Börse am Mittag: T-Aktie im Keller - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag T-Aktie im Keller

Deutliche Verluste der Schwergewichte Deutsche Telekom und Deutsche Bank drücken den Dax. Am Neuen Markt kommen die Papiere von Intershop unter die Räder.
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Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienindizes zeigten sich gegen Mittag wenig verändert. Deutliche Verluste der Schwergewichte Deutsche Telekom und Deutsche Bank hielten den Dax (minus 0,6 Prozent auf 5828 Punkte) trotz einer guten Performance der Technologiewerte weiter im roten Bereich. Die Wachstumswerte im Nemax 50 konnten ein Plus von 0,4 Prozent auf 1270 Zähler verteidigen. Die vorbörslichen Barometer in New York standen im grünen Bereich und deuteten auf feste Handelseröffnung der Wall Street hin

Technologiewerte waren bei den Investoren weiter gefragt. Eine Hochstufung des Halbleitersektors durch die US-Investmentbank Merrill Lynch beflügelte den Kurs von Infineon zuletzt mit einem Plus von 2,55 Prozent auf 30,20 Euro. "Infineon ist auf einem neuen Hoch, die ganze Branche ist jetzt gesucht", sagte ein Händler an der Frankfurter Börse. Auch Siemens und Epcos profitierten von der Hochstufung des ganzen Halbleitermarktes durch Merrill Lynch, gaben aber zwischenzeitlich etwas nach. Siemens stiegen noch um 0,42 Prozent auf 64,62 Euro. Epcos kletterten um 2,49 Prozent auf 54,40 Euro und standen damit ebenso wie die Papiere von Infineon in der Dax-Spitze.

Am anderen Ende des Index standen die Aktien der Deutschen Bank und der Deutschen Telekom. Die Deutsche Bank-Akie verlor zuletzt 2,51 Prozent auf 77,93 Euro. Marktbeobachter kritisierten an dem vorgelegten Zahlenwerk des Branchenprimus insbesondere den Rückgang des Handelsergebnisses um 33,5 Prozent, womit die Erwartungen der Analysten nicht erfüllt wurden. Zudem erklärten Börsianer, dass das Ergebnis geschönt würde durch den steuerfreien Verkauf der Münchener Rück-Anteile, der immerhin mit rund einer Milliarde Euro zu Buche schlagen würde.

Vorstandssprecher Rolf-E. Breuer selbst räumte indes ein Kostenproblem ein. Breuer sagte, unter Hochrechnung des Verwaltungsaufwands im ersten und zweiten Quartal von jeweils rund 5,5 Milliarden Euro erhalte man einen Jahresbetrag von 22,2 Milliarden Euro. Das sei ein Problem, das sich auch im Aktienkurs des Instituts ausdrücke, gestand Breuer ein. Beobachter der Konferenz bemängelten, dass der Branchenprimus derzeit offenbar kein schlüssigen Konzept zur Kostensenkung vorweisen könne.

Die Deutsche Bank hat im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres bei wichtigen Kennzahlen deutlich schwächer als im Vorjahreszeitraum abgeschlossen: So lag der Vorsteuergewinn im ersten Halbjahr mit 3,086 Milliarden Euro unter dem Vorjahreswert von 4,885 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie vor Firmenwertabschreibungen (Goodwill) fiel den Angaben zufolge von 6,66 Euro auf 4,51 Euro.

Die Deutsche Telekom- Papiere rutschten um 2,55 Prozent auf 24,80 Euro ab. Bereits am Vortag hatten die Aktien des Konzerns nach Vorlage der Geschäftszahlen rund 1,20 Prozent verloren. Die Deutsche Telekom hatte für das erste Halbjahr einen Verlust von 400 Millionen Euro ausgewiesen.

Die Streichung des Pauschaltarifs für den Internet-Zugang über die normale Telefonleitung zahlt sich für Europas größten Internetanbieter T-Online allmählich aus: Die Tochterfirma der Telekom erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2001 zwar einen Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 123 Millionen Euro. Die Ertragslage habe sich im zweiten Quartal gegenüber den ersten drei Monaten dieses Jahres aber um 14 Prozent verbessert, teilte T-Online am Mittwoch in einem Zwischenbericht mit. Branchenbeobachter hatten deutliche höhere rote Zahlen für den Online-Dienst erwartet. Nach zunächst schwachem Beginn drehte die Aktie ins Plus. Zuletzt betrug der Kursaufschlag 1,89 Prozent auf 9,15 Euro.

Einen schwarzen Tag erwischten die Papiere von Intershop. Das Geschäft mit der E-Commerce-Software hat auch im zweiten Quartal noch nicht an Fahrt gewonnen: Die Umsätze stiegen gegenüber dem Vorquartal um acht Prozent auf 22 Millionen Euro. Der Verlust verringerte sich gegenüber dem Vorquartal um 6,3 Millionen auf 28,3 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Investoren zeigten sich enttäuscht und verkauften das Papier. Ein Händler erklärte: "Die Zahlen waren am unteren Ende der Erwartungen und der Ausblick war auch nicht berauschend." Die Aktie verlor zuletzt mehr als 15 Prozent auf 3,56 Euro und war damit schwächster Wert im Nemax 50.

Nach dem Verkauf erster Beteiligungen will der künftige EM.TV-Chef Werner Klatten den angeschlagenen Medienkonzern bei der Sanierung weiter kräftig abspecken. EM.TV benötige Liquidität, sagte Klatten am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München (siehe: Die Stunde der Wahrheit - Live-Ticker von der EM.TV-HV ). Er deutete an, dass er bei den Beteiligungen an der Formel 1 und der Tele München Gruppe sowie bei der Jim Henson Company ("Muppet-Show") einen Verkauf favorisiere. Danach wäre EM.TV wieder auf das Kerngeschäft reduziert. Klatten bekräftigte, er sei im Gegenzug an der Übernahme unterbewerteter Medientitel interessiert. Die Aktie des angeschlagenen Medienunternehmens gab zuletzt auf plus ein Prozent bei 3,72 Euro nach.