Börse am Mittag T-Aktie im Aufwind
Frankfurt am Main Der vorösterliche Handel lief auch gegen Mittag in ruhigen Bahnen. Die Umsätze seien entsprechend gering, erklärte ein Händler. Der Dax knabberte weiter an der Marke von 6000 Zählern und verharrte bis 11.55 Uhr in etwa auf seinem Vortagsniveau von 5959 Zählern. Der Nemax 50 stand bei rund 1540 Zählern. Das ist noch ein Kursplus von 0,8 Prozent.
Die T-Aktie war zwischenzeitlich abgefallen, gehörte gegen Mittag aber eindeutig zu den Gewinnern im Dax bei einem Kursplus von 1,87 Prozent auf knapp 29 Euro. Die Deutsche Telekom blickt nach Aussage von Telekom-Chef Ron Sommer optimistisch auf das Geschäftsjahr 2001. Der Markt erwarte auch zweistellige Zuwachsraten bei Umsatz und Ergebnis, sagte Sommer. Der Umsatz könnte bis auf 50 Milliarden Euro anwachsen. Vor allem aus der Mobilfunksparte erwartet der Vorstandschef eine deutliche Ergebnisverbesserung. Nach vorläufigen Zahlen hatte die Telekom im Jahr 2000 Umsätze von 40,9 Milliarden Euro erzielt.
Zu den Gewinnern zählten darüber hinaus konservative Werte wie Schering, die sich mit Kursaufschlägen von zuletzt rund 2,6 Prozent auf knapp 56 Euro an die Spitze des Dax setzten. adidas verbesserten sich um 1,3 Prozent. Preussag verteuerten sich um 0,8 Prozent auf 38 Euro. Bei der Lufthansa ging es wie am Vortag weiter nach oben. Die Papiere der Kranich-Linie verbesserten sich nach einem Kursplus von 3,9 Prozent am Vortag bis Mittag um weitere 1,4 Prozent auf 20,80 Euro. Nennenswerte Unternehmensnachrichten lagen dafür nicht vor.
SAP will mit NTT Docomo zusammenarbeiten und gehörte am Morgen noch zu den Gewinnern im Dax. Dann setzten Gewinnmitnahmen ein. Der Wert fiel auf sein Vortagesniveau von 136,65 Euro zurück. Bei der Kooperation soll es um die Übertragung von Unternehmensdaten per Handy gehen. Hier wollen die beiden Unternehmen einen neuen Standard entwickeln. Infineon-Anteilsscheine verloren 0,3 Prozent auf 45,7 Euro. Epcos mussten nach gutem Start wieder abgeben und fielen um plus 0,3 Prozent auf 66,39 Euro zurück.
Die Aktie von DaimlerChrysler war der größte Verlierer unter den Blue Chips und verlor zuletzt 5,4 Prozent auf 52,30 Euro. Die US-Sicherheitsbehörden hätten eine Rückrufaktion für Lkw angeordnet, die zwischen Juli 1993 und März 1999 gebaut worden seien. Nun würden Reparaturkosten anfallen. Das belaste die Aktie möglicherweise, sagten Händler. Schwach notierten auch Volkswagen mit Abschlägen von 1,3 Prozent auf rund 51 Euro. Linde verbilligten sich um 1,3 Prozent auf 48,90 Euro. Das Investmenthaus Merrill Lynch hatte zuvor die Gewinnprognose für den Dax-Wert herabgesetzt.
Am Neuen Markt verloren die Papiere von BB Biotech zuletzt rund 1,3 Prozent auf 76 Euro. Die schweizerische Beteiligungsgesellschaft ist mit einem Verlust ins neue Jahr gestartet. Nachdem der Gewinn bereits im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen war, verzeichnete das Unternehmen im ersten Quartal 2001 einen Verlust von 1,39 Milliarden Schweizer Franken (1,78 Milliarden Mark).
Wie die Gesellschaft am Donnerstag vor Handelsbeginne mitteilte, ist im ersten Quartal 2000 noch ein Gewinn von 0,74 Milliarden Schweizer Franken (0,96 Milliarden Mark) erzielt worden. Zum Jahresbeginn hatte sich die Gesellschaft äußerst optimistisch geäußert und von einem möglichen Rekordjahr gesprochen, da viele Biotechnologieunternehmen neue Medikamente auf den Markt bringen würden.
Die Nemax-50-Gewinner des Vortages setzten ihren Aufschwung fort. Kinowelt Medien legten 8,7 Prozent auf 7,7 Euro zu, nachdem sie bereits am Mittwoch um 29,27 Prozent empor geschossen waren. Trotz des Gewinneinbruchs sei die Stimmung für den Titel sehr gut, sagte ein Börsianer: "Einmalige Belastungen sind schnell vergessen, wenn der Ausblick bessere Zeiten verspricht."
Auch die Aktien von Pixelpark wurden nachgekauft und führten mit Kursaufschlägen von weiteren 31 Prozent auf 8,67 Euro die Gewinnerliste im Nemax 50 an. Zwei institutionelle Anleger hatten gestern den arg geschundenen Wert groß eingekauft und für ein Kursplus von mehr als 60 Prozent gesorgt. Schwächster Wert im Nemax 50 war das Schwergewicht Thiel Logistik mit Abschlägen von 4,5 Prozent auf 20,45 Euro.
Aktien der Mediengruppe IN-motion reagierten auf die am Morgen angekündigte Kooperation mit der Red Bull Sauber AG zur Vermarktung von Musikern mit einem Kursaufschlag von zuletzt 10,5 Prozent auf 22,15 Euro. Ferner sieht die Zusammenarbeit die Herstellung von DVDs und Videokassetten mit Inhalten rund um den Formel-Eins-Rennstall vor. Wegen der Popularität der Formel Eins sieht IN-motion ein erhebliches Umsatz- und Wachstumspotenzial.
Der EDV-Dienstleister Bechtle erlebte nach dem Kauf der Madrilener Action Computer Supplies nur eine verhaltene Reaktion auf dem Parkett. Mit einem Plus von zuletzt 0,1 Prozent auf rund 9 Euro blieb der Kursgewinn unter dem Marktdurchschnitt. Mit der Akquisition sei Bechtle künftig in neun europäischen Staaten vertreten.
Computec verteuerten sich um 1,52 Prozent auf 7,35 Euro, nachdem das Unternehmen eine einmalige Abschreibung auf Beteiligungsbuchwerte in Höhe von rund 10,6 Millionen Mark angekündigt hatte. Erst Mitte Januar hat der Spezialist für Spiele-Magazine ein Aktienpaket der Gameplay für 4,7 Millionen Mark verkauft. Die Abwertung der Buchwerte habe allerdings keinen Einfluss auf das operative Geschäft, versicherte das Unternehmen.
Die Aktien der Net AG legten zuletzt mehr als 39 Prozent auf 5,04 Euro zu. Am Morgen hatte das Unternehmen mitgeteilt, mit dem geplanten Aktienrückkaufprogramm zu beginnen.