Börse am Mittag: Warnung vor dem jähen Ende - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Warnung vor dem jähen Ende

Nach einer kurzen Pause setzen Dax und Nemax ihre Klettertour fort. Händler am Neuen Markt warnen vor einem jähen Ende der Rallye.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main –Dax und Nemax bauten ihre Gewinne bis zum Mittag wieder aus. Die Rallye der Technologiewerte hält an, obwohl Anleger vor Bekanntgaben der US-Arbeitsmarktdaten heute Mittag erste Gewinne mitnehmen. Der Dax notierte um 12 Uhr 1,2 Prozent im Plus bei 5337 Zählern, während der Nemax 50 um 2,1 Prozent auf 1279 Zähler zulegte.

Größter Gewinner war am Mittag das Papier des Einzelhandels-Konzerns Metro   mit einem Zuwachs von 4,8 Prozent auf 42,22 Euro. Die US- Investmentbank Merrill Lynch hat die Papiere heraufgestuft. Auch Lufthansa   und DaimlerChrysler   verteidigten ihre Gewinne von jeweils rund drei Prozent.

Infineon weiterhin gefragt

Die Aktie des Chipherstellers Infineon   setzte am Freitag den Kursanstieg fort und verteuerte sich um weitere 4,4 Prozent auf 27,35 Euro. Im Windschatten von Infineon präsentierten sich auch die Aktien der Konzernmutter Siemens   und Epcos   den dritten Tag in Folge fest. Am Mittag zogen auch die Papiere des Softwareherstellers SAP an.

Investoren setzen darauf, dass die Chipindustrie nach dem Preisverfall des Vorjahr zu neuem Leben erwacht, sofern die Überkapazitäten abgebaut werden. Doch nach den deutlichen Kursgewinnen von Infineon wächst die Gefahr von Gewinnmitnahmen stetig. Besonders bei den Technologietiteln am Neuen Markt warnen Händler vor Überhitzung.

Auto-Absatz gestiegen

Die deutschen Hersteller haben ihren Absatz in den USA verbessert. Während BMW trotz Konjunkturflaute ein deutliches Absatzplus von 12,5 Prozent damit einen neuen Rekord erzielte, konnte Volkswagen   seinen Absatz nur marginal steigern. Bei BMW drückten jedoch Gewinnmitnahmen nach dem Motto "sell on good news". Volkswagen verzeichnete am Freitag immerhin ein bescheidenes Plus. Den deutlichen Zuwachs bei DaimlerChrysler   führten Händler auch auf die Präsentation des Chrysler-Modells "Crossfire" während der "Detroit Motor Show" zurück.

Die Nachfrage bei den Technologietiteln ging zu Lasten defensiver Werte: Die Versorger Eon   und RWE   gaben ebenso wie Henkel   gegen den freundlichen Trend nach.

Händler warnen vor Blase am Neuen Markt

Der Nemax 50 war bereits gestern um satte 7,4 Prozent gestiegen und kletterte bis Freitagmittag Richtung 1300 Punkte. "Es wird einfach gekauft, obwohl der Markt seit September fast schon 100 Prozent zugelegt hat", kommentierte ein Händler. Die hohen Kurse würden allerdings kaum durch die Konjunkturdaten untermauert.

"Der Neue Markt ist in den vergangenen Tagen um 13 Prozent gestiegen - das ist mit fundamentalen Daten nicht zu begründen", ergänzte ein Händler einer Großbank. Es werde "Liquidität in der Märkte hinein gequetscht". Selbst die mit Technologiewerten gespickte Nasdaq sei nicht so stark gestiegen. "Wir könnten dann auch wieder nach unten übertreiben", hieß es.

Der Telekom-Dienstleister Carrier 1   will alle ausstehenden hochverzinslichen Anleihen zurückkaufen. Die Anleihen könnten gegen Bargeld und Aktien eingetauscht werden. Die Aktie des angeschlagenen Unternehmens kletterte um 21 Prozent auf 1,89 Euro und übernahm die Spitze im Nemax 50.

Auch die Aktien des Chipkartenspezialisten ACG   kletterten den vierten Börsentag in Folge. Die Papiere legten bis zum Mittag weitere 8,1 Prozent zu.

Rallye in Tokio - Euro fällt unter 90 Cent

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am ersten Handelstag des neuen Jahres bei verkürzten Handelszeiten deutlich angezogen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte legte um 3,1 Prozent zu und schloss beim Stande von 10.871 Punkten. Sony war mit einem Plus von 7,2 Prozent einer der größten Gewinner.

Der Euro notierte am Mittag bei 0,896 Dollar. Zum Start des Euro-Bargeldes hatte die Gemeinschaftswährung nur kurzzeitig die 90-Cent-Marke übersprungen.