Börse am Mittag: Siemens unter Druck - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Siemens unter Druck

Siemens-Papiere leiden unter einer negativen Einschätzung von Goldman Sachs. Positiv beurteilen die Analysten dagegen die Aktien der Commerzbank. Gewinnmitnahmen drücken am Neuen Markt die Titel von Brokat und EM.TV.
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Frankfurt am Main - Während die Standardwerte im Dax (plus 0,2 Prozent auf 5929 Zähler) um ihren Vortagesschluss pendeln, geben die Wachstumswerte im Nemax-50 (minus 0,4 Prozent auf 1487 Punkte) gegen 12.30 Uhr weiter nach.

Die Aktie der Commerzbank setzte ihren Erholungskurs vom Freitag fort. Der Titel verbesserte sich zuletzt noch um 1,76 Prozent auf 28,90 Euro und gehörte damit zu den Spitzenwerten im Dax. Das Investmenthaus Goldman Sachs hat die Aktie der Commerzbank mit "Market Outperformer" bestätigt. Demnach gehen die Analysten davon aus, dass sich der Wert um fünf Prozent besser entwickeln wird als der Markt. Gleichzeitig setzten die Experten für 2002 ein Kurzsziel von 30 bis 33 Euro fest. Das Management der Bank habe seinen Weg in die Profitabilität detailiert dargestellt und so für Glaubwürdigkeit gesorgt, begründeten die Analysten heute.

Stärkster Wert im Dax waren die Aktien von SAP mit Kursaufschlägen von zuletzt zwei Prozent auf 154,83 Euro. Die Deutsche Börse hat bei ihrer Neugewichtung der Titel im Dax nun die SAP-Vorzüge durch die Stammaktien bei der Berechnung ausgetauscht. Händler spekulieren, dass die Aktien des Softwareunternehmens nun möglicherweise höher im EuroStoxx50 gewichtet werden könnten.

Die Aktien der Deutsche Telekom sind zwar ab Montag mit rund zwölf Prozent der schwergewichtigste Titel im Dax vor der Allianz. Das Papier zeigte sich bis Mittag allerdings sehr schwankend und wechselte ständig die Vorzeichen. Zuletzt lag die Aktie wieder mit 0,75 Prozent auf 24,18 Euro im Plus. Die Titel der Allianz zeigten sich unverändert auf rund 338 Euro.

Unter den Technologiewerten rutschen vor allem die Papiere von Siemens ab. Die Aktien verloren zuletzt rund 1,40 Prozent auf 75,18 Euro. Die Analysten von Goldman Sachs haben ihre Prognose für den Gewinn pro Aktie der Siemens AG im laufenden Geschäftsjahr um fünf Prozent auf 2,62 Euro gesenkt. Die Anlageempfehlung "Market Performer" wurde beibehalten. Die Senkung der Gewinnprognose haben die Experten mit der Abwärtsentwicklung des Telekommarktes vor dem Hintergrund der Gewinnwarnungen von Nortel Networks und Nokia begründet.

Zu den Verlierern zählte neben Energiewerten auch die Aktie des Stahlkonzerns ThyssenKrupp. Das Papier verlor rund ein Prozent auf 15,75 Euro. Zwei Investmenthäuser hätten ihr Kursziel für die Stahlaktie nach unten revidiert, begründete ein Händler die Verluste.

Neuer Auftrag beflügelt Kinowelt-Aktie

Am Neuen Markt führten die Papiere von Kinowelt Medien die Gewinnerliste im Nemax-50 mit einem Plus von zuletzt noch knapp 8,30 Prozent auf 3,68 Euro an. Das Unternehmen hatte am Wochenende den Verkauf eines Filmpakets an das ZDF bekannt gegeben hatte.

Zu den Gewinnern zählten auch die Papiere von T-Online (plus drei Prozent auf 10,10 Euro) und die Aktien von Aixtron, die sich zuletzt um 2,78 Prozent auf 40,78 Euro verteuerten. Beide Titel werden ab heute im Nemax-50 schwerer gewichtet.

Die Aktien von MobilCom profitierten von der Meldung, dass der Telefonkonzern eine Zusammenarbeit mit E-Plus beim Ausbau des UMTS-Netzes anstrebt. Bis zum Mittag konnte die Aktie um mehr als fünfeinhalb Prozent zulegen. Die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation hat dies kürzlich genehmigt. Auf Erholungskurs steuerten die Aktien von Balda. Die Papiere des Lieferanten für Handyproduzenten verteuerten sich zuletzt um 2,41 Prozent nach Verlusten von 12,30 Prozent am Freitag. Das Unternehmen hatte am Freitag eine Umsatzwarnung ausgegeben.

Bei Brokat (minus 6,28 Prozent auf 3,43 Euro) und EM.TV (minus 7,05 Prozent auf 2,90 Euro) nehmen die Anleger hingegen ihre Gewinne mit und drücken die Titel damit an das Ende des Nemax-50. Beide Werte hatten am Freitag zu den größten Gewinnern des Index gezählt.