Börse am Mittag Versicherungswerte erholen sich
Frankfurt am Main - Der Dax gab bis zum Mittag 1,9 Prozent auf 4155 Zähler ab. Der Nemax 50 fiel um 2,6 Prozent auf 809 Punkte. Zwar haben die Zinssenkungen der Notenbanken gestern eine Verkaufspanik verhindert. Allerdings bleibt die Situation an den Märkten kritisch.
Nur wenige Gewinner
Die T-Aktie sowie die Titel der Versicherungskonzerne Allianz und Münchener Rück sowie der Post AG zeigten sich gegen den schwachen Gesamttrend behauptet. Die Spitze stürmte am Mittag der Touristikkonzern Preussag : Offenbar halten Anleger nach dem Kurseinbruch die Zeit für Schnäppchenkäufe gekommen.
Adidas droht Eigentor
Die Aktie von Adidas gehörte gemeinsam mit Infineon zu den größten Verlierern im Index. Adidas will für etwa 75 Millionen Euro zehn Prozent der Anteile der zu gründenden FC Bayern AG übernehmen. Auch nach der geplanten Umwandlung des FC Bayern in eine Aktiengesellschaft ist nach Angaben von adidas-Chef Herbert Hainer "zunächst" kein Börsengang geplant.
Die Unsicherheit über die weitere polititsche und wirtschaftliche Entwicklung ist Gift für die Börse: Immer mehr Experten gehen davon aus, dass das Verbrauchervertrauen in den USA weiter abnehmen und das Land in eine Rezession rutschen wird. Dies belastete erneut die Autobauer, allen voran DaimlerChrysler .
Fluggesellschaften weiter unter Druck
Die Aktie der Lufthansa gab um weitere fünf Prozent nach. Hiobsbotschaften bei den Fluggesellschaften häufen sich. KLM Royal Dutch Airlines erwartet einen Gesamtjahresverlust. Auch die belgische Fluggesellschaft Sabena hat Alarm geschlagen. Darüber hinaus will die Fluggesellschaft US Airways 11.000 Stellen streichen.
Massenentlassungen bei Banken?
Nach Informationen der "Welt" steht in den Frankfurter Großbanken ein massiver Stellenabbau bevor, der weit über die bisherigen Pläne hinausgeht. Bei der Dresdner Bank zum Beispiel sollen nach der Übernahme durch die Allianz zusätzlich 1.300 Arbeitsplätze bis Ende 2003 gestrichen werden. Die Titel der Allianz zeigten sich behauptet, während die Deutsche Bank rund drei Prozent abgab.
Biodata: Sicherheit gefragt
Der Nemax 50 gab bei geringen Umsätzen weiter nach. Auf dem aktuellen Rekordtief-Niveau wollen zwar nur wenige verkaufen, aber noch weniger kaufen.
Die Aktien des Biotechnologie-Unternehmens Qiagen gaben bei hohen Umsätzen ebenso wie ConSors deutlich nach. Die Qiagen-Aktie sei ein "qualitativ gutes Papier", sagte ein Händler. Jedoch hat sie aufgrund der relativen Stärke und der hohen Bewertung in den vergangenen Tagen starke Verluste hinnehmen müssen.
Die Aktien von Biodata setzten sich mit zweistelligen Zuwächsen an die Spitze im Index. Das Unternehmen bietet Sicherheitslösungen für Telefone, Faxe, PCs oder Videokonferenzen an.
Dow Jones erlebt größten Tagesverlust in seiner Geschichte
Massive Kursverluste bei Fluglinien, Reiseunternehmen und Versicherungen hatten gestern für den größten Tagesverlust in der Geschichte des Dow Jones gesorgt. Der Index gab am Montag um 7,1 Prozent (684 Punkte) auf 8920 Punkte nach, der Nasdaq Composite verlor 6,8 Prozent auf 1579 Zähler. Die US-Notenbank, die EZB sowie die Notenbanken von Kanada, Schweden und der Schweiz haben am Dienstag jeweils ihre Zinssätze gesenkt und die Märkte gestützt.
Euro etwas leichter
Der Euro gab wieder nach. Er wurde am Mittag mit 0,924 Dollar gehandelt, nachdem er am Montag kurzzeitig die 93-Cent-Marke überschritten hatte. Heute werden die Verbraucherpreise für August in der Euro-Zone bekannt gegeben.