Börse am Morgen Aktie Gelb schmiert ab
Frankfurt am Main - Der Dax fiel am Morgen tief in die Verlustzone und notierte um 9.30 Uhr auf 4308 Zählern, ein Minus von 1,4 Prozent. Die Nebenwerte konnten ihre Verluste begrenzen. Der MDax gab um 0,6 Prozent auf 3869 Punkte nach. Am Neuen Markt verlor der Auswahlindex Nemax 50 rund 1,6 Prozent auf 561 Punkte.
T-Aktie weiter auf Höhenflug
Bei sehr hohen Umsätzen präsentierte sich die T-Aktie am Morgen zwar schwankungsanfällig, hielt sich jedoch meist an der Spitze der Gewinnerliste. Zuletzt notierte das Papier rund 1,6 Prozent fester auf 11,50 Euro. Weiterhin unklar ist die Zukunft von Telekom-Chef Ron Sommer. Der angesichts des dramatischen Kursverfalls der T-Aktie unter Druck geratene Vorstandsvorsitzende lehnt einen Rücktritt ab. Er sei der festen Überzeugung, er habe sich nichts vorzuwerfen, hieß es am Dienstagabend in Sommers Umfeld. Nach ARD-Informationen ist eine möglichst rasche Ablösung Sommers in der Bundesregierung jedoch bereits ausgemacht. Bundeskanzler Gerhard Schröder und Finanzminister Hans Eichel hätten sich vergangene Woche darauf verständigt, meldete die "Tagesschau". Am Dienstag bescherten die Gerüchte um seine Ablösung der T-Aktie einen Aufschlag von 6,8 Prozent auf 11,32 Euro.
Zu den größten Verlierern gehörten die Versicherer. Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück hat seine Rückstellungen für die Schäden der Anschläge vom 11. September und bei der defizitären US-Tochter American Re erhöht, was das Ergebnis des zweiten Quartals mit insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro belasten wird. Ein erfreulicher Verlauf des Rückversicherungsgeschäfts und Kursgewinne aus dem Verkauf von Allianz-Beteiligungen ließen aber dennoch einen hohen Überschuss für das erste Halbjahr erwarten, teilte die Münchener Rück am Mittwoch mit. Die Börse reagierte auf die Ankündigung mit einem Kursabschlag von 4,6 Prozent auf 231,90 Euro. Die Allianz-Aktie verlor 4,7 Prozent auf 192,35 Euro.
Analystenkommentare drücken Techwerte
Ebenfalls deutlich schwächer präsentierte sich die Deutsche Post . Die 'Aktie Gelb' rutschte auf 12,65 Euro, ein Minus von 4,2 Prozent. Die Deutsche Post hat wegen der beabsichtigten Entscheidung der Regulierungsbehörde zur Preisregulierung ihre Ergebnis- und Umsatzprognosen für die Jahre 2003 bis 2007 deutlich reduziert und erwägt außerdem den Abbau von bis zu 10.000 Stellen. Sollte die Entscheidung der Regulierungsbehörde so wie geplant umgesetzt werden, rechnet die Post für den gesamten Zeitraum 2003 bis 2007 mit einem Ertragseinbruch von 1,5 Milliarden Euro.
Im roten Bereich notierten auch wieder die Technologiewerte SAP , Siemens , Epcos und Infineon . In einer Studie zu Halbleiter-Ausrüstern äußerte sich Merrill Lynch skeptisch: In den vergangenen Wochen sei die Wahrscheinlichkeit deutlich gestiegen, dass die Aufträge im laufenden und im kommenden Jahr weiter schwach bleiben würden. Neben zahlreichen Halbleiterwerten an der Nasdaq verloren im Dow Jones auch die Aktien von Intel am Dienstag rund 2,9 Prozent auf 17,96 Dollar. Salomon Smith Barney hatten zuvor das Kursziel auf 27 Dollar gesenkt und für 2002 und 2003 ihre Ergebnisprognosen zurück genommen.
Gute Nachrichten von IDS Scheer
Am Neuen Markt kletterte die Aktie von IDS Scheer um über acht Prozent auf 6,85 Euro. Der IT-Dienstleister hat im ersten Halbjahr nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 87 Millionen Euro erzielt. Damit sei der Vorjahreswert von 75,9 Millionen Euro deutlich übertroffen worden, hieß es in einer Mitteilung von Börseneröffnung. Das operative Ergebnis verdoppelte sich in den ersten sechs Monaten im Jahresvergleich nahezu: von 4,5 auf acht Millionen Euro. Gleichzeitig erhöhte sich die Ebit-Marge, also das Verhältnis des Gewinns vor Steuern und Zinsen zum Umsatz von 5,9 auf 9,2 Prozent./
Schwache Vorgaben aus New York - Euro auf dem Weg zur Parität
Dow Jones schließt nahe Tagestief
Der amerikanische Standardwerte-Index Dow Jones verlor am Dienstag 1,9 Prozent auf 9096 Punkte. Der Nasdaq schloss 1,7 Prozent schwächer bei 1381 Zählern. Trotz der Sorge um die anhaltende Schwäche des Dollar und einer pessimistischen Halbleiterstudie von Merrill Lynch hatten die Börsenbarometer zuvor mehrfach um ihre Vortagesschlussstände gependelt.
Bush kündigte ein hartes Durchgreifen gegen Bilanzfälscher an: "Wir müssen eine neue Ära der Rechtschaffenheit einläuten", sagte er. Zudem kündigte er eine Arbeitsgruppe für Wirtschaftskriminalität unter der Leitung des stellvertretenden Justizministers an. Geplant sei, die Zahl der Ermittler zu erhöhen, die Höchststrafe für Wirtschaftsvergehen zu verdoppeln und die Publizitätspflichten zu verschärfen.
Börsianer kritisieren Pläne als Augenwischerei
Marktteilnehmer bewerteten seine Aussagen jedoch als Aktionismus und Augenwischerei. Dadurch werde niemand ernsthaft von Betrügereien abgehalten. Um die in jüngster Zeit bekannt geworden Bilanzmanipulationen dauerhaft zu unterbinden, müsse stattdessen die enge Verflechtung der Unternehmen mit den Investmentbanken aufgelöst werden, hieß es weiter. Ob dies jedoch gelinge, sei sehr zweifelhaft.
Tagesverlierer im Dow Jones waren die Aktien des Pharmakonzerns Merck & Co. . Einen Tag nach erneuten Enthüllungen fragwürdiger Bilanzierungspraktiken verlor der Titel 4,3 Prozent auf 45,75 Dollar. Die Analysten von Merrill Lynch erwarten, dass die anstehenden Quartalszahlen durch Umsatzrückgänge und sinkende Gewinnspannen belastet werden dürften. Auch die künftige Nutzung der Genom-Datenbank der Genforscher Celera Genomics konnte der Aktie dabei keinen Auftrieb verleihen.
Deutliche Verluste in Tokio
Die Aktienbörse in Tokio hat am Mittwoch unter den Kursabschlägen in New York und der andauernden Abschwächung des Dollar zum Yen gelitten. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte sackte um 207,59 Punkte oder 1,9 Prozent ab und ging beim Stand von 10.752 Punkten aus dem Markt. Der breit angelegte Topix fiel ebenfalls stark um 12,88 Punkte oder 1,2 Prozent auf 1037 Zähler.
Euro auf dem Weg zur Parität
Der Kurs des Euro hat im frühen Handel am Mittwoch eine Pause auf dem Weg zur Parität zum Dollar eingelegt. Gegen 9.10 Uhr kostete die europäische Gemeinschaftswährung 0,9958 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag bei 0,9930 (Montag: 0,9828) Dollar festgesetzt.