Börse am Morgen Allianz-Aktie startet durch
Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte sind am Montag fest in die neue Woche gestartet und zeichneten damit zunächst die späte Aufwärtstendenz der Wall Street vom Freitag nach. Der Dax gewann 2,1 Prozent auf 3652 Punkte hinzu. Am Neuen Markt stieg der Auswahlindex Nemax 50 um 1,3 Prozent auf 536 Punkte.
Besonder gut kamen die Papiere der Allianz weg. In den ersten zwei Handelsstunden stieg ihr Wert um 8,5 Prozent und markiert damit den Spitzenwert im Dax.
Auch die T-Akie legte zu. Spekulationen um den möglichen neuen Telekomvorstand hatten das Papier am Morgen beflügelt. Der Titel kletterte bis 11.20 Uhr um 6,0 Prozent auf 12,43 Euro. Am Freitag hatte das Papier rund ein Prozent nachgegeben.
Künftiger Vorstandsvorsitzender könnte nach Angaben aus dem Bonner Konzern nahestehenden Kreisen der bisherige Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff werden. In den unternehmensnahen Kreisen wurden am Wochenende entsprechende Zeitungsmeldungen bestätigt. Die "Bild"-Zeitung berichtet dagegen, Middelhoff habe kein Angebot zur Übernahme der Führung der Deutschen Telekom. Ihm soll dagegen ein Angebot des Medienkonzerns AOL-Time-Warner aus den USA vorliegen.
Schering will weiter wachsen
In der Dax-Spitze fanden sich auch die Papiere des Pharmakonzern Schering wieder. Die Aktie stieg um 2,83 Prozent auf 50,49 Euro. Schering will auch in den kommenden Jahr seinen operativen Gewinn um zehn Prozent steigern. Das sagte Vorstandschef Hubertus Erlen dem "Handelsblatt". Das Unternehmen hatte im zweiten Quartal beim Betriebsgewinn ein Plus von sieben Prozent erzielt und sein Ziel bekräftigt, im laufenden Jahr seinen operativen Gewinn um zehn Prozent zu steigern. Diese Wachstumsrate strebe das Unternehmen auch für die nächsten Jahre an, sagte Erlen.
Die optimistische Gewinnprognose begründete der Konzernchef mit dem Wachstum der Hauptprodukte und dem US-Geschäft. Im zweiten Quartal hatte Schering den Umsatz in den USA kursbereinigt um 22 Prozent gesteigert. Bis zum 2005 soll der US-Erlös verdoppelt werden.
Die Investmentbank UBS Warburg hat Händlern zufolge indes das Kursziel für Schering von 70 auf 60 Euro gekürzt und den Wert mit "Halten" bestätigt.
Epcos und Infineon machen Boden gut
Zu den Gewinnern im Dax zählten ebenso die in der vergangenen Woche arg gebeutelten Papiere von Epcos , die um mehr als vier Prozent zulegten. Ebenso konnten Infineon mit einem Plus von rund zwei Prozent ihre Verluste vom Freitag zunächst wieder wett machen.
Die Deutsche Bank , die am Donnerstag ihre Halbjahreszahlen vorlegen wird, will offenbar bis Ende 2003 in Deutschland keine zusätzlichen Stellen mehr abbauen. Das hat Vorstandschef Josef Ackermann dem Konzernbetriebsrat während eines Treffens versichert, schreibt das "Handelsblatt". Beim Ergebnis erwarten Analysten indes einen deutlichen Rückgang. Die Aktie rückte am Vormittag rund 0,60 Prozent auf 57,15 Euro vor.
Schwache Konjunktur dürfte MAN und VW zusetzen
Bei Volkswagen schließen die Experten eine Gewinnwarnung nicht aus. Der Automobilkonzern am Dienstag die Halbjahreszahlen bekannt. Viele Analysten sind davon überzeugt, dass das Gewinnziel für 2002 nach unten korrigiert werden muss, glauben aber, dass dies bereits in den Aktienkurs eingepreist sei. Der Titel notierte zu Handelsbeginn leicht im Plus.
Die schwache Konjunktur und ungeplante Abschreibungen werden es auch dem Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN im laufenden Jahr schwer machen, seine Prognosen zu halten. "Das Ziel ist ausgesprochen sportlich", räumte Vorstandsvorsitzender Rudolf Rupprecht in einem Gespräch mit dem "Handelsblatt" ein. "Der eingebaute Spielraum bei den Planzahlen ist aufgebraucht", erklärte der Manager, doch 2003 werde mit Sicherheit besser, vor allem in der Lkw-Sparte. Die Aktie von MAN verlor zunächst 1,63 Prozent auf 19,36 Euro.
Die Aktienbörse in Tokio hat am Montag in Folge der positiven Vorgabe aus New York vom Freitag und der Festigung des Dollars zum Yen zugelegt. Der Nikkei stieg um rund 0,80 Prozent und ging beim Stand von 9666 Punkten aus dem Markt.
Um 15.00 Uhr Ortszeit notierte der US-Dollar deutlich fester mit 119,10-12 Yen, nachdem er am Freitag zum gleichen Zeitpunkt noch 117,62-65 Yen gekostet hatte. Der Euro wurde schwächer mit 0,9881-83 Dollar notiert, nach 1,0002-06 Dollar am Freitag zur gleichen Zeit.
Wall Street: Trüber Ausblick und neuer Bilanzskandal
Die vergangene Börsenwoche hatte wenig Anlass zu positiven Schlagzeilen geboten. Das galt nicht zuletzt für US-Konjunkturdaten. Ob Verbrauchervertrauen, Hausverkäufe, Nachfrage nach langlebigen Wirtschaftsgütern - statt der Hoffnung auf den ersehnten Konjunkturaufschwung schürten sie vielmehr Ängste vor einem Rückfall der Konjunktur in die Rezession. Erneut aufkeimendes Misstrauen um die Qualität der US-Konzernbilanzen schreckten die Investoren vor einem weiteren Engagement zusätzlich.
Obwohl der Dow Jones am vergangenen Mittwoch mit mehr als sechs Prozent den höchsten Tagesgewinn in seiner Geschichte verzeichnet hatte, schmolz das Wochenplus auf rund drei Prozent zusammen.