Börse am Mittag: Preussag mit Gewinnen - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Preussag mit Gewinnen

Von Panik ist nach den Angriffen auf Afghanistan nichts zu spüren. Der Dax reduziert seine Verluste. Thyssen und Preussag können sogar Gewinne ausbauen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Der Dax reduzierte seine Verluste bis 13 Uhr auf 1,6 Prozent (73 Zähler) auf 4413 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf bereits mehr als drei Prozent abgegeben hatte. Der Nemax 50 zeigte sich mit Verlusten von zuletzt 2,9 Prozent bei 821 Zählern ebenfalls erholt. Verluste waren für den Tag der Militärschläge erwartet worden, nachdem sich die Indizes in den beiden Vorwochen erholt hatten. Von Panikstimmung könne jedoch keine Rede sein, sagten Händler in Frankfurt.

Als Spitzenreiter im Index konnten sich die Papiere von ThyssenKrupp   und Preussag   mit Gewinnen von jeweils mehr als vier Prozent behaupten. Auch MAN   und Siemens   bauten ihre Gewinne aus.

Schwächste Werte im Dax waren die Titel der HypoVereinsbank   und des Chipherstellers Infineon   mit Verlusten von rund fünf Prozent. Auch DaimlerChrysler   gab nach einer Herabstufung von UBS Warburg deutlich ab, konnte sich gegen Mittag jedoch stabilisieren.

Die Aktien der Lufthansa   reduzierten ihr Minus zum Mittag von vier auf 1,2 Prozent. Nach Presseberichten bahnen sich zwischen der deutschen Fluggesellschaft und der mit ihr verbündeten United Airlines Differenzen an. Lufthansa sehe sich im Wettbewerb benachteiligt, da amerikanische Airlines nach den Terroranschlägen auf ein Soforthilfeprogramm der US-Regierung im Umfang von 15 Milliarden Dollar zurückgreifen könnten, hieß es.

Neuer Markt: Impulse durch Biotechnica

Im Nemax 50 tendierte das Schwergewicht Medion   gegen den Trend behauptet. Spitzenreiter war das Biotechnologieunternehmen Evotec   mit rund zehn Prozent Plus. Die Branche tendierte extrem uneinheitlich: Im Index zählten gleichzeitig MorphoSys   und Lion Bioscience   zu den schwächsten Werten. Der Software-Sicherheitsanbieter Biodata   gab nach der Gewinn- und Umsatzwarnung erneut zweistellig ab und notiert deutlich unter zwei Euro.

Biotech-Unternehmen werden sich vom 9. bis 11. Oktober in Hannover auf der "Biotechnica" mit Investoren treffen. Forscher wie MediGene   und Lion   bleiben der Messe jedoch fern, weil große Investmentgesellschaften abgesagt haben.

Hoffen auf Impulse durch Unternehmen

Unter den Unternehmensnachrichten werden in dieser Woche vor allem die Quartalszahlen von General Electric   , Motorola, General Motors   und Yahoo! erwartet. Experten rechnen mit weiteren Gewinnwarnungen. Es gilt weiterhin als unwahrscheinlich, dass die EZB während ihrer Ratssitzung am Donnerstag die Zinsen senkt. Als wichtigstes Zahlenwerk wird am Freitag, 12. Oktober, die Statistik zum Verbrauchervertrauen in den USA veröffentlicht.

Euro fester, Öl- und Goldpreis ziehen an

Der Preis für Rohöl legte im Handelssystem Nymex zu. Für ein Barrel (159 Liter) zur Lieferung im November kletterten die Notierungen um 21 Cents auf 22,60 Dollar. Händler sagten, es werde ein Übergreifen der Gewalt auf den Nahen Osten befürchtet, wo zwei Drittel der Ölreserven der Welt liegen. Derweil teilte die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) mit, die Fördermenge trotz der vergleichsweise geringen Ölpreise zunächst nicht zu senken. Der Preis für die Feinunze Gold stieg um zwei auf rund 293 Dollar an. Damit notierte das Edelmetall allerdings unter seinem im frühen Handel erreichten Tageshoch.

Für die Anleihenmärkte erwarteten Händler einen ruhigen Handel, da der US-Rentenhandel anders als die Aktienmärkte am Montag feiertagsbedingt ruht. Die europäischen Renten eröffneten etwas fester. Der Euro legte gegenüber dem Dollar am Montag zu und notierte am Mittag bei 0,9218 Dollar.