Börse am Mittag MSCI bremst BMW aus
Frankfurt am Main - Der Dax konnte zum Mittag seine Verluste leicht reduzieren und notierte um 12 Uhr bei 6162 Punkten etwa 0,4 Prozent im Minus. Die Wachstumswerte gewannen wieder an Schwung: Der Nemax 50 stieg um 1,2 Prozent auf 1824 Zähler. Der M-Dax verharrte knapp im Plus bei 4714 Punkten.
Für Impulse sorgte zum Wochenauftakt die Neugewichtung in den MSCI-Indizes. Der Indexanbieter Morgan Stanley Capital International hat seine Indizes neu bewertet und richtet sich in der Gewichtung nun nach dem Streubesitz. Die Absteiger litten erwartungsgemäß unter erheblichem Verkaufsdruck. Die MSCI-Indizes sind so bedeutend, weil nach ihm laut Schätzungen weltweit rund 3,5 Billionen Dollar an den Börsen angelegt werden.
Die prominentesten deutschen Dax-Opfer sind BMW und Commerzbank: Sie wurden entgegen aller Erwartungen nicht in den europäischen Index aufgenommen. Unter den Nemax-Werten stiegen EM.TV und D.Logistics ab. Die Aufsteiger aus dem Dax heißen Deutsche Post und Infineon. Aus dem M-Dax werden aufgenommen: Altana, MLP und Porsche.
BMW-Aktien waren mit einem Abschlag von drei Prozent auf 40,25 Euro der schwächste Dax-Wert. Die Papiere der Commerzbank verloren 0,7 Prozent auf 32,28 Euro. Die Aktie Gelb notierte freundlich und gewann 0,5 Prozent auf 18,59 Euro. Infineon konnte nicht der schlechten Stimmung trotzen: Die Titel fielen um 0,8 Prozent auf 44,78 Euro.
Zu den Spitzenreitern im Dax zählten Epcos (plus 2,1 Prozent auf 73,93 Euro), RWE (plus zwei Prozent auf 41,85 Euro) und Degussa (plus 1,7 Prozent auf 33,24 Euro). Die gute Kursperformance von Epcos ist Händlern zufolge auf den Einstieg von Fonds zurückzuführen.
Die Aktie der HypoVereinsbank verlor nach Bekanntgabe der Quartalszahlen 1,1 Prozent auf 58,84 Euro. Das Finanzhaus hat seinen Gewinn im ersten Quartal dank der Integration der Bank Austria sprunghaft gesteigert. Der Jahresüberschuss stieg um rund 60 Prozent auf 509 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich um rund 25 Prozent auf 770 Millionen Euro. Damit lag es allerdings am unteren Ende der Erwartungen einiger Analysten.
Die Lufthansa ist nach einem Blitzstart am Morgen wieder zurückgefallen und notierte bei 22,35 Euro mit 0,3 Prozent im Minus. Heute haben die Fluglinie und die Piloten ihre Tarifverhandlungen wieder aufgenommen. Bei einem erneuten Scheitern haben die Flugkapitäne mit erneuten Streiks gedroht.
Gute Zahlen am Neuen Markt
Der Aufsteiger in den MSCI-EMU und Nemax-50-Wert Aixtron präsentierte sich fest. Die Aktie legte 4,3 Prozent auf 100,65 Euro zu.
Zu den Gewinnern gehörte auch ACG. Der Hightech-Broker steigerte im ersten Quartal sowohl den Umsatz als auch den operativen Gewinn kräftig. Mit Blick auf die Konsensschätzungen der Finanzanalysten für das gesamte Jahr liege ACG trotz eines schwierigen Umfelds im Halbleitermarkt im Plan, hieß es. Die Papiere legten um über elf Prozent auf 28 Euro zu.
Die Anteilsscheine des Telekom-Zulieferers Pandatel gewannen um 5,2 Prozent auf 20,20 Euro. Vergangene Woche hatten die Aktien mehrfach auf der Verliererseite gestanden. Zulegen konnten auch die Papiere von United Internet (plus 5,7 Prozent auf 4,65 Euro) und von Broadvision (plus 4,8 Prozent auf 7,67 Euro).
Die Papiere von Highlight Communications verloren dagegen weiter. Die Investmentbank Merrill Lynch hatte den Medienwert Ende vergangener Woche heruntergestuft. Die Aktien fielen um 9,4 Prozent auf 7,70 Euro.
Ebenfalls Einbußen hatte das Biotechnologie-Unternehmen Medigene zu verkraften. Die Anteilsscheine verbilligten sich um 4,3 Prozent auf 27,08 Euro. Medigene hatte am Morgen ein deutlich niedrigeres Betriebsergebnis im ersten Quartal gemeldet.
Die Aktie der angeschlagenen EM.TV verbilligten sich um 2,3 Prozent auf 4,60 Euro. Kirch-Vize Dieter Hahn hatte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt, der Medienkonzern ProSiebenSat.1 werde die Mehrheit in der Formel 1 übernehmen. EM.TV könne jetzt kaum noch einmal eine halbe Milliarde Dollar Kredit schultern für die Formel 1, um bei Speed eine Rückzahlung des Kredits zu finanzieren, sagte er. Deswegen sei davon auszugehen, dass "wir die Option zur Wandlung wahrnehmen werden". Zudem ist der Wert aus dem MSCI-Index herausgenommen worden.
Die Aktien von D.Logistics, ein weiterer Absteiger, verloren 2,3 Prozent auf 31,60 Euro.
Die Papiere des Online-Kunsthändlers Artnet.com galoppierten um 17 Prozent auf - allerdings niedrige - 2,28 Euro. Das Unternehmen hatte zuvor steigende Umsätze und rückläufige Kosten im ersten Quartal gemeldet.
Euro verliert leicht
Der Euro bestätigte hingegen pessimistische Erwartungen von Analysten. Er büßte an den Devisenmärkten weiter ein und notierte bei 0,8762 Dollar. Zwar habe sich die Gemeinschaftswährung in den vergangenen Tagen gegenüber dem Dollar befestigt, das übergeordnete Bild bleibe aber eingetrübt, meint Devisenexperte Ulrich Wortberg von der DG Bank.