Börse am Mittag: Schering bekommt einen Hormonschub - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Schering bekommt einen Hormonschub

Der Dax pendelt um den Schlussstand vom vergangenen Freitag. Bayer wird erneut von dem Skandal um das Medikament Lipobay eingeholt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Am deutschen Aktienmarkt hat der Dax die Verluste aus dem frühen Geschäft teilweise aufgeholt. Der deutsche Leitindex verliert gegen 13 Uhr rund zwölf Punkte oder 0,4 Prozent auf 3152 Punkte nachdem er im frühen Geschäft schon knapp unter 3100 Zähler gefallen war. Der MDax gewinnt sogar 0,3 Prozent auf 3075 Zähler.

Händler sprechen allerdings von einem ruhigen Geschäft. Insgesamt zeige sich beim Dax eher eine uneinheitliche Tendenz. Zunächst hätten noch kleine Verkaufsaufträge überwogen. Viele Anleger warteten aber nur auf fallende Kurse, um auf den fahrenden Zug aufzuspringen, heißt es. Das begrenze das Abwärtspotenzial.

Allerdings werde auch nach oben die Luft dünn, heißt es. Denn die Tiefs vom Juli und August bei etwa 3250 Punkten seien nun nahe und ein starker technischer Widerstand. Vermutlich müssten die Umsätze stark steigen, um den Dax durch diesen Bereich zu treiben.

Kurzfristig werde das Geschäft noch von einer abwartenden Haltung vieler Anleger bestimmt. Denn in den kommenden Tagen kommt wieder eine Flut neuer Unternehmensdaten an den Markt und diese könnten die Kursfindung stark beeinflussen.

Bayer deutlich unter Druck

Auf der Verliererseite ganz oben stehen Bayer   mit einem Minus von 4,5 Prozent auf 20,61 Euro. Die Stimmung wird von der Entwicklung um Lipobay belastet, in den USA konnte Bayer bisher weniger Vergleiche abschließen als erhofft.

Daneben fallen Metro   um 2,7 Prozent auf 21,22 Euro Der Einzelhandel rechnet wegen der Steuer- und Abgabenschrauben der Bundesregierung nicht mehr mit positiven Impulsen durch das Weihnachtsgeschäft. Außerdem leiden Metro im Besonderen unter einem Spiegel-Bericht zu Bilanz-Problemen bei der Media-Markt-Gruppe, heißt es im Handel.

Schering auf Erholungskurs

Dagegen erholen sich Schering   um 1,3 Prozent auf 46,90 Euro. Der Kurs war am Freitag stark gefallen, nachdem die US-Behörden ein Hormonpräparat von Schering nicht zugelassen hatten.

MLP   gewinnen weitere 6,7 Prozent auf 13,45 Euro. Epcos   legen ebenfalls erneut stark zu. Und auch Eon   stehen mit einem Plus von 2,6 Prozent auf 45,79 Euro auf der Gewinnerseite, der Konzern will laut "Financial Times" in Großbritannien expandieren. Ein Analyst sagte, ein entsprechender Schritt würde in die Strategie des Konzerns hineinpassen.

MobilCom: Rettung in Sicht

Am Neuen Markt klettert die Aktie von MobilCom   um elf Prozent auf 4,34 Euro. Der frühere MobilCom-Chef Gerhard Schmid und der Aufsichtsrat des Unternehmens, Dieter Vogel, einigten sich einem Bericht zufolge auf einen Weg zur Rettung des angeschlagenen Mobilfunkunternehmens. Entgegen erster Dementis soll bereits in den kommenden Tagen ein Vorvertrag unterzeichnet werden, in denen sich der Großaktionär France Telecom   dazu verpflichtet, rund 7,5 Milliarden Euro Verbindlichkeiten von MobilCom zu übernehmen. Konkurrent E-Plus will nach einem Pressebericht das UMTS-Netz der angeschlagenen MobilCom übernehmen. Im Gegenzug würde E-Plus auf Forderungen in Höhe von 600 Millionen Euro aus einem Dienstleistungsvertrag verzichten. Durch den Verkauf des Netzes würde die Rettung von MobilCom näher rücken.

Mit einer massiven Umsatzwarnung schockte vor Börseneröffnung Lion Bioscience  . Das Unternehmen korrigierte wegen des schlechten Ergebnisses im zweiten Quartal (30. September) die Gewinn- und Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2002/2003 (31. März 2003) nach unten. Der Umsatz werde um bis zu 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 40,4 Millionen Euro sinken, teilte das im Nemax 50 notierte Unternehmen mit. Die Aktie gibt um über zehn Prozent auf 2,65 Euro nach.

Curasan-Titel   verteuern sich um über 120 Prozent auf 2,30 Euro. Das Unternehmen hat das EG-Zertifikat für Cerasorb Formteile erhalten. Diese sind ab sofort europaweit uneingeschränkt zur Auffüllung von Knochendefekten zugelassen, hieß es in einer Ad-hoc-Mitteilung.

Euro etwas fester

Am Mittag notiert die Gemeinschaftswährung bei 0,9757 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag bei 0,9735 (Donnerstag: 0,9763) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 1,0272 (1,0243) Euro.

Marktbeobachtern zufolge wird die "große Euro-Euphorie" mehr und mehr in Zweifel gezogen. Allerdings sei der Markt auch noch nicht bereit, den Euro zu verkaufen. Charttechniker erwarten nach einem weiteren Test der Marke von 0,9745/55 Dollar den Beginn einer neuen Abwärtsbewegung, die zu einem Bruch des Niveaus bei 0,9685 Dollar führen kann. Das nächste Ziel wäre dann 0,9609 Dollar heißt es. Nur erneute Kurse über 0,9780 Dollar würden das Bild aufhellen und könnten zu Preisen ü