Börse am Mittag: T-Aktie schmiert ab - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag T-Aktie schmiert ab

Die deutschen Aktienmärkte bauen ihre Verluste aus. Massive Kursabschläge der Technologietitel ziehen Dax und Nemax nach unten.
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Frankfurt am Main – Zum Mittag haben die Standardwerte noch einmal deutlich nachgegeben. Bis 12 Uhr fiel der Dax auf 4747 Punkte, ein Minus von 2,1 Prozent oder 103 Punkte. Am Neuen Markt rutschte der Nemax 50 um 2,3 Prozent auf 959 Zähler.

Die T-Aktie   verlor 3,8 Prozent auf 15,29 Euro, obwohl die Credit Suisse First Boston das Kursziel auf 23 Euro angehoben hatte. Händlern zufolge schließt die Telekom eine Verschiebung des Börsengangs von T-Mobile nicht aus. Zudem seien die Chancen für den Verkauf des Kabelnetzes an den Medienkonzerns Liberty Media nach Auskunft von Telekom-Chef Ron Sommer gering.

Vor allem die Technologiewerte standen unter Abgabedruck: Aktien des Chipherstellers Infineon   gaben 3,2 Prozent auf 23,68 Euro nach. Papiere des Elektronikkonzerns Siemens   verbilligten sich um 2,7 Prozent auf 63,23 Euro. Titel des Softwareherstellers SAP   lagen bei 150,27 Euro - ein Minus von 3,1 Prozent. Epcos-Anteile   büßten 2,6 Prozent auf 40,23 Euro ein. Damit folgten die Titel dem schwachen Trend an der Wall Street. Dort hatten die Technologiewerte am Donnerstag teilweise heftige Verluste erlitten, nachdem der weltgrößte Chiphersteller Intel   herabgestuft worden war und Bell und Ciena vor schwachen Gewinnen warnten.

Steuerprobleme bei der Post?

Aktien der Deutschen Post   verloren 2,6 Prozent auf 14,46 Euro. Die Deutsche Post AG muss sich nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung auf massive Steuernachzahlungen einstellen. Wie das Blatt unter Berufung auf Kreise im Haushalts- und Finanzausschuss des Bundestages berichtet, wollen die nordrhein-westfälischen Finanzbehörden von der Post fast eine Milliarde Euro für nicht abgeführte Mehrwertsteuer in den Jahren 1998 und 1999 verlangen.

Dagegen konnten sich die Chemietitel noch relativ gut behaupten. Grund hierfür sei der positive Ausblick des niederländischen Chemie- und Pharmakonzerns Akzo Nobel   gewesen, hieß es vom Parkett. BASF-Aktien   verloren lediglich 0,5 Prozent auf 41,87 Euro. Bayer-Titel   sanken um 1,2 Prozent auf 33,80 Euro. Papiere des Spezialchemie-Konzerns Degussa   fielen um 0,4 Prozent auf 33,37 Euro.

Einzige Gewinner im Dax waren die Anteilsscheine von Schering   und Fresenius   , die knapp 0,4 Prozent gewannen.

Heidelberger Zement mit Zahlen

In der zweiten Reihe verlor die Aktie der Heidelberger Zement leicht um 0,3 Prozent auf 51,50 Euro. Der Zementkonzern hat 2001 nach vorläufigen Zahlen im Vergleich zum Vorjahr 3,3 Prozent weniger Zement und Klinker verkauft. Der Absatz reduzierte sich auf 45 Millionen Tonnen. Der Umsatz habe mit 6,69 Milliarden Euro um 1,8 Prozent unter Vorjahresniveau gelegen. Nachfragerückgänge in Deutschland und Westeuropa sowie Umstrukturierungen im Konzern hätten das Ergebnis belastet, teilte das Unternehmen vor Börseneröffnung mit. Die Zahlen seien jedoch wegen außerordentlicher Effekte, die den Abschluss 2000 einmalig begünstigt hätten, nur bedingt miteinander vergleichbar. Es werde eine Dividende in Höhe des Vorjahres von 1,15 Euro je Stammaktie und 1,26 Euro je Vorzugsaktie vorgeschlagen.

Der Neue Markt hat zum Wochenschluss nicht an seine Kursgewinne vom Vortag anknüpfen können. "Natürlich hat hier der schwache Schluss der Nasdaq den Markt nach unten gezogen", sagte ein Händler in Frankfurt. Die technologielastige US-Börse hatte am Vortag mit einem deutlichen Minus von mehr als drei Prozent geschlossen. "Damit hat die Nasdaq wichtige technische Widerstände nach unten durchbrochen. Sie befindet sich derzeit im freien Fall", hieß es in Frankfurt.

Im Branchenvergleich hatten in New York vor allem Aktien von Chip-Unternehmen zu den Hauptverlierern gehört: Der Philadelphia-Semiconductor-Index SOX war um 6,7 Prozent auf 507 Punkte eingebrochen. Ebenfalls schwach hatten sich Netzwerk-, Software- und Hardware-Titel gezeigt. Auch Internet- und Biotechnologieaktien hatten unter Druck gestanden.

Die deutschen Wachstumswerte vollzogen diese Entwicklung nach: Der Münchener Chipbroker CE Consumer   verlor 4,8 Prozent auf 6,40 Euro, die Aktie von ACG   gab 4,6 Prozent nach auf 4,36 Euro. GPC Biotech gingen 6,1 Prozent in die Knie und notierten bei 9,25 Euro.

Mobilcom erholt sich leicht

Unterdessen geht das Drama um Mobilcom   weiter. Hauptaktionär und Vorstandschef Gerhard Schmid hatte am Donnerstag der France Telecom vorgeworfen, sie versuche den Aktienkurs von Mobilcom zu manipulieren. Der französische Konzern hält derzeit 28,5 Prozent an dem Mobilfunker. Schmid hatte erklärt, der jüngste Streit der beiden Unternehmen diene vor allem dem Zweck, den Kurs zu drücken und eine preisgünstige Übernahme von Mobilcom zu ermöglichen. Trotz der unsicheren Lage gewann die Aktie am Mittag rund 3,6 Prozent auf 12,24 Euro und war damit der einzige Gewinner im Nemax 50. "

Größter Verlierer war wieder einmal das Papier von D.Logistics   . Mit einem Minus von 8,2 Prozent notierte die Aktie auf 1,90 Euro. Der Logistikdienstleister hatte am Donnerstag einen Liquiditätsengpass bekannt gegeben.

Der Aktienmarkt an der Tokioter Börse hat am Freitag etwas höher abgeschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte schloss auf 10.356 Punkten und stieg damit um 61,36 Punkte. Der breit angelegte Topix legte um 0,30 Punkte zu und endete bei 989 Zählern.

Euro etwas schwächer

Die positiven Konjunkturdaten aus den USA haben den Euro leicht unter Druck gesetzt. Die Währung kostete am Vormittag rund 0,8695 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag bei 0,8701 (Mittwoch: 0,8743) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 1,1493 (1,1438) Euro.