Börse am Mittag T-Aktie an der Spitze
Frankfurt am Main - Der Dax stand zuletzt mit 0,4 Prozent auf 6212 Zählern im grünen Bereich. Die Wachstumswerte im Nemax-50 präsentieren sich 0,9 Prozent schwächer auf 1680 Punkte.
Ohne neue fundamentale Nachrichten führte die T-Aktie die Liste der Kursgewinner im Dax mit einem Kursplus von 2,54 Prozent auf 24,21 Euro an. Das Papier hatte in den vergangenen Handelstagen deutlich Abschläge hinnehmen müssen und war zeitweilig auf ein Zwei-Jahrestief gefallen. Nach Informationen von manager-magazin.de hat die Deutsche Telekom drei Banken mit der Kurspflege des Titels beauftragt. Sie sollen Aktien aufkaufen, die Voicestream-Aktionäre nach der Übernahme durch die Deutsche Telekom auf den Markt werfen.
SAP-Anteilsscheine verzeichneten Kursaufschläge von 1,14 Prozent auf rund 177 Euro. Die Tochter SAP Portals wird offenbar eine umfangreiche Allianz mit der Dienstleistungssparte von IBM eingehen. Das berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die Allianz solle am morgigen Dienstag auf einer Messe in den USA bekannt gegeben werden, hieß es. IBM erwäge angeblich, einen Teil seiner eigenen Softwareherstellung aufzugeben und stattdessen die E-Business Software von SAP anzubieten.
Infineon steigerten sich um 0,78 Prozent auf 41,60 Euro. Epcos legten um 0,35 Prozent auf rund 74 Euro zu.
Gegen den positiven Trend bei den Technologiewerten zählten die Aktien von Siemens mit Verlusten von 1,40 Prozent auf 84,25 Euro zu den größten Verlierern unter den Standardwerten. Die Siemens AG rechnet im Handy-Geschäft mit einem schwierigen Geschäftsjahr. Erst anschließend sei mit normalen Margen zu rechnen, sagte der Mobilfunk-Chef Rudi Lamprecht der Financial Times.
Das Schlusslicht im Dax bildete die Aktie der Deutschen Lufthansa. Das Papier verbilligte sich um 2,30 Prozent auf 21,79 Euro. "Das Tarifergebnis zwischen der Lufthansa und den Piloten wurde teuer erreicht", sagte Aktienhändler Rolf Stegemann von der BHF-Bank. Die Kosten würden über den Erwartungen der Analysten liegen. Zudem entstünde eine gewisse Unruhe innerhalb der Fluglinie. Denn das Bodenpersonal würde sich kaum mit einer einstelligen Gehaltserhöhung zufrieden geben und bald ebenfalls höhere Löhne fordern.
Am Neuen Markt kamen die Aktien der Brokat AG unter die Räder. Das Unternehmen will 300 Mitarbeiter entlassen und Niederlassungen in drei Ländern schließen. Eine bilanzielle Neubewertung einiger Tochtergesellschaften und Beteiligungen werde zu einem Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals führen, teilte Brokat mit. Die Aktie verlor zuletzt rund zwölf Prozent auf 6,19 Euro und war damit schwächster Wert im Nemax-50. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, Brokat halte an dem Ziel fest, im vierten Quartal 2001 ein ausgeglichenes Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Mitarbeiterbeteiligungen (Ebitdaso) zu erreichen.
Dem schienen die Börsianer allerdings wenig Glauben zu schenken. "Die gehen pleite", kommentierte ein Händler die Meldung. "Ich will das Zeug nicht haben", fügte er hinzu. "Da ist so viel im Unreinen, da muss man erstmal abwarten", sagte ein anderer Händler.
Die Aktien des Konkurrenten Intershop konnten zu Handelsbeginn zunächst rund drei Prozent zulegen, fielen dann aber auf plus 0,48 Prozent bei 4,22 Euro zurück. Der Software-Hersteller will sich auf der Jahreshauptversammlung (Mittwoch) die Genehmigung für die Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen in Höhe von 500 Millionen Euro bis 2006 erteilen lassen. Gleichzeitig erklärte Finanzvorstand Wilfried Beeck dem "Handelsblatt", die Kostensenkungsmaßnahmen würden funktionieren und auch ein Anstieg der Auftrageingänge sei spürbar.
Zu den im Nemax-50 zählten auch die Papiere von EM.TV mit Kursaufschlägen von 1,65 Prozent auf 3,08 Euro. Angeblich gibt es fünf Kaufinteressenten für den von EM.TV gehaltenen Anteil an Kloibers Firma Tele München (TMG). Diesen müsse EM.TV abgeben, um ein Ja des Bundeskartellamts für den Kirch-Einstieg zu bekommen - aber für jeden Verkauf brauche EM.TV den Segen Kloibers, berichtet die Financial Times Deutschland.
Die Aktie der Fantastic Corp, die bereits am Freitag zu den Gewinnern gezählt hatte, verbesserte sich erneut um rund fünf Prozent auf schlappe 1,24 Euro und zählte damit ebenso zu den Spitzenwerten im Nemax-50.
Die Basler AG wird ihren Finanzchef Thorsten Schmidtke am 30. Juni 2001 aus dem Vorstand entlassen. Er verlasse den Vorstand wegen "unterschiedlicher Vorstellungen über die Geschäftsstrategie" auf eigenen Wunsch, hieß es. Basler geben 5,56 Prozent auf 8,50 Euro nach.