Börse am Morgen: Abtauchen zum Handelsstart - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Abtauchen zum Handelsstart

Sämtliche Dax-Werte starten im Minus, die Indizes holen die späten Verluste der Wall Street nach. Technologietitel geben am stärksten ab. VW und BMW halten sich wacker, die Hoffnung auf Erholung nach schwachem Start bleibt.
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Frankfurt am Main - Der Dax 30 rutschte gleich zu Handelsbeginn mehr als 100 Punkte (2,1 Prozent) ins Minus und notierte bei 5105 Zählern. Der Nemax 50 gab 4,1 Prozent auf 994 Punkte ab. Börsianer hoffen dennoch auf eine leichte Erholung am Vormittag, da die schlechten Vorgaben der Nasdaq den Handelsstart belastet haben.

Schwache US-Technologieaktien haben die Rallye der Standardwerte am Dienstag ausgebremst. Heute und morgen beginnen in den USA Analystenkonferenzen zu den großen Techwerten: Dan Niles, Analyst von Lehman Brothers, befürchtet, der Chipriese Intel werde am Donnerstag seine Umsatzprognose nach unten korrigieren.

Der Chiphersteller Infineon war mit einem Verlust von vier Prozent auf 25,17 Euro schwächster Wert im Dax. Auch die anderen Technologietitel SAP, Siemens, Epcos und Deutsche Telekom verloren zwischen 3,5 und 2,1 Prozent. Auch DaimlerChrysler verlor 2,1 Prozent auf 47,70 Euro: Der Absatz von Chrysler in den USA ist deutlich gesunken, während Mercedes Benz ein Rekordergebnis eingefahren hat.

Deutsche Autos in USA gefragt

Die deutschen Autotitel hatten gestern deutliche Gewinne verbucht. Die Absatzzahlen für Pkw in den USA sind zwar insgesamt gesunken, doch Volkswagen, BMW und Co. konnten ihren Absatz um 13 Prozent steigern. Volkswagen (minus 0,1 Prozent) und BMW (minus 0,6 Prozent) hielten ihre Verluste zu Handelsbeginn in Grenzen und gehörten gemeinsam mit Henkel (minus 0,3 Prozent) zur Spitzengruppe im Dax.

Neuer Markt: Vortagesgewinne futsch

Am Neuen Markt gehörte Mobilcom (plus 1,0 Prozent) zu den wenigen Gewinnern. Größter Verlierer war der Netzbetreiber Primacom mit einem Minus von 15 Prozent: Gestern noch hatte Primacom davon profitiert, dass Liberty Media das Kabelnetz der Deutschen Telekom kauft.

Signal für Konjunkturbelebung

Der Bundesverband für Einkaufsdirektoren in den USA hat gestern einen Anstieg seines August-Indexes auf 47,9 von 43,6 Punkten gemeldet. Das war die kräftigste Erholung seit fünf Jahren und wird als Signal für eine Belebung der US-Konjunktur gewertet. Börsianer befürchten jedoch, dass dabei die Old und New Economy getrennt marschiert: Die Technologie- und Wachstumswerte bleiben das Sorgenkind. Weiterhin sinkt nach dem Signal für eine Konjunkturerholung die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank ein weiteres Mal die Zinsen senkt.

Aufschwung auf Arbeitsmarkt beendet

Die Arbeitslosenzahlen aus Deutschland dürften auch nicht zu einer Verbesserung der Stimmung beitragen. Der Monat August hat nach Einschätzung von Experten das Ende des seit 1998 andauernden Arbeitsmarkt-Aufschwungs gebracht. Nach den Berechnungen der Fachleute ist die Zahl der Erwerbslosen im Jahresvergleich erstmals seit mehr als drei Jahren wieder angestiegen. Mit rund 3,9 Millionen seien im Vormonat rund 10.000 Menschen mehr ohne Arbeit gewesen als im August 2000.

Nikkei taucht wieder ab, Euro unter Druck

Die asiatische Leitbörse in Tokio ist nach der kurzen Erholung am Montag wieder eingebrochen. Verluste der Technologieaktien bescherten dem Nikkei-Index für 225 führende Werte einen Verlust von 173 Punkten (1,6 Prozent) auf 10598 Zähler. Sony, NEC und Toshiba gehörten zu den größten Verlierern. Der Euro tendierte am Morgen bei 0,8885 Dollar.