Börse am Mittag Technologiewerte geben nach
Frankfurt am Main In einem von Gewinnmitnahmen gekennzeichneten Handel haben schwache Konjunkturdaten für Deutschland die Aktienindizes gegen Mittag weiter nach unten gedrückt. Unter den Dax-Technologiewerten, die gestern zweistellig zugelegt hatten, verzeichneten nur noch die Papiere von Siemens leichte Kursgewinne. Von der EZB erwarteten Marktbeobachter keine Senkung der Leitzinsen. Der Dax notierte gegen Mittag wieder auf seinem Vortagesniveau von 5261 Zählern. Die Wachstumswerte im Nemax 50 rutschten sogar mit einem halben Prozent auf 1321 Punkte ins Minus. Die vorbörslichen Barometer in New York notierten ebenfalls leicht im roten Bereich.
Händler erklärten die leichtere Tendenz der Aktienmärkte gegen Mittag unter anderem mit den zuvor veröffentlichten schwachen Konkjunkturdaten. Demnach ist der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland im Oktober 2001 gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 0,9 Prozent gesunken. Analysten hatten im Durchschnitt einen Anstieg von 0,5 Prozent erwartet. Auf Jahressicht nahm der Auftragseingang im Oktober 2001 um 6,5 Prozent ab. Die Prognosen lagen hier bei minus 7,5 Prozent.
Bei Infineon , die in den vergangen beiden Handelstagen rund 25 Prozent zugelegt hatten, drückten Gewinnmitnahmen den Kurs auf 27,40 Euro. Die Papiere verloren zuletzt rund drei Prozent. Glimpflicher davon kamen SAP , die nach einem guten Start auf ihr Vortagesniveau bei 156,40 Euro zurückfielen. Zeitweilig hatte die Aktie bei 159 Euro gestanden. Epcos rutschte mit rund einem halben Prozent ins Minus auf rund 58 Euro. Siemens dagegen konnten noch leichte Zugewinne von 0,6 Prozent auf 74,10 Euro verbuchen.
HypoVereinsbank setzten sich ohne neue Nachrichten mit 2,6 Prozent auf knapp 38 Euro an die Spitze des Dax. Die Papiere der Deutsche Bank stiegen um zwei Prozent auf 76,94 Euro. Commerzbank -Aktien rückten um knapp ein Prozent auf 19,67 Euro vor. MLP notierten 1,6 Prozent fester bei 84,35 Euro.
Lufthansa gaben weiter auf 15,42 Euro nach: Das ist ein Minus von 4,8 Prozent. Die Fluglinie wird eine Wandelanleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Euro begeben. Dadurch sollten kurzfristige Verbindlichkeiten refinanziert werden, teilte die Fluggesellschaft am Donnerstagmorgen mit. Die Wandelschuldverschreibung laufe über zehn Jahre. Das Bezugsrecht für Altaktionäre werde nach einem entsprechenden Beschluss des Aufsichtsrats ausgeschlossen. Experten beurteilten die Wandelanleihe als eine versteckte Kapitalerhöhung.
Im Nemax 50 erholten sich Consors von ihren Vortagesverlusten und stiegen um 3,8 Prozent auf 9,89 Euro. Der Vorstandsvorsitzende des Online Brokers, Karl Matthäus Schmidt habe vom neuen Chef der Schmidt Bank, Paul Wieandt, die Zusicherung erhalten, dass Consors nur als Ganzes verkauft werde. Das sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Allerdings seien die Verkaufsgespräche unterbrochen, die aber nun wieder aufgenommen werden sollen. Als Interessenten für Consors würden derzeit die Postbank und der französische Online Broker Fimatex gehandelt. Ein Verkauf sei bis Ende Dezember nicht auszuschließen, hieß es weiter.
Die übrigen Online Broker entwickelten sich am Morgen unterschiedlich. Bei comdirect scheinen die Anleger nach wie vor den Kundenzulauf zu honorieren. Comdirect habe in den zwei Wochen seit dem 16. November 1500 neue Kunden gewonnen, erklärte ein Unternehmenssprecher. Die Aktie gewann zuletzt noch rund sechs Prozent auf 13,05 Euro und war damit weiter Spitzenreiter im Nemax 50. Die DAB Bank lag mit 3,3 Prozent auf 14,80 Euro im Minus.
Für den frühen Nachmittag werden weitere US-Konjunkturdaten erwartet. Zur Veröffentlichung stehen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche zum 1. Dezember an. Es gibt die revidierten Produktivitätszahlen für das dritte Quartal. Und schließlich wird über die US-Industrieaufträge im Monat Oktober berichtet.