Börse am Mittag T-Aktie im Aufwind
Frankfurt am Main Der Dax drehte nach einem schwächeren Handelsverlauf am Vormittag wieder ins Plus und notierte gegen 12.15 Uhr rund 0,4 Prozent fester bei 5068 Punkten. Ebenfalls freundlich präsentierten sich die Nebenwerte. Mit einem Aufschlag von 0,4 Prozent stand der MDax bei 4486 Zählern. Am Neuen Markt gewann der Nemax 50 1,5 Prozent auf 876 Punkte.
Nach positiven Zahlen von Konkurrenzunternehmen und guten Vorgaben von der Nasdaq zählten die Aktien des Chipherstellers Infineon zu den größten Gewinnern im Dax. Das Papier stieg um über zwei Prozent auf 20,24 Euro. Ein Frankfurter Händler erklärte die Tagesgewinne mit dem positiven Quartalsergebnis von Applied Materials. Der weltweit größte Hersteller von Anlagen für die Wafer-Herstellung hatte die Verlustzone im zweiten Quartal des neuen Geschäftsjahres hinter sich gelassen und die Analystenerwartungen auch beim Umsatz übertroffen, wie am Vortag nach Börsenschluss am späten Abend bekannt wurde.
Presseberichte über Stellenstreichungen und der mögliche Einstieg von Microsoft bei der Internet-Tochter T-Online haben die Aktie der Deutschen Telekom beflügelt. Die T-Aktie zog um 2,8 Prozent auf 13,70 Euro an und setzte sich damit an die Spitze der Gewinnerliste. Die Telekom habe dem US-Softwarekonzern angeboten, bis zu 24,9 Prozent ihrer Internet-Tochter T-Online zu übernehmen, berichtet das Wirtschaftsmagazin "Capital". Zudem wollten die Bonner bis zu 15.000 der noch verbliebenen 118.000 Arbeitsplätze streichen. "Das sind gute Nachrichten für die verschuldete Telekom", sagte ein Händler in Frankfurt und führte die Kursgewinne darauf zurück. Auch T-Online lag mit 6,5 Prozent im Plus bei 11,30.
MAN nach schlechten Zahlen unter Druck
Die Aktie des Münchner Maschinenbauers MAN notierte nach Vorlage enttäuschender Quartalszahlen als Schlusslicht im Dax.. Das Papier verlor um 3,4 Prozent auf 25,98 Euro. "Die Zahlen von MAN waren schlechter als erwartet. Vor allem die Nutzfahrzeugsparte und die Sonderabschreibungen haben belastet", sagte ein Händler.
Die Aktie des Essener Energieversorgers RWE hat nach kräftigen Gewinnen im Anschluss an die Vorlage der Quartalszahlen ins Minus gedreht. Zuletzt notierte das Papier 0,6 Prozent schwächer bei 41,66 Euro. Nach Ansicht der Analysten der West LB sind die Zahlen besser als erwartet ausgefallen. Daher prüfen sie, den Wert von "Neutral" auf "Outperform" herauf zu stufen. Analyst Matthias Heck von Sal. Oppenheim nannte die Kostensenkungsmaßnahmen einen Erfolg. Auch das Kerngeschäft habe sich operativ gut entwickelt. Die Aktie bewertet er mit "Neutral". Wie RWE mitteilte, läuft das Kostensenkungsprogramm plangemäß. RWE will bis 2004 rund 2,6 Milliarden Euro einsparen. Davon sollen allein in diesem Jahr 590 Millionen Euro realisiert werden.
Lufthansa auf Höhenflug
Lufthansa-Titel gewannen nach Vorlage der Bilanz 1,1 Prozent auf 16,41 Euro. "Die Zahlen der Lufthansa waren gut und haben der Aktie Auftrieb gegeben, nachdem sie in der vergangen Woche wegen EasyJet unter Druck geraten war", sagte ein Händler. Die Airline hat im ersten Quartal einen operativen Gewinn von zwölf Millionen Euro erwirtschaftet und lag damit am oberen Ende der Analystenerwartungen. Der operative Gewinn habe sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.
Gute Quartalszahlen von Medion
Der Neue Markt zeigte sich am Mittwoch deutlich stärker. Nach positiven Bilanzzahlen kletterten die Titel von Medion um 5,6 Prozent auf 43,40 Euro. Der Elektronikkonzern hat den Gewinn im ersten Quartal bei wachsenden Umsätzen deutlich gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe um 31 Prozent auf 35,2 Millionen Euro zugelegt, wie es vorbörslich hieß. Fast alle Kennziffern lägen über den Prognosen des Marktes, sagte ein Händler am Morgen. Pro Aktie kletterte der Gewinn um 30 Prozent auf 0,43 Euro.
Mit einem deutlichen Minus reagierte dagegen die Aktie von Trintech auf die Vorlage von Bilanzzahlen. Das Papier fiel um über 20 Prozent auf 0,56 Euro und führte damit die Verliererliste im Auswahlindex Nemax 50 an. Der Hersteller von Sicherheitssoftware zum Bezahlen mit Kreditkarten hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres die eigenen Erwartungen verfehlt und eine Gewinnwarnung ausgesprochen.
Deutlich fester präsentierte sich die Evotec-Aktie , die sich um 5,3 Prozent auf acht Euro verteuerte. Das Biotechnologie-Unternehmen hat seinen Verlust im ersten Quartal 2002 bei steigenden Umsätzen deutlich verringert. Der Fehlbetrag sei um 86 Prozent auf minus 5,7 Millionen Euro gesunken, hieß es in einer Ad-hoc-Mitteilung am Morgen. Pro Aktie konnte der Verlust von 1,13 Euro im Vorjahresquartal auf 0,16 Euro reduziert werden. Die Umsätze stiegen bereinigt um 30 Prozent auf rund 14,7 Millionen Euro. Im Gesamtjahr 2002 möchte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Umsatz von 85 Millionen Euro erwirtschaften, rund 34 Prozent mehr als im abgelaufenen Geschäftsjahr. Bis ersten Mai seien bereits 60 Prozent dieses Umsatzzieles erreicht worden, hieß es.
Gewinnmitnahmen drücken Euro-Kurs
Der Euro-Kurs ist am Mittwochmorgen weiter gesunken. Gegen 12.15 Uhr kostete die Devise in Frankfurt 0,9031 Dollar, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs am Vortag noch bei 0,9062 Dollar festgesetzt hatte. Ein Dollar kostete damit 1,1035 Euro.
Der Kursverlust bei der Gemeinschaftswährung hatte bereits am Dienstag begonnen, vor allem nachdem unerwartet starke Umsatzzahlen für den US-Einzelhandel gemeldet worden waren. Seitdem sei es am Markt fortgesetzt zu Gewinnmitnahmen gekommen, so dass der Euro-Kurs weiter unter Druck geraten sei, sagte ein Händler. Am frühen Morgen hatte die Währung bereits zwischenzeitlich unterhalb von 0,90 Dollar notiert.