Börse am Mittag: Technologiewerte machen das Rennen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Börse am Mittag Technologiewerte machen das Rennen

T-Aktie und Technologiewerte im Dax geben den Ton an und sorgen weiter für gute Stimmung. Die Papiere von BMW und Deutsche Post gehören dagegen zu den Verlierern. Am Neuen Markt sind die arg gebeutelten Medienwerte Kinowelt und Senator gefragt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt – Der Dax notierte gegen Mittag ein Prozent fester auf 5440 Zähler, der Nemax 50 legte um 1,7 Prozent auf 1148 Punkte zu. T-Aktie und Technologiewerte gaben im Dax den Ton an. Beherrschendes Thema an der Börse war die vom Halbleiterhersteller Infineon bestätigte Zusammenarbeit bei DRam-Chips mit dem japanischen Konzern Toshiba.

T-Aktie und Technologie fest

Der Bauelemente-Hersteller Epcos war mit einem Plus von 4,72 Prozent auf 47,45 Euro Spitzenreiter im Dax. Die Aktie hatte in der Vorwoche stark unter der Hightechschwäche gelitten. Siemens notierten mir zwei Prozent auf 60,80 Euro im Plus.

Auch die T-Aktie setzte mit einem Plus von 3,40 Prozent auf 18,66 Euro ihren Erholungskurs fort. Der finnische Konzern Sonera hat heimlich und vor Ablauf der Haltefrist knapp 22 Millionen T-Aktie abgestoßen.

Dies sei im Juli und August "marktschonend" und mit Billigung der Deutschen Telekom geschehen, bestätigte die Telekom einen Bericht des SPIEGEL. Durch die Veräußerung hat sich nach diesen Angaben die Anzahl von T-Aktien, die Sonera bis zum 1. Dezember 2001 veräußern darf, auf rund zwölf Millionen Stück reduziert.

Halbjahresbilanz erwartet

Sonera hat schon, und Hutchison will nicht mehr: Die T-Aktie hatte bereits am Freitag 8,5 Prozent zugelegt, nachdem Hutchison Whampoa mitgeteilt hatte, derzeit keine weiteren T-Aktien verkaufen zu wollen. Durch die Sonderbehandlung von Sonera ist die Zahl der T-Aktien, die im Laufe der nächsten Wochen von Großkonzernen auf den Markt geworfen werden können, gesunken.

Morgen legt die Deutsche Telekom ihre Halbjahreszahlen vor und gibt einen Ausblick auf das Geschäftsjahr. Aktionäre erwarten während der Halbjahrespressekonferenz auch einen Ausblick von Ron Sommer, wie das Unternehmen nach dem Kurssturz mit dem erwarteten Rückfluss von 80 bis 100 Millionen weiteren T-Aktien aus der VoiceStream-Übernahme umgehen will.

Warten auf EZB

Zinsphantasien könnten zum Wochenauftakt die Finanzwerte stützen. Analysten gehen mehrheitlich davon aus, dass die Europäische Zentralbank am Donnerstag die Zinsen um 0,25 Prozent senkt und damit auf die siebte Leitzinssenkung der US-Notenbank in diesem Jahr reagiert. Die Deutsche Bank kletterte um 1,,84 Prozent auf 80,15 Euro, und die Allianz lag gegen Mittag noch mit 0,47 Prozent auf 318,70 Euro im Plus.

Der Streik in der südafrikanischen Automobilindustrie ist beendet. Der Streik hatte die dortigen Produktionsanlagen von BMW, DaimlerChrysler, Ford, Toyota und Nissan lahmgelegt. Der einzige Hersteller, der seine Produktion aufrecht erhalten konnte, war die Volkswagen AG. BMW gaben zuletzt rund ein Prozent auf 36,20 Euro nach und standen damit am Dax-Ende. DaimlerChrysler pendelten um den Vortagesschluss bei 51,44 Euro. Volkswagen standen mit 0,40 Euro auf 50,51 Euro im grünen Bereich.

Die Hoffnung auf eine Erholung im Hightechsektor zieht Geld aus den defensiven Werten ab. Die Aktie der Post war mit einem Minus von 1,54 Prozent auf 17,25 größter Verlierer. Auch MLP gab wieder leicht nach.

Neuer Markt bleibt volatil

Am Neuen Markt warnen Händler davor, die Erholung am Freitag als Trendwende zu interpretieren. Primacom gehörte am Montag mit einem Minus von 8,83 Prozent auf 6,30 Euro zu den größten Verlierern. Der Kabelnetzbetreiber hat zu Wochenbeginn schlechte Halbjahreszahlen vorgelegt. Laut einem Bericht des Handelsblattes hätten außerdem die Kabelnetzbetreiber UPC und Primacom ihre geplante Fusion um sechs bis acht Wochen verschoben.

Die arg gebeutelten Medientitel Kinowelt und Senator, die in dieser Woche Zahlen vorlegen, tendierten fester. Kinowelt gehörte mit einem Plus von knapp zehn Prozent auf bescheidene 1,28 Euro zu den Spitzenreitern im Nemax 50. Senator kletterten knapp elf Prozent auf rund drei Euro.

Analytik Jena AG verbesserten sich um 8,35 Prozent auf 14,41 Euro. Das Biotech-Unternehmen hatte zuvor für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres 2001 einen um 66,7 Prozent auf 0,880 Mio. Euro gestiegenen Nettogewinn ausgewiesen. Die Gesellschaft bekräftigte zudem ihre Umsatzprognose von 38 Millionen Euro für das laufende Geschäftsjahr.

Spekulationen um Kamps

Übernahmespekulationen haben der Aktie des Düsseldorfer Bäckers Kamps Auftrieb gegeben. Das im M-Dax Papier verteuerte sich zuletzt um 5,60 Prozent auf 7,55 Euro. Nach einem Bericht des "Handelsblattes" soll Kamps mit dem italienischen Barilla-Konzern über eine Kooperation sprechen. Unklar sei, ob Barilla Kamps-Aktien kaufe. Vorstandschef Heiner Kamps erklärte daraufhin, ihm lägen derzeit keine meldepflichtigen Informationen über eine Beteiligung vor. Darüber hinaus sei es falsch, dass Kamps mit dem italienischen Nahrungsmittelkonzern derzeit in Gesprächen sei. Man habe in der Vergangenheit, wie in der Branche üblich, Kontakt aufgenommen, ergänzte Kamps. "Zur Zeit gibt es aber nicht Akutes".

Euro etwas leichter

Der Euro wurde mit 0,9101 Dollar gehandelt nach 0,9121 Dollar am späten Freitag. Vor der Zinsentscheidung der EZB am Donnerstag halten sich Händler mit Engagements zurück.