Börse am Mittag MobilCom fällt zurück
Frankfurt am Main - Der Dax hat zum Mittag wieder ins Plus gedreht. Bis 12 Uhr legen die Blue Chips um 0,21 Prozent auf 6578 Punkte zu. Der Nemax-50 gibt einen Teil seiner Gewinne wieder ab, hält sich mit 0,71 Prozent auf 2518 aber noch gut im Plus. Die Werte aus dem M-Dax klettert leicht um 0,2 Prozent auf 4847 Punkte zu.
In Frankfurt warten Händler gespannt die Entwicklung in den USA ab. Um 16 Uhr (MEZ) will US-Notenbankchef Alan Greenspan vor dem Bankenausschuss des Senats Auskunft geben über die derzeitige Lage der US-Wirtschaft. Marktteilnehmer hoffen darauf, dass sich der Fed-Chef auch zu einer Äußerung über seine künftige Zinspolitik hinreißen wird. An der Börse wird schon spekuliert, dass noch vor dem nächsten Treffen des für Zinspolitik zuständigen geldpolitischen Ausschusses am 20. März eine weitere Zinssenkung beschlossen werden könnte.
Im Dax baute DaimlerChrysler seine Führung in der Gewinnerliste aus. Bis zum Mittag legten die Papiere um über vier Prozent auf 54,94 Euro zu. Die Aktie profitiert von Berichten, denen zufolge die angeschlagene Chrysler-Gruppe bereits Anfang kommenden Jahres wieder in die Gewinnzone zurückkehren soll. Das Sanierungsprogramm für den Autobauer soll am 26. Februar präsentiert werden. Das Unternehmen selbst wollte diese Meldung nicht kommentieren. Am Markt setzt sich nun jedoch die Meinung durch, dass in dem Wert bereits alle schlechten Nachrichten eingepreist seien. Nun könne es wieder aufwärts gehen.
Ebenfalls überzeugen konnten am Dienstag die Aktien von E.ON, die um 1,6 Prozent auf 57,96 Euro zulegen können. Der Versorger hatte am Morgen überraschend gute Zahlen vorgelegt. Nachdem die ersten drei Quartale des abgelaufenen Geschäftsjahres etwas enttäuscht hatten, sorgte das vierte Quartal wieder für ein gutes Endergebnis. Der Gewinn soll sich im Jahr 2000 wieder auf dem Rekordniveau von 1999 bewegen. Zusätzlich soll die Dividende je Aktie von 1,25 Euro auf 1,35 Euro steigen.
Die Technologiewerte notieren uneinheitlich. Während SAP noch im Sog der festen Wall Street nach oben gezogen wurde und 1,5 Prozent auf 184,30 Euro gewinnt, präsentierten sich die anderen High-Techs schwächer. Siemens pendelte um die Vortagesschlusslinie, Epcos verlor deutlich um 1,5 Prozent und Infineon schwankte unruhig im Plus zwischen 0,5 und 1,2 Prozent.
Die Deutsche Telekom wird hingegen wieder von der schlechten Stimmung bei den Telekomwerten in den Keller gezogen. Nachdem die T-Aktie gestern noch als Tagessieger aus dem Handel gibt, verliert das Papier heute mehr als ein Prozent auf 31,74 Euro.
Der Wert wird belastet von einer negativen Bewertung der Rating-Agentur Moody's, die den Ausblick für die Bonität des Konzerns von "stabil" auf "negativ" herabgesetzt hatte. Unverändert blieb die Einschätzung für die lang- und die kurzfristige Kreditwürdigkeit des Unternehmens bei A2 und Prime-1.
Das Schlusslicht im Dax markiert wieder die Aktie von Adidas Salomon. Der Sportartikelhersteller leidet unter seiner schwachen Stellung im Edelsegment der Deutschen Börse. Wenn am Mittwoch der Arbeitskreis Aktienindizes von der Börse tagt und die Deutsche Post in den Dax berufen wird, muss entweder Adidas Salomon oder Karstadt Quelle den Platz frei machen. Das hätte einen Kursabschlag zur Folge. Am Mittag steht Adidas Salomon mit 1,9 Prozent im roten Bereich, Karstadt Quelle kann die Verluste auf minus 0,6 Prozent begrenzen.
Im Nemax-50 profitiert die Telekom-Tochter T-Online von einer guten Bewertung der WestLB. Die Bank hatte am Morgen die Aktien des Internet-Providers von "Underperformer" auf "Neutral" heraufgesetzt. Nachdem das Papier erst am Freitag vergangener Woche ein Rekordtief erreicht hatte, legt die Aktie heute um 3,8 Prozent auf 12,97 Euro zu.
MobilCom hat seine Verluste zum Mittag hin ausgebaut. Die Aktie ist nach einem behaupteten Start um mehr als sieben Prozent auf 27,85 Euro gefallen. Das Unternehmen hatte vor Börseneröffnung seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlicht. Das Konzernergebnis ist nach vorläufigen Angaben im Geschäftsjahr 2000 von plus 170,80 Millionen Mark auf minus 174,50 Millionen Mark abgefallen. Damit sind die Büdelsdorfer erstmals seit dem Börsengang in die roten Zahlen gerutscht.
Die rote Laterne im Nemax 50 hat SER Systeme übernommen. Das Unternehmen hat im Jahr 2000 Umsatz und Gewinn zwar kräftig gesteigert, aber die Erwartungen des Marktes nicht erfüllen können. Wie das Softwareunternehmen mitteilte, erhöhte sich der Umsatz im Jahresvergleich um 52 Prozent auf 185 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte um 25 Prozent auf 20 Millionen Euro zu. Die Aktie verliert dennoch elf Prozent auf 17,35 Euro.