Börse am Mittag: MobilCom legt zu - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag MobilCom legt zu

Der Dax kehrt gegen Mittag in den grünen Bereich zurück. Die T-Aktie legt deutlich zu, am Neuen Markt gewinnen Mobilcom und Thiel.
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Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte haben im frühen Mittagsgeschäft ihre Verluste deutlich reduziert. Händler führten dies unter anderem auf die Daten zu den Einkaufsmanagerindizes für Europa und Deutschland zurück. Der Dax drehte bis 11.50 Uhr wieder leicht ins Plus auf 4387 Zähler, nachdem er am Morgen mit Verlusten von mehr als ein Prozent gestartet war. Der Auswahl-Index Nemax 50 konnte sich ebenfalls berappeln, notierte aber noch mit rund einem halben Prozent auf 604 Zähler im roten Bereich.

Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland ist im Juni laut Marktkreisen über die wichtige Marke von 50 Punkte gestiegen. Damit zeigt der Index wieder eine Expansion im verarbeitenden Gewerbe an. Der Index habe von 49,8 Punkten im Mai auf saisonbereinigt 50,2 Zähler im Juni zugelegt, hieß es am Montag aus Marktkreisen. Der Anstieg lag leicht über den Erwartungen der Volkswirte. Ein Index-Stand über 50 Punkten weist auf eine Expansion des Verarbeitenden Gewerbes hin; ein Indikator-Niveau unter 50 Zählern lässt auf eine Schrumpfung schließen.

Der Index für die Eurozone ist im Juni laut Marktkreisen allerdings weniger stark gestiegen als von Volkswirten erwartet. Der Index sei von 51,5 Zählern im Mai auf saisonbereinigt 51,8 Punkte im Juni gestiegen, hieß es am Montag in Londoner Marktkreisen. Der Anstieg lag leicht unter den Erwartungen der Volkswirte.

Die Aktien der Deutschen Telekom   drehten nach einem schwachen Auftakt kräftig ins Plus und standen mit rund 3,70 Prozent im grünen Bereich auf 9,85 Euro. "Mit 4,1 Prozent höheren Löhnen ist der Tarifabschluss hoch. Aber wichtiger als die genaue Höhe ist, dass der Telekom kein zermürbender Streik bevor steht", sagte eine Düsseldorfer Händlerin.

Ohne neue Nachrichten führten die Papiere von MLP   und Fresenius Medical Care   die Gewinnerliste im Dax mit Kursaufschlägen von mehr als vier Prozent an.

Technologiewerte konnten ihre Verluste reduzieren und drehten zum Teil sogar deutlich ins Plus. Siemens   etwa drehten mit rund einem Prozent ins Plus, nachdem sie zu Handelsbeginn deutlich im Minus gestanden hatten. Siemens-Chef Heinrich von Pierer rechnet für 2002 weiterhin nur mit einem mäßigen Branchenwachstum bei Mobiltelefonen. Ein Händler sagte, diese Aussage sei natürlich nicht positiv, andererseits aber auch nicht überraschend. Die Siemens-Konkurrenten hätten sich bisher nicht anders geäußert.

Die Analysten von Goldman Sachs haben am Morgen ihre Prognose für den Gewinn je Aktie bei Infineon   sowohl für dieses als auch das kommende Jahr gesenkt. Allerdings bestätigten die Experten die Titel des Chipherstellers auf ihrer Empfehlungsliste. Infineon reduzierte die Verluste zuletzt auf 0,20 Prozent oder 15,95 Euro. Zudem hatte die Investmentbank Credit Suisse First Boston das Kursziel für die Aktie auf 18 von 28 Euro gesenkt. Epcos   kletterten ebenfalls mit rund einem halben Prozent in den grünen Bereich. Lediglich SAP   verharrten weiter mit rund einem Prozent im Minus.

Adidas  -Aktien rutschten um 1,72 Prozent auf rund 82 Euro ab. "Adidas als Hauptsponsor der WM und der deutschen Mannschaft ist jetzt nicht mehr jeden Tag auf dem Bildschirm", sagte ein Händler. Außerdem werde es einige Gewinnmitnahmen geben, nachdem Adidas am Freitag kräftig zugelegt hatte.

Unter Druck stand die Aktie der Deutsche Post  , die sich um 1,90 Prozent auf 12,85 Euro verbilligte und damit schwächster Wert im Dax war. Der Deutsche Paketdienst (DPD) will nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" den Konkurrenzkampf mit der Deutschen Post verschärfen. Ab diesem Montag bietet der DPD neben dem klassischen Paketversand für Geschäftskunden auch Expresslieferungen an und zielt damit auch auf die Aktivitäten der Post-Tochter DHL Worldwide Express.

Negative Analystenkommentare belasteten die Aktie des Einzelhandelskonzern Metro  . Der Titel verlor zuletzt noch rund ein halbes Prozent auf 31 Euro. Das US-Investmenthaus Goldman Sachs hat Händlern zufolge die Prognose für den Gewinn je Aktie für das laufende Jahr nach Goodwill-Abschreibungen um drei Prozent gesenkt.

Zu den Gewinnern im Nemax 50 gehörten die Papiere von Mobilcom  , die sich um 2,8 Prozent auf 7,80 Euro verteuerten. "Spekulationen, wonach die France Telecom wieder verstaatlicht werden soll, beflügeln auch die Mobilcom-Aktie", sagte ein Frankfurter Händler. Die "Financial Times" hatte berichtet, dass der französische Staat als Mehrheitsaktionär einen Rückkauf der ausstehenden Aktien erwägt. Gegen Mittag hatte die Regierung allerdings dies dementiert.

Am Neuen Markt konnten Thiel Logistik   nach dem dramatischen Kursrutsch des Vortages (minus 20 Prozent) punkten. Die Aktie legte zuletzt rund zwölf Prozent auf schlappe 3,57 Euro zu. Das Papier war in der vergangenen Woche nach zahlreichen Abstufungen von Banken erneut schwer unter Beschuss geraten.

Dialog Semiconductor   setzten ihre Talfahrt fort und gaben nach Verlusten von zehn Prozent am Freitag weitere zehn Prozent auf 1,50 Euro ab. Das Unternehmen rechnet wegen der anhaltenden Schwäche des Halbleiter- und Mobilfunkmarktes für das zweite Quartal mit einem Umsatzrückgang und einem höheren Verlust im Vergleich zum Vorquartal.

Euro auf dem Weg zur Parität

Der Euro hat am Montag deutlich über der Marke von 0,99 Dollar notiert und die Parität zum Dollar erneut im Visier, gab aber gegen Mittag wieder nach. Hatte die Gemeinschaftswährung am Montag zeitweilig schon auf 0,9964 Dollar notiert, rutschte sie Währung bis 11,50 Uhr wieder auf 0,9926 Dollar ab.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Freitag den Referenzkurs bei 0,9975 (Donnerstag: 0,9824) US-Dollar festgesetzt.

Der Euro werde bald erneut die Parität zum US-Dollar testen, sagte ein Händler in Tokio. Am Freitag war der Euro zwischenzeitlich bis auf 0,9991 Dollar gestiegen. Solange das Vertrauen in die US-Wirtschaft nicht wiederkehre, dürfte der Höhenflug der Gemeinschaftswährung anhalten. Das Überschreiten der Parität dürfte dabei nur eine Zwischenstation sein.