Börse am Morgen 5000-Punkte-Marke im Visier
Frankfurt am Main - Der Dax kletterte im frühen Handel um rund ein Prozent auf 4983 Zähler und tastet sich wieder Richtung 5000-Punkte-Marke vor. Der Nemax 50 legte nach der Rallye an der Nasdaq 2,6 Prozent auf 1267 Punkte zu.
Die Technologiewerte, die seit dem Rückgang des US-Verbrauchervertrauens die größten Einbußen erlitten hatten, zählten zum Handelsbeginn zu den größten Gewinnern: Infineon , SAP , Siemens und Epcos kletterten zwischen 3,5 und 1,6 Prozent.
In den USA hat sich die Stimmung ein wenig aufgehellt, nachdem der Rückgang des Verbrauchervertrauens zu Wochenbeginn noch für starke Verluste gesorgt hatte. Insbesondere Technologiewerte tendierten freundlich, nachdem Palm, Brocade und Novell mit ihren Zahlen die Anleger erfreut hatten. Ob sich die Erholung fortsetzt, hängt heute vor allem vom US-Einkaufsmanagerindex der Universität Chicago und von den vorläufigen Zahlen zum US-Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal ab.
Erholung bei Finanztiteln
Die Aktien der HypoVereinsbank (plus 2,2 Prozent) und Deutsche Bank (plus 0,9 Prozent) erholten sich ebenfalls von ihren Vortagesverlusten. In den USA konnten Finanztitel wie J.P. Morgan Chase und Citigroup , die um ihre Kredite für den von der Pleite bedrohten Energieriesen Enron fürchten müssen, im späten Handel ihre Verluste reduzieren. Dies half auch den deutschen Titeln.
Auch im Versicherungssektor setzte sich die freundliche Tendenz fort. Bereits gestern hatten Allianz und Münchener Rück zugelegt, obwohl der Rückversicherer die Schadenschätzung von 2,1 Milliarden Euro nach den Anschlägen in New York bekräftigt hat. Beide Titel kletterten am Freitag im frühen Handel um 0,7 Prozent, die Münchener Rück notiert wieder über 300 Euro.
Eon: Expansion in Frankreich?
Zu den größten Gewinnern im Dax zählte am Freitag die Deutsche Lufthansa mit einem Plus von zuletzt 2,3 Prozent. Lufthansa-Chef Jürgen Weber hat Hoffnungen bekräftigt, der Konzern könne in diesem Jahr im operativen Ergebnis trotz des Einbruchs bei den Passagierzahlen noch eine schwarze Null erreichen.
Die Aktie von Eon zeigte sich von neuen Expansionsgerüchten zunächst unbeeindruckt. Der Versorger will sich laut Presseberichten durch einen Aktientausch mit dem französischen Bau- und Telekomunternehmen Bouygues in die Spitzengruppe des internationalen Wassermarktes etablieren.
Die Spekulationen um einen möglichen Abbruch der geplanten Übernahme des Fernsehkabels der Deutschen Telekom durch Liberty Media haben der T-Aktie bislang nicht geschadet. Das Papier gewann im Gegenteil am Donnerstag rund 1,2 Prozent auf 18,27 Euro hinzu und kletterte am Freitag weiter auf 18,39 Euro. Lediglich Fresenius gab am Freitag zum Börsenstart leicht nach.
Postbank an Consors interessiert
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Beim Online-Broker ConSors stehen angeblich die Kaufinteressenten Schlange. Die "Financial Times Deutschland" berichtet, dass die Postbank bereits Mitte Dezember ein konkretes Angebot zum Erwerb von Consors vorlegen will.Auch die Commerzbank und die Hypovereinsbank seien bereit, die unterbrochenen Übernahmeverhandlungen wieder aufzunehmen. Die Aktie kletterte zum Auftakt um knapp acht Prozent auf 10,70 Euro. Lediglich die Papiere von EM.TV und Adva , die von Zockern hochgetrieben wurden, verzeichneten größere Gewinne.
Kinowelt: Vom Medienstar zur Sternschnuppe
Die angeschlagene Kinowelt Medien hat ihren Verlust in den ersten neun Monaten 2001 gegenüber dem ersten Halbjahr deutlich ausgeweitet. Die Film- und Mediengruppe berichtete ein Betriebsergebnis von minus 272,2 Millionen Euro nach minus 161,9 Millionen Euro zum Ende des ersten Halbjahres. Die akute Insolvenzgefahr bestehe fort, hieß es. Die Aktie klettert um 2,1 Prozent auf bescheidene 0,48 Euro.
Tokio freundlich
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Freitag freundlich geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte ging mit einem Gewinn von 0,4 Prozent beim Stand von 10 697 Punkten ins Wochenende. Der breit angelegte TOPIX verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 1050 Zähler. Der Euro notierte dagegen praktisch unverändert mit 0,8872 Dollar.