Börse am Mittag: Technologie-Titel gefragt - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Technologie-Titel gefragt

Vor Bekanntgabe der US-Ergebnisse legt die SAP-Aktie deutlich zu. Infineon profitiert von Hynix. Nur die T-Aktie verliert gegen den Trend. Im MDax klettert die Kamps-Aktie weiter.
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Frankfurt am Main - Nach der guten Vorgabe der Nasdaq zeichnet sich zumindest bei den Technologietiteln ein Hoffnungsschimmer ab. Im Dax gehörten die Technologiewerte Epcos  , Infineon   und SAP   mit Gewinnen zwischen 1,3 und 2,1 Prozent zu den größten Gewinnern. Infineon profitierte dabei auch von den guten Zahlen des südkoreanischen Konkurrenten Hynix Semiconductor.

Die Stimmung bleibt jedoch gedämpft. Der Dax legte bis zum Mittag um 0,4 Prozent auf 5214 Punkte zu, während der Nemax 50 weiter um die 910 Punkte dümpelte. Investoren hoffen, dass von der beginnenden Industriemesse in Hannover einige Impulse für die Standardwerte ausgehen. Allerdings steht diese Woche zuallererst im Zeichen der US-Ergebnisse für das erste Quartal.

Hoffen auf gute SAP-Zahlen

Für die Technologietitel bleibt das Eis damit trotz der Kursgewinne am Montag dünn. Am Dienstag legen der US-Chiphersteller Intel   und der Handy-Hersteller Motorola ihre Quartalsergebnisse vor. Am Donnerstag präsentiert der deutsche Softwarekonzern SAP   seine US-Bilanz für die ersten drei Monate des Jahres. Die hohe Bewertung bleibt für die Walldorfer ein Risiko, da nach der Gewinnwarnung von IBM   und den enttäuschenden Umsatzzahlen von General Electric   die zittrigen Hände wieder dominieren. Dennoch zählte SAP mit einem Zuwachs von knapp zwei Prozent zu den Top-Titeln im Dax: "Am Markt wird spekuliert, dass das US-Ergebnis über den Prognosen liegen wird", sagte ein Händler.

Siemens setzt auf Motorola-Handys

Der Elektronikkonzern Siemens   scheint Anleger dagegen mit einer eher defensiven Strategie zufrieden zu stellen: Siemens wird zum Start ins UMTS-Zeitalter erst einmal Handys des Konkurrenten Motorola unter eigener Marke verkaufen. Es sei eine weitreichende Kooperation mit dem US-Konzern vereinbart worden. Erst Anfang 2004 an will Siemens dann auch eigene UMTS-Geräte auf den Markt bringen. Außerdem hat sich Siemens gegen die Übernahme der Finanzdienstleistungssparte des schwedisch-schweizerischen Konzerns ABB entschieden. Die Siemens-Aktie legte bis zum Mittag 1,2 Prozent zu.

Deutsche Telekom unter Druck

Unter den Verlierern fanden sich die Papiere der Deutsche Telekom   . Die Investmentbank Salomon Smith Barney hatte laut Händlern das Kursziel für die Aktie gesenkt. Die Anteilsscheine verloren 1,3 Prozent und fielen unter 16 Euro - damit erreichte die Aktie wieder das Kursniveau von Ende Februar.

Volkswagen vor Hauptversammlung fest

Die Aktie von Volkswagen   legte dagegen um 0,7 Prozent auf 58,60 Euro zu. Heute tagt der Aufsichtsrat, und am morgigen Dienstag treffen sich die Aktionäre zur Hauptversammlung: Konzernlenker Ferdinand Piëch, der an die Spitze des Aufsichtsrates wechselt, wird sich mit einer Rekordbilanz verabschieden.

Finanztitel mit Zahlen

Am heutigen Montag melden die Citibank und die Bank of America ihre Zahlen, was vor allem Auswirkungen auf die Aktie der Deutschen Bank   haben dürfte. Die Deutsche Bank und die Allianz   spielen zudem offenbar mit dem Gedanken, den deutschen Anlagenbau radikal umzubauen. Die Übernahme von fast neun Prozent der Babcock-Borsig-Anteile durch die Deutsche Bank habe Spekulationen, dass die Finanzinstitute eine Deutsche-Anlagenbau AG gründen wollen, neuen Auftrieb gegeben, meldet das "Handelsblatt".

Barilla bietet für Kamps

Der italienische Nudelfabrikant Barilla will den im MDax notierten deutschen Großbäcker Kamps übernehmen. Der Kurs der Aktie kletterte am Montag um rund zehn Prozent auf 12 Euro: In dieser Höhe soll auch der Übernahmepreis liegen.

Woche der Wahrheit an der Wall Street

Woche der Wahrheit an der Wall Street

Analysten rechnen für diese Woche kaum mit einer Erholung. Der Nasdaq Composite ist bereits fünf Wochen in Folge gefallen und hat seit Jahresbeginn rund zehn Prozent eingebüßt. Auch der Dow Jones ist seit vier Wochen im Abwärtstrend. Der Beginn der Berichtssaison treibt Marktteilnehmer die Sorgenfalten auf die Stirn: Schwergewichte wie General Electric (schwacher Umsatz) und IBM (Gewinnwarnung) haben die Analysten bereits enttäuscht. Der Krisenherd Nahost und der schwankende Ölpreis bleiben die Unsicherheitsfaktoren: Zwar ist der Ölpreis leicht gesunken, doch im Nahen Osten setzt die israelische Armee ihre Offensive im Westjordanland jedoch fort.

Neuer Markt: Zocker toben sich aus

Neuer Markt: Zocker toben sich aus

Trotz der guten Vorgabe der Nasdaq dümpelte der Nemax 50 am Montag weiterhin um die Marke von 910 Punkten. Symptomatisch für die desolate Verfassung der "Wachstumsbörse" ist, dass erneut die Zockerwerte die größten Gewinne verbuchen: ComROAD   legte um neun Prozent auf 0,33 Euro zu, und auch D.Logistics   erfreute die Zocker mit einem "Dead Cat bounce". Beim Skandalunternehmen ComROAD wird die Sonderprüfung der Bilanzen jetzt auf die Jahre 1998 bis 2000 ausgeweitet - falls auch hier bereits Luftbuchungen ans Tageslicht kommen, könnte dies dem Wirtschaftsprüfer KPMG viel Ärger bringen. KPMG hatte diese testiert und abgesegnet, bevor die Prüfer im Februar 2002 das Mandat niedergelegt und das Testat für 2001 verweigert hatten.

Nikkei fester

Die Aktienbörse in Tokio hat am Montag zugelegt. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte überwand wieder die psychologisch wichtige Marke von 11.000 Punkten und schloss mit einem Plus von 1,6 Prozent 11.137 Zählern.

Unterstützung kam Händlern zufolge von Technologieaktien in Folge der positiven Vorgabe der Wall Street. Verluste mussten im frühen Geschäft dagegen Bankentitel hinnehmen, nachdem am Freitag die Finanzaufsichtsbehörde FSA höhere Abschreibungen auf faule Kredite bei den Banken als von denen veranschlagt bekannt gegeben hatte. Die US-Kreditbewertungsagentur Standard and Poors (S&P) kritisierte, es sei nur ein Bruchteil der faulen Kredite im Bankensektor berücksichtigt worden. Der Euro notierte am Vormittag kaum verändert bei 0,882 US-Dollar.