Börse am Mittag: Pixelpark fällt weiter zurück - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Pixelpark fällt weiter zurück

Vor der Zinsentscheidung in den USA will kein Investor auf dem falschen Fuß erwischt werden. Der Optimismus von Post-Chef Klaus Zumwinkel auf der Hauptversammlung zeigt Wirkung, der von Pixelpark-Chef Paulus Neef verhallt dagegen auf dem Parkett.
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Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte standen gegen Mittag weiter im roten Bereich. Der Dax fiel bis 12.20 Uhr um 0,3 Prozent auf 5829 Punkte. Die Wachstumswerte im Nemax-50 zeigten sich 0,2 Prozent schwächer auf 1340 Zähler. Die Anleger hielten sich zurück und warteten die Entscheidung der US-Notenbank ab. Experten rechnen mit einer weiteren Zinssenkung um 25 Basispunkte.

Nach dem Konkurrenten BASF hat auch der Chemie- und Pharmakonzern Bayer für das Geschäftsjahr 2001 eine Gewinnwarnung abgegeben. Der Konzern erwartet bis zum Jahresende ein operatives Ergebnis vor Sonderposten in der Größenordnung von drei Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen 3,3 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Die Börse blieb von der Ergebniskorrektur relativ unbeeindruckt. So notierte die Bayer-Aktie nur 0,44 Prozent leichter auf 43,15 Euro. Händler begründeten die vergleichsweise moderaten Kursabschläge damit, dass die Aktie nach den Gewinnwarnungen der Konkurrenten bereits unter Verkaufsdruck gestanden hatte. BASF drehten wieder mit 0,30 Prozent auf 43,69 Euro ins Minus. Henkel standen unverändert auf rund 69 Euro. Degussa drehten mit 0,40 Prozent auf 32 Euro ins Plus.

Schwächster Wert im Dax waren erneut die Aktien des Halbleiterherstellers Infineon, die nach Verlusten von sieben Prozent am Vortag, heute weitere 3,10 Prozent auf 26,54 Euro nachgaben. Gerüchte, dass sich der Mutterkonzern Siemens von einem Großteil der Infineon-Anteile trennen wolle, hatte die Aktie auf die Talfahrt geschickt. Epcos verloren 0,90 Prozent auf 63,45 Euro.

Der Markt für Telekommunikationsnetzwerke hat nach Ansicht der Siemens AG seine Talsohle erreicht. Eine Erholung sei jedoch noch nicht absehbar, sagte Andreas Mattes, Vorstand des Siemens-Bereichs Information and Communication Networks (ICN) der "Financial Times Deutschland". Der Markt bleibe in einem "Wackel-Zustand". ICN steht nach Angaben der Zeitung neben der Mobilfunksparte ICM derzeit am stärksten im Siemens-Konzern unter Druck, die Marge zu steigern. Die Aktien von Siemens verloren zuletzt 1,07 Prozent auf 71 Euro und setzten damit ihren Abwärtstrend vom Vortag fort.

Unter Abschlägen litt auch die T-Aktie. Das Papier gab rund ein Prozent auf 24,09 Euro ab. SAP-Papiere dagegen befanden sich nach Verlusten des Vortages auf Erholungskurs. Die Anteilsscheine des Softwareunternehmens rückten um rund ein Prozent auf 163,16 Euro vor und standen damit in der Dax-Spitze

Die Europäische Kommission wird die versprochenen Beihilfen der Bundesregierung und des Landes Sachsen für die so genannte Gläserne Fabrik des Volkswagen-Konzerns in Dresden offenbar genehmigen. Wie das "Handelsblatt" heute berichtet, könne VW mit einem Bescheid noch vor der Sommerpause rechnen. Allerdings werde damit gerechnet, dass die Kommission die Gesamtsumme in Höhe von 194 Millionen Mark leicht nach unten korrigieren werde, schreibt das Blatt. Die Papiere von VW gaben 1,37 Prozent auf 53,46 Euro nach und belegten damit den vorletzten Platz im Dax.

Zumwinkel will zupacken

Mit zusätzlichen unternehmerischen Anstrengungen und einer Kommunikationsoffensive will die Deutsche Post AG den auch aus ihrer Sicht unbefriedigenden Aktienkurs beflügeln. Ab sofort werde die Investor-Relations-Arbeit deutlich verstärkt. Zudem werde man im gesamten Konzern durch Synergien "ganz neue Kräfte" frei setzen. Die "Aktie Gelb" notierte am Tag der Hauptversammlung 0,44 Prozent stärker auf 18,43 Euro.

Die Aktien des Heidelberger Finanzdienstleisters MLP haben am Mittwoch anfänglich von der gestrigen Entscheidung des Arbeitskreises Aktienindizes profitiert, den Wert in den Dax-30 aufzunehmen. Zuletzt rutschte der Kurs auf Grund von Gewinnmitnahmen jedoch auf 122,79 Euro - ein Verlust von 1,77 Prozent.

Die Aktien des auf die Herstellung patentfreier Medikamente (Generika) spezialisierten Pharmaunternehmen Stada haben sich am Mittwoch mit einem Plus von 1,91 Prozent auf 26,65 Euro deutlich besser als der Smax entwickelt. Aktienhändler erklärten die Kursgewinne mit der Aufnahme des Titels in den MDax, in dem die 70 wichtigsten Nebenwerte gelistet sind. Am Vorabend hatte die Deutsche Börse mitgeteilt, dass Stada bis spätestens 21. September 2001 auf den nächsten freiwerdenden Platz im MDax aufrücke.

Trotz positiver Vorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq zeigte sich der Neue Markt schwächer. "Keiner hat den Mut, jetzt in das Wachstumssegment zu investieren", sagte ein Händler. Die Anleger suchten lieber ihr Glück in den Dax-Werten.

Die schlechten Nachrichten, die aus den USA kommen - der Halbleiterhersteller Vitesse Semiconductor Corp hat seine Prognosen für das dritte Quartal gesenkt - beeindruckten den Neuen Markt allerdings wenig, sagte der Händler. Zum Beispiel Aixtron, die Maschinen für die Chipindustrie produzieren, liefen gut. Der Wert stieg um 7,54 Prozent auf 32,80 Euro und stand damit in der Spitze des Nemax-50.

Die Pixelpark AG hat vor ihren Aktionären das Ziel bekräftigt, noch in diesem Jahr die Gewinnzone zu erreichen. "Wir wollen ab Ende des Jahres schwarze Zahlen schreiben", sagte Vorstandschef Paulus Neef auf der Hauptversammlung in Berlin. Neben den Personalkosten würden auch die Infrastruktur- und Reisekosten gesenkt. Zudem verwies Neef darauf, dass bis Jahresende weltweit etwa 300 Stellen abgebaut werden sollen. Finanzvorstand Annette Koch kündigte ferner an, dass sich das Unternehmen aus Osteuropa zurückziehen werde.

Die Börse zeigte sich von der Ankündigung wenig beeindruckt. Die Aktie von Pixelpark verlor zuletzt 6,64 Prozent und gehörte mit zu den schwächsten Werten im Nemax-50.

Abwärts ging es auch bei Morphosys. Die Aktie litt unter Gewinnmitnahmen, sagte der Marktteilnehmer. Sie fiel zuletzt noch um ein Prozent und kostete 44,45 Euro. Der Markt hatte am Dienstag auf die Meldung einer Vorabzahlung der DuPont Pharmaceuticals an das Biotechnologie-Unternehmen positiv reagiert. Außerdem war eine Patentrechtsklage des Wettbewerbers Cambridge Antibody Technology gegen Morphosys von einem US-Gericht abgewiesen worden.

Die Adlink Internet Media AG hat den Rückkauf eigener Aktien im Umfang von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals beschlossen. Die Aktien stiegen um 15,44 Prozent auf 1,57 Euro. Ebenso in der Spitze des marktbreiteren Nemax All Share standen die Papiere von LPKF Laser & Electronics, die um rund 18 Prozent auf 7,70 Euro zulegten. Das Unternehmen hatte am Vortag eine Umsatzwarnung ausgegeben und war mit Kursverlusten von 33 Prozent in den Keller gerauscht.

Gegen den angeschlagenen Altenheim-Betreiber Refugium Holding AG ist am Dienstag ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet worden, die Aktie brach daraufhin ein, befand sich am Mittwoch aber wieder auf Erholungskurs. Das Papier stieg zuletzt noch um rund sieben Prozent auf 0,66 Euro. Zeitweilig hatten die Aufschläge allerdings mehr als 25 Prozent betragen.