Börse am Morgen: Angst vor den Intel-Zahlen - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Angst vor den Intel-Zahlen

Nach frühen Gewinnen geht es wieder abwärts mit dem Dax. Gesucht sind vor allem defensive Titel wie Post und Schering. Technologietitel bleiben vor den Intel-Zahlen unter Druck.
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Frankfurt am Main -Der Dax legte zum Auftakt um 0,3 Prozent auf 5080 Punkte zu. Der Nemax 50 pendelte um den Vortagesschluss von 1184 Zählern, nachdem er am Vortag mehr als fünf Prozent verloren hatte. Gewinner im frühen Handel im Dax waren der Pharmakonzern Schering   und die Deutsche Post   . Bei den Wachstumswerten im Nemax 50 gehörten ComROAD   und die DAB Bank   zu den Gewinnern.

Finanztitel gut behauptet

Finanzwerte wie die Commerzbank, Hypovereinsbank, Deutsche Bank   und die Allianz   starteten gut behauptet. Nach US-Börsenschluss hatte der Finanzdienstleister Fanny Mae ein Ergebnis über den Erwartungen bekannt gegeben. Auch der Online-Broker Etrade überraschte mit seinen Quartalszahlen positiv. Die Allianz legte rund ein Prozent zu, obwohl nach Morgan Stanley nun auch Merrill Lynch den europäischen Versicherungssektor auf "neutral" heruntergestuft hat.

Warten auf Intel: Technologie unter Druck

Der Chiphersteller Intel   könnte heute mit positiven Quartalszahlen nach US-Börsenschluss für eine Trendwende sorgen. Der weltgrößte Chiphersteller wird heute nach Börsenschluss voraussichtlich einen Gewinn pro Aktie (EPS) von 11 Cent für das 4. Quartal 2001 ausweisen. Das erwarten die von Thomson Financial/First Call befragten Analysten. Im Vorjahresquartal hatte der weltweit führende Hersteller von Mikroprozessoren ein EPS von 38 Cent erwirtschaftet. Weiterhin werden heute der Netzwerkausrüster Juniper Networks und das Auktionshaus Ebay Zahlen melden.

Technologiewerte im Dax blieben im Vorfeld der Zahlen überwiegend unter Druck. Lediglich die Aktie der Deutsche Telekom   konnte sich ein wenig von den Vortagesverlusten erholen und legte 0,5 Prozent zu. Die Papiere von Siemens   , Epcos   und Infineon   gaben am Dienstag weiter nach nach.

Samsung und Corning belasten

Die Technologiewerte leiden unter schlechten Nachrichten von Corning und Samsung. Der Netto-Gewinn des südkoreanischen Elektronikkonzerns Samsung ist einem Zeitungsbericht zufolge im vierten Quartal 2001 um 65 Prozent zurückgegangen. Der Umsatz sei um elf Prozent gefallen. Samsung nahm keine Stellung zu den Angaben und verwies auf die Veröffentlichung seiner Quartalsergebnisse am Mittwoch. Auch der US-Glasfaserhersteller Corning wird im vierten Quartal einen höheren Verlust ausweisen als zunächst geplant.

Trübe Stimmung bei ThyssenKrupp

Im Blickpunkt steht heute auch die Aktie von ThyssenKrupp   : Der erstmals als alleiniger Vorstandsvorsitzender auftretende Ekkehard Schulz wird den Aktionären die schlechten Ergebnisse für 2000/01 und den noch schlechteren Start in das seit Oktober laufende Geschäftsjahr erläutern. Dabei steht nach Ansicht von Analysten dem Ruhrkonzern der konjunkturelle Tiefpunkt im Automobil- und vor allem im Stahlbereich erst noch bevor. Bis dahin kann wohl höchstens das Programm zur Effizienzsteigerung, das Schulz vortragen will, für Impulse sorgen. Neuer Markt knickt ein

Positive Nachrichten des US-Brokers Etrade sowie der DAB könnten für eine Erholung im Sektor sorgen. Die DAB Bank   hat im vergangenen Jahr einen Zuwachs von rund 130.000 neuen Depots verzeichnet. Das entspreche im Vergleich zum Vorjahr einem Wachstum von 30,5 Prozent auf 546.497 Depots, teilte die Online-Bank am Dienstag in München mit. Im vierten Quartal wurden den Angaben nach rund 20.000 Depots neu eröffnet. Die HypoVereinsbank ist mit 65 Prozent an der DAB Bank beteiligt. Die DAB legte im frühen Handel um knapp vier Prozent zu, aber auch die im Nemax 50 notierten Online-Broker wie ConSors   und comdirect   starteten mit Gewinnern.

Weiterer Gewinner im Nemax 50 war der Chipbroker ACG. Aufsichtsräte und Großaktionäre der beiden Chiphändler ACG   und ce Consumer Electronic   verhandeln nach Informationen der "Financial Times Deutschland" über einen Zusammenschluss der beiden Unternehmen. "Wir befinden uns in der Evaluationsphase", sagte ACG-Aufsichtsrat Theodor Prümm der Zeitung. Aus dem Umfeld der Verhandlungen verlautete, im Laufe des Frühjahrs solle eine Entscheidung fallen.

Die Fondswerte im Nemax 50, T-Online   und Qiagen   , gaben nach ihren kräftigen Vortagesverlusten zum Auftakt weiter nach. "Der derzeitige Abschwung ist ein Zeichen typisch deutscher Gründlichkeit", begründete ein Händler die Kursabschläge. Die US-Börsen hätten die Woche wieder mit niedrigeren Notierungen begonnen, derartige Verluste rechtfertige dies aber nicht.

Merrill Lynch vermiest die Stimmung

Der Dow Jones hatte am Montag 1 Prozent schwächer bei 9891 Zählern geschlossen. Der Technologieindex Nasdaq Composite gab um 1,6 Prozent auf 1990 Zähler nach. Die Rede des US-Notenbankchefs Alan Greenspan vom Freitagabend hatte auch am Montag die skeptischen Stimmen an der Wall Street gestärkt. Greenspan hatte erklärt, die Wirtschaft in den USA zeige bei weiter bestehenden Risiken erste Anzeichen einer Stabilisierung.

Außerdem hat Merrill-Lynch-Stratege Richard Bernstein am Montag dazu geraten, den Anteil von Anleihen auf 30 von bisher 20 Prozent anzuheben, Aktien auf 50 von 60 Prozent zu reduzieren und Bargeld mit 20 Prozent unverändert zu belassen. Es gebe derzeit nur eine dünne Grenze zwischen einem liquiditätsgetriebenen Markt, der eine Verbesserung der Fundamentaldaten erwartet, und einer Luftblase. Nach Intel und Ebay heute werden in dieser Woche noch General Motors, Yahoo, Citigroup, Ford, General Electric, IBM und Microsoft Geschäftszahlen vorlegen.

Nikkei deutlich schwächer

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Dienstag deutliche Verluste verbucht. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte gab um 233,54 Punkte oder 2,2 Prozent nach und beendete den Handel bei beim Stand von 10 208,05 Punkten. Der breiter angelegte TOPIX verlor 1,9 Prozent. Am Montag war die Börse in Japan wegen eines Feiertags geschlossen. Der Euro notierte am Morgen mit 0,8911 Dollar.