Börse am Mittag: Techtitel treiben Indizes nach oben - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Techtitel treiben Indizes nach oben

Die Rallye der Technologietitel geht weiter. Infineon und T-Aktie verbuchen satte Gewinne. Am Neuen Markt beflügeln Verkaufsgerüchte die Aktie von Pixelpark.
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Frankfurt am Main – Positive Futures deuten auf eine freundliche Eröffnung in den USA hin. Der Dax gewann bis zum Mittag 2,2 Prozent hinzu und kletterte auf 6063 Zähler. Der Nemax All Share gewann 4,1 Prozent, der Blue-Chip-Index Nemax 50 kletterte um 5,7 Prozent auf 1579 Punkte.

Der Chiphersteller Infineon profitierte am stärksten von den Quartalszahlen von Intel und gewann 6,1 Prozent auf 49,15 Euro. Intel hat zwar einen Gewinneinbruch erlitten, will im zweiten Halbjahr aber wieder ein deutlich besseres Ergebnis vorweisen. SAP, Siemens und Epcos folgten mit Kursgewinnen zwischen 4,2 und 4,6 Prozent.

Deutsche Telekom ohne Gnade

Die Aktie der Deutschen Telekom (plus 5,7 Prozent auf 29,20 Euro) profitierte nicht nur von den guten Vorgaben für Hightechwerte. Der Bonner Telekomriese hat auch ernsthaft damit begonnen, bei anderen Telefonfirmen Schulden einzutreiben. Heute um 18 Uhr sollen die Leitungen zum angeschlagenen Call-by-Call-Anbieter Callino endgültig gekappt werden.

Auch die Deutsche Bank zog um 2 Prozent auf 88,10 Euro an. Die Aktien der US-Investmentbanken konnten bereits in den vergangenen Tagen zulegen, sagte ein Händler. Sollten sich die Wachstumsmärkte weiter erholen, dürfte dies auch dem Emissionsgeschäft der Investmentbanken zugute kommen. Auch Dax-Schwergewicht DaimlerChrysler baute bis zum Mittag seine Kursgewinne auf 2,2 Prozent aus und stieg über die Marke von 53 Euro.

Neuer Markt erholt sich

Nach seiner vorösterlichen Rallye hat der Neue Markt am Dienstag eine Verschnaufpause eingelegt. Der Nemax 50 hatte in der Vorwoche rund 12 Prozent hinzugewonnen. Nachdem der Index bis zum Mittag seine Vortagesverluste beinahe ausgeglichen hat, sind Händler optimistisch, dass die Erholung anhält.

Pixelpark bleibt wie in den Vortagen Spitzenreiter mit einem satten Zuwachs von rund 30 Prozent. Hier greifen institutionelle Anleger weiter zu, allerdings steigt das Risiko von Gewinnmitnahmen. Der Pennystock Heyde (plus 30 Prozent) sowie Adva Optical (plus 16 Prozent) gehörten ebenfalls zu den größten Gewinnern im Nemax 50.

Gerüchte beflügeln Pixelpark

Hartnäckig halten sich Gerüchte, die Deutsche Telekom wolle Pixelpark übernehmen, schreibt die Privatbank Merck Finck in einer Kurzstudie. Klaus Eierhoff, zuständiger Vorstand des Hauptanteilseigner Bertelsmann und Aufsichtsratschef von Pixelpark, habe sich zwar hinter das Unternehmen gestellt. Da Eierhoff jedoch einen Verkauf des 58 Prozent umfassenden Aktienpakets nicht ausdrücklich ausgeschlossen habe, erhielten die Verkaufsgerüchte neue Nahrung.

Der marktbreitere Nemax All Share notierte am Mittag 4,2 Prozent fester. Die Aktien der Abit AG schossen um mehr als 30 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen hat mit der HypoVereinsbank einen Lizenzvertrag im Wert von mehreren Millionen Euro abgeschlossen.

Die Aktien des Seniorenheimbetreibers Refugium gewannen trotz schlechter Nachrichten vier Prozent hinzu. Laut einem Bericht des Handelsblattes weitet sich die Krise bei Refugium aus. Refugium hatte vor einer Woche "Zahlungsstörungen" bei den Gehältern eingeräumt.

Die Caatoosee AG profitierte von der Ankündigung des Vorstandschefs Guido Alt, wonach das Unternehmen bereits 2002, ein Jahr früher als geplant, die Gewinnzone erreichen will. Die Aktie zog um 25 Prozent an.

Zahlen von Apple und AOL erwartet

Die Woche der Wahrheit für die Hightech-Branchenführer wird heute mit Quartalszahlen weiterer US-Schwergewichte fortgesetzt. Die Hightechriesen Apple, AOL und Siebel legen heute Zahlen für das erste Quartal vor und geben einen Ausblick auf ihre Geschäftserwartungen.

Die Märkte haben die schlechten Quartalszahlen von Cisco offenbar gut verdaut. Der Chiphersteller Intel lag trotz eines Gewinneinbruchs mit seinem Quartalsgewinn immer noch 1 Cent über den Markterwartungen, und Texas Instruments übertraf die drastisch reduzierten Erwartungen sogar um 2 Cent.

Intel leidet unter einem Gewinneinbruch, bleibt für das Gesamtjahr aber optimistisch. Texas Instruments tritt auf die Kostenbremse und will massiv Personal abbauen, während Microsoft auf Stellenstreichungen vorerst verzichtet. Nach Ansicht von Händlern reagiert der Markt zunehmend gelassen auf schlechte Nachrichten, während ein positiver Ausblick wie bei Intel für ein Kursplus sorgt.

Der Euro droht erneut unter 88 Cent zu rutschen. Die Währung notierte am Mittag schwächer mit 0,8805 Dollar nach 0,8890 Dollar am Vortag.