistik leicht fallen, nachdem das Unternehmen gestern von guten Quartalszahlen profitiert hatte.

Im marktbreiteren Nemax All Share verloren Computec Media 1,5 Prozent auf 7,45 Euro. Das Unternehmen hatte für das zweite Quartal einen operativen Verlust von 7,6 Millionen Mark ausgewiesen. Endemann Internet stiegen zeitweise um mehr als zehn Prozent auf 1,95 Euro. Das Unternehmen will im zweiten Quartal eine schwarze Null schreiben.

Der Gewinneinbruch des US-Techriesen Hewlett Packard, dessen Gewinn sich im zweiten Quartal auf 319 Millionen Dollar gedrittelt hat, konnte die Stimmung nicht trüben. Das Unternehmen hatte bereits im April vor einem Gewinneinbruch gewarnt. Chip- und Softwarehersteller legten gestern überwiegend zu, obwohl Merrill Lynch die Schwergewichte Vitesse Semiconductor, PMC Sierra und AMC heruntergestuft hat.

Die EZB veröffentlicht am Donnerstag ihren Monatsbericht über die Konjunktur. Die Gemeinschaftswährung tendierte am Mittag mit 0,882 Dollar auf Vortagesniveau.