Börse am Mittag: SAP steigt wieder auf - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag SAP steigt wieder auf

Die deutschen Aktienmärkte befreien sich aus der Verlustzone. Technologietitel im Dax sind wieder gefragt. Nur bei Infineon bleiben die Anleger skeptisch.
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Frankfurt am Main - Die Wachstumswerte im Nemax-50 glichen ihr Minus von mehr als einem Prozent wieder aus und lagen gegen Mittag mit 0,62 Prozent im Plus. Die Standardwerte im Dax verbuchten zuletzt ein Plus von 0,61 Prozent. Die Wende leiteten vor allem Technologietitel ein, die ihre Minus deutlich reduzieren konnten.

SAP arbeiteten sich vom Ende des Index an die Spitze vor und verzeichneten ein Plus von 3,21 Prozent auf 204 Euro. Die Gewinnmitnahmen vom Vormittag waren damit gestoppt. Gestern hatte die Investmentbank Credit Suisse Boston das Kursziel für die Aktie auf bis zu 230 Euro hochgeschraubt. Zuvor hatte Goldman Sachs das Papier erneut auf seine Empfehlungsliste gesetzt. Die Anleger trauen den Anteilsscheinen offenbar noch erhebliches Steigerungspotential zu und steigen selbst bei den vergleichsweise hohen Kursen ein.

Epcos verbesserten sich um 0,51 Prozent, Siemens-Papiere drehten vom Minus mit 0,32 Prozent ins Plus. Die Aktien des Halbleiterherstellers Infineon konnten zwar zulegen, standen aber mit minus 2,53 Prozent immer noch am Dax-Ende. Am Morgen hatte der französische Halbleiterhersteller STM Microelectronics einen Umsatzrückgang für das laufende Jahr angekündigt. Zugleich kursierten Gerüchte über das Parkett, Intel würde seine Preise für Chips senken. Beide Nachrichten hätten den Kurs von Infineon belastet, hieß es.

Die Dax-Spitze führten aber zwei eher defensive Werte an. Fresenius Medical Care und MAN wiesen stolze Kurszuwächse von jeweils rund vier Prozent auf. Zu den Gewinnern gehörten auch ThyssenKrupp (plus 2,87 Prozent). Hier beflügelten Meldungen den Kurs, dass neben US-Städten jetzt auch die Niederländer an dem Transrapid interessiert sein sollen. Derzeit werde in Den Haag eine Verbindung von Amsterdam nach Groningen geprüft, heiß es. Deutlich verbessern konnten sich auch DaimlerChrysler. Die Anteilsscheine hatten am Vormittag noch leicht im Minus gestanden, verbesserten sich aber auf ein Plus von zuletzt 2,29 Prozent auf 51,45 Euro.

Im Nemax-50 hatten sich die Titel von Broadvision mit Zuwächsen von 4,73 Prozent vorübergehend an die Spitze gesetzt, mussten die Führung dann aber wieder abgeben.

Stark notierten auch die Titel von Direkt-Banken. Die Papiere von Consors verteuerten sich zuletzt um 4,07 Prozent auf 48,60 Euro. Eine Händlerin verwies darauf, dass der Titel unter den Online-Banken seit den Höchstständen im vergangenen Jahr am stärksten nach unten geprügelt worden sei. Daher witterten Anleger dort im Branchenvergleich die besten Erholungschancen. Seit dem Tiefstand Anfang Januar bei 38 Euro hat sich die Aktie kontinuierlich nach oben geschraubt. Im Aufwärtstrend befanden sich auch die Titel von der Direkt Anlage Bank, die sich zuletzt um 5,62 Prozent auf 47 Euro steigerten und damit die Führung im Nemax-50 übernommen hatten. Comdirect Bank konnten sich zwar ein wenig verbessern notierte aber noch mit 0,58 Prozent im Minus.

Das Schlusslicht im Nemax-50 bildeten die Papiere von Intertainment mit Abschlägen von 9,43 Prozent auf 12 Euro. Intertainment litten der Händlerin zufolge unter verhaltenen Einschätzungen von Analysten. Mit der anstehenden Annullierung des Vertrages mit Franchise Pictures sei die gesamte Geschäftsentwicklung gefährdet, sagte die Brokerin.

Größter Gewinner im marktbreiteren Nemax-All-Share waren weiterhin die Papiere von Letsbuyit.com. Das Unternehmen konnte am Donnerstag Morgen den Anschlusskonkurs abwenden. Die Aktie steigerte sich zuletzt um mehr als 130 Prozent auf 0,56 Euro. Analysten warnten Anleger vor einem Einstieg in das Papier. Fundamental habe sich die Situation bei der Interneteinkaufsgemeinschaft nicht geändert. Zudem wiederholten die Experten ihre Zweifel an dem Geschäftsmodell.