Börse am Mittag Post-Aktie ist der einzige Lichtblick
Nach einer festen Eröffnung drehen die Aktienmärkte wieder ins Minus. Der Dax verlor bis 12 Uhr um 0,5 Prozent auf 5703 Punkte. Auch die Wachstumswerte mussten ihre frühen Gewinne wieder abgeben: Der Nemax-50 fiel um 1,3 Prozent auf 1592 Zähler, nachdem der Index am Vormittag bereits mehr als ein Prozent zulegen konnte. Der M-Dax präsentierte sich mit einem Gewinn von 0,7 Prozent auf 4481 Punkte weiterhin stark.
Damit ist die Stimmung der Börsianer wieder auf dem Nullpunkt. Bei niedrigen Umsätzen halten sich die Händler mit Investitionen zurück. Das Motto lautet: Abwarten. Warten auf Alan Greenspan, warten auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank, die am Dienstag erwartet wird. Marktbeobachter gehen davon aus, dass der US-Leitzinssatz um 0,50 bis 0,75 Prozent gesenkt wird.
SAP verteidigte mit einem Kursaufschlag von annähernd zwei Prozent auf 132,50 Euro die Spitzenposition in der Dax-Gewinnerliste, hat einen großen Teil seiner Gewinne aus dem frühen Handel jedoch wieder abgeben müssen. Die Aktie der Walldorfer Software-Schmiede profitiert von einer geplanten Dividenden-Erhöhung und positiven Analysten-Kommentaren. Einer Umfrage der "Financial Times Deutschland" zufolge bewerten Aktienstrategen internationaler Banken die SAP-Titel immer noch als die Top-Kaufempfehlung im Dax.
Die Liste der Verkaufempfehlungen führte Infineon an. Die Aktien der Siemens-Tochter haben zum Wochenauftakt auch die rote Laterne übernommen. Mit einem Kursabschlag von 2,5 Prozent auf 38,53 Euro war Infineon der schwächste Dax-Titel. Die Konzern-Mutter Siemens legte 0,8 Prozent auf 113,94 Euro zu. Epcos drehte nach einer behaupteten Eröffnung ins Minus und verlor 1,1 Prozent auf 63,15 Euro.
Die Deutsche Telekom notierte am Mittag nach einem turbulenten Handel nahezu unverändert bei 26 Euro. Medienberichte vom Wochenende, denen zufolge Konzernchef Ron Sommer bereits frühzeitig über die fehlerhafte Immobilienbewertung informiert gewesen sei und nun möglicherweise ein weiterer Wertabschlag folgen werde, sind auf dem Parkett anfangs mit einem Schulterzucken ignoriert worden. Im Handelsverlauf musste das Papier jedoch deutlich abgeben, konnte sich zum Mittag hin jedoch wieder fangen.
Der Dax-Neuling Deutsche Post hat sein Debüt mit einem Zugewinn von 0,5 Prozent auf 21,62 Euro gefeiert. Die "Aktie Gelb" hat die Titel von Karstadt Quelle verdrängt, die nun im M-Dax gelistet sind. Henkel notierten nach Vorlage der Geschäftszahlen unverändert bei 71,55 Euro. Das Unternehmen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder ein Rekordergebnis erwirtschaftet und will nun die Dividende deutlich erhöhen.
Unter Druck standen die Autobauer: Volkswagen verloren rund 1,5 Prozent auf 54,30 Euro, BMW gaben 0,9 Prozent auf 34,86 Euro ab und DaimlerChrysler notierten mit 51,16 Euro leicht schwächer.
Leichte Erholung am Neuen Markt
Am Neuen Markt behauptete sich Teleplan mit einem Aufschlag von über sechs Prozent auf 26,25 Euro in der Gewinnerliste nach ganz oben. Das Unternehmen gab am Morgen bekannt, seinen Gewinn um 77 Prozent auf 13 Millionen Euro gesteigert zu haben. Damit wurden die Prognosen des Marktes übertroffen.
Ebenfalls bessere Zahlen als erwartet hat Gericom gemeldet: Der Notebook-Hersteller steigerte seinen Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) auf rund 14,8 Millionen Euro. Die Aktie des Börsenneuling profitierte von den Zahlen mit einem verhaltenen Aufschlag von 0,4 Prozent auf 24,10 Euro.
Die drei Neuzugänge im Nemax-50 haben sich uneinheitlich präsentiert: Morphosys-Aktien verzeichneten ein Minus von 3,6 Prozent auf 80 Euro. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, im Geschäftsjahr 2000 den Verlust im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent auf 2,3 Millionen Euro verringert zu haben. Gleichzeitig sei der Umsatz um 139 Prozent auf 13,1 Millionen Euro gestiegen.
Die ebenfalls erstmals im Nemax-50 notierten Anteilsscheine von Lambda Physik notierten unverändert bei 64 Euro. Die SAP-Tochter SAP SI verlor hingegen 0,45 Prozent auf 19,91 Euro.
Euro legt leicht zu
Der Euro ist am Mittag über die psychologisch wichtige Marke von 0,90 Dollar geklettert. Um 12 Uhr lag die europäische Gemeinschaftswährung in Frankfurt bei 0,9019 Dollar. Marktteilnehmer führten die Entwicklung auf einen steigenden Kapitalfluss in die USA zurück. Am Freitag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 0,8947 (Donnerstag: 0,9064) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 2,1860 (2,1578) Mark.