Börse am Mittag: Sprint bei Tech-Titeln - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Sprint bei Tech-Titeln

Nachdem der elektronische Handel wieder angelaufen ist, haben sich Technologiewerte an die Spitze gesetzt. Ein Anlass sind gute Nachrichten von die Texas Instruments und Philips.
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Frankfurt am Main - Nach technischen Probleme wurde der elektronische Handel über das Xetra-System um 11 Uhr verspätetet aufgenommen. Der Dax stand bis 11.35 Uhr mit rund einem halben Prozent im Plus bei 5271 Zählern. Die Wachstumswerte im Nemax 50 rückten um 1,1 Prozent auf 920 Punkte vor. Nachbörslich gab es aus den USA gute Nachrichten von den Technologiekonzernen Texas Instruments und Novellus. Der niederländische Elektronikkonzern Philips ist nach Meldungen am Morgen in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Dies beflügelte Technologiewerte im Dax. Infineon  , SAP  , Epcos   und Siemens   kletterten zwischen 3,50 und zwei Prozent und waren damit die stärksten Werte im Dax.

Deutsche Aktienmärkte im Bann der Wall Street

Die weltweit flaue Automobilkonjunktur hat den Volkswagen   -Konzern im ersten Quartal 2002 voll erwischt. Der Absatz brach um 6,8 Prozent ein. Besonders stark betroffen war die Markengruppe mit VW, Skoda und Bentley bei einem Minus von 9 Prozent. Dagegen lieferte die Gruppe mit Audi, Seat und Lamborghini 0,3 Prozent mehr Fahrzeuge aus. Der neue Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder sieht die Entwicklung des Geschäftsjahrs trotz des schwierigen Marktumfelds optimistisch, hieß es am Vormittag auf der Hauptversammlung in Hamburg. Die Aktie von VW notierte mit 0,77 Prozent auf knapp 60 Euro im Plus. BMW   gewannen 1,30 Prozent hinzu, DaimlerChrysler   notierten mit 1,21 Prozent im Plus.

Am Neuen Markt konnten Übernahmegerüchte die langanhaltende Talfahrt des Aktienkurses der Thiel Logistik   am Dienstag zunächst nicht bremsen. Mit Einsetzen des Xetra-Handels fiel die Aktie zunächst ab, drehte dann aber mit 2,56 Prozent auf 13,21 Euro ins Plus. In der vergangenen Woche hatte das Papier über zwei Euro verloren.

Händler berichteten über Gerüchte, der amerikanische Paketdienst United Parcel Service (UPS) wolle die seit zwei Jahren am Neuen Markt gelistete Gesellschaft aus Luxemburg übernehmen. Auslöser war anscheinend ein Interview des Vorstands Joseph Pyne mit dem "Handelsblatt" am Montag: Wachsen will UPS dabei sowohl aus eigener Kraft als auch durch Firmenübernahmen. An einer Übernahme der Stinnes AG sei UPS aber nicht interessiert, sagte Pyne.

"Das ist Unsinn", sagte allerdings ein Händler in Frankfurt. Thiel präsentiere sich derzeit als Gemischtwarenladen, den kein Börsianer einschätzen könne. "Auch ist das Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über 800 Millionen Euro zu teuer". Man kaufe nicht zu einer Zeit, in der man davon ausgehen kann, dass das Unternehmen noch deutlich billiger wird, hieß es.

Der Bochumer Softwarehersteller Phenomedia steht im Verdacht, im vergangenen Jahr mit falschen Zahlen gearbeitet zu haben. Vorstandschef Markus Scheer und ein weiteres Vorstandsmitglied seien mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben entbunden worden, teilte die am Neuen Markt notierte Phenomedia AG am Dienstag mit. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben noch nicht. Der Kurs des Moorhuhn-Erfinders ist am Dienstag auf um mehr als 60 Prozent 0,93 Euro abgestürzt.

Der im M-Dax notierte Technologiekonzern Jenoptik hat das Geschäftsjahr 2001 nach eigenen Angaben mit dem besten Ergebnis seiner Unternehmensgeschichte abgeschlossen. Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahr um 27,3 Prozent auf knapp über zwei Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Dienstag in einer Pflichtveröffentlichung mit. Das Konzern-Betriebsergebnis (Ebit) habe sich auf 109,1 von 82,5 Millionen Euro verbessert. Deutlich zugelegt hätten die beiden industriellen Unternehmensbereiche und damit den Ebit-Rückgang im Asset Management so gut wie kompensiert. Trotz der schwachen Konjunkturentwicklung sei die Auftragslage 2001 stabil geblieben. Die Aktie von Jenoptik legte rund 2,60 Prozent auf 19,50 Euro zu.

Der Finanzvorstand der Jenoptik AG Alexander v. Witzleben, soll Nachfolger des noch bis Juni 2003 amtierenden Vorstandsvorsitzenden Lothar Späth werden. Wie das Unternehmen am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz mitteilte, soll Späth dann den Aufsichtsratsvorsitz übernehmen.

Wall Street: Gute Nachrichten nach Börsenschluss

Wall Street: Gute Nachrichten nach Börsenschluss

Die amerikanischen Aktienindizes haben gegenüber dem Handelsschluss nur wenig verändert notiert und liefern damit keine eindeutigen Vorgaben. Nach Börsenschluss gab es allerdings ermutigende Nachrichten von Texas Instruments und Novellus. Und auch Philips überraschte heute Morgen vor Handelsbeginn die Analysten.

Die Papiere von Generell Electric, Finanztitel und Chipwerte belasteten den Handel an der Wall Street. Eine Bombendrohung in New York, infolge derer sämtliche Banken geräumt worden waren, erwies sich als böser Scherz. Die Wall Street ignorierte die Drohung - ein richtiger Schritt, wie sich hinterher herausstellte. Der Dow Jones verlor ein Prozent auf 10.093 Zähler. Der Nasdaq Composite fiel um 0,1 Prozent auf 1753 Punkte.

Unter den Bankenwerten gaben die Aktien des Branchenführers Citigroup   2,5 Prozent ab. Das Unternehmen hatte die Erwartungen der Analysten nicht erfüllt, nachdem die Argentinienkrise in der Bilanz mit Sonderbelastungen von 519 Millionnen Dollar zu Buche geschlagen habe. JP Morgan Chase   dagegen profitierten von einer Aufstufung durch Prudential Securities und beendete als einziger Finanzwert den Handel im Plus.

Die Aktien des weltgrößten Konzerns General Electric   litten unter negativen Analystenkommentaren. Bilanzexperte und Fondsmanager Robert A. Olstein hält das angekündigte Gewinnwachstum von 18 Prozent für illusorisch und das Papier bei 25 Dollar für fair bewertet. Die Aktie schloss mit Verlusten von knapp fünf Prozent auf rund 32 Dollar. GE hatte angekündigt, weltweit 7000 Stellen zu streichen.

Die Experten des Investmenthauses Lehman Brother gehen davon aus, dass Chipaktien im Sommer erneut nachlassen würden. Chipunternehmen hätten nicht in dem Maße in neue Maschinen investiert wie dies normalerweise vor einer Nachfrageerholung der Fall sei. Die "Welt" berichtet in ihrer Dienstag-Ausgabe, dass die Preise für etwa 18-MB-DRAM-Bausteine nach einem steilen Anstieg in der Vergangenheit seit ein paar Wochen wieder fallen. Experten hatten unlängst die vergangenen Preisanstiege als "künstlich" bezeichnet. Die Aktien des Branchenführers Intel   , die heute ihre Quartalszahlen vorlegen, gaben rund ein halbes Prozent nach.

Nachbörslich allerdings legte der Chipkonzern Texas Instruments Zahlen vor, die leicht über den Erwartungen der Analysten lagen. Der Ausblick ist positiv. Und auch der Chipausrüster Novellus überraschte die Experten mit einem deutlich geringeren Verlust je Aktie für das erste Quartal. Das Management sprach von einer deutlich verbesserten Auftragslage. Optimistisch stimmt auch: Der niederländische Philips Electronics-Konzern rechnet für 2002 mit einer Verbesserung ihrer Sparten Halbleiter und Komponenten. Jedoch bleiben die Markt-Aussichten für Telekommunikation und IT gedämpft. Im ersten Quartal erwirtschaftete Philips immerhin ein Nettoergebnis von 9,0 Millionen Euro oder 0,01 Euro je Aktie und kehrte damit wider Erwarten in die Gewinnzone zurück.

Intel wird heute nach Börsenschluss voraussichtlich für das erste Quartal einen Gewinn pro Aktie (EPS) von 15 US-Cents ausweisen. Das erwarten die von Thomson Financial/First Call befragten Analysten. Im vergleichbaren Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch 1 Cent pro Aktie mehr erwirtschaftet.

Ebenfalls nach Börsenschluss wird der Handykonzern Motorola   seine Geschäftszahlen vorlegen. Motorola wird nach Ansicht von Analysten seinen Verlust von neun Cents je Aktie im Vorjahresquartal voraussichtlich auf zwölf Cent pro Aktie ausweiten.

Noch heute während der Börsensitzung in Deutschland werden unter anderem die Zahlen von General Motors   und Johnson & Johnson   erwartet. Auch Coca-Cola   und Caterpillar   legen ihre Ergebnisse vor. Nicht zuletzt sehen sich die Börsianer mit neuen Konjunkturdaten wie Verbraucherpreise, Realeinkommen für den Monat März konfrontiert.