Börse am Morgen Anleger flüchten in defensive Titel
Frankfurt am Main - Der Dax gab im frühen Handel um 1,1 Prozent nach und notierte bei 5004 Zählern. Deutlicher fiel der Nemax 50, der 2,1 Prozent auf 1274 Zähler abgab. Anleger schichten in defensive Titel um: Lediglich ThyssenKrupp , Linde und Henkel notierten zum Auftakt minimal im Plus, während die Technoloietitel Epcos , Siemens und SAP zwischen 1,5 und zwei Prozent abgaben.
Von der Flucht in Standardwerte profitierte auch RWE : Die Aktie des Versorgers war gestern um mehr als vier Prozent gefallen, nachdem bekannt geworden war, dass der Allianz-Konzern durch die Ausgabe einer Wandelanleihe seine Beteiligung an RWE reduzieren will. Am Mittwoch notierte die Aktie behauptet.
Warten auf die US-Notenbank
Ein erneuter Rückgang des US-Verbrauchervertrauens im November hat die Aktienmärkte gestern weltweit belastet. Unter dem Eindruck der Entlassungswelle in der US-Industrie ist der Index zum fünften Mal in Folge gesunken: Zumindest der Technologieindex Nasdaq Composite konnte gestern im späten Handel seine Verluste auf 0,3 Prozent reduzieren, nachdem Fed-Gouverneur Laurence Meyer weitere Zinssenkungen in Aussicht gestellt hat. Weitere Aussagen über die Wirtschaftsentwicklung gibt die US-Notenbank heute in ihrem Beige-Book-Bericht.
Die Aktie der Deutschen Telekom gab im frühen Handel um 0,7 Prozent auf 18,70 Euro nach, nachdem die ersten Einzelheiten des Neun-Monats-Ergebnisses bekannt geworden waren. Danach ist der Fehlbetrag auf eine Milliarde Euro (1,9 Milliarden Mark) gestiegen. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch ein Plus von 8,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet der Vorstand ebenfalls mit Verlusten.
Auch die Autotitel starteten schwach. DaimlerChrysler konnte seine Verluste auf 0,8 Prozent begrenzen, während Volkswagen und BMW stärker nachgaben. BMW, DaimlerChrysler, Fiat, Ford und Renault wollen laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" bis 2008 eine eigene Formel-Eins starten.
BASF: Geldbuße belastet
Der Chemiekonzern BASF notierte 1,6 Prozent schwächer. Der Konzern rechnet damit, dass die Vitaminkartellbuße der EU das Ergebnis noch im Jahr 2001 belasten wird. "Ich kann bestätigen, dass die zusätzlichen Rückstellungen im 4. Quartal 2001 gebildet werden", sagte ein BASF-Sprecher der "Financial Times Deutschland". Auch die Aktie der Lufthansa geriet nach dem Gewinneinbruch bei der Air France unter Druck.
Neuer Markt: Ende der Rallye?
Der Mobilfunkanbieter MobilCom hat seinen Business-Plan für UMTS überarbeitet und seine Erwartungen deutlich nach unten korrigiert. "Wir rechnen mit monatlich 30 bis 35 Euro Umsatz pro Kunde", sagte Vorstandsvorsitzender Gerhard Schmid dem Magazin "Focus Money". Noch vor einem Jahr war MobilCom gegenüber Analysten von 60 bis 80 Euro ausgegangen. Die Aktie gab am Mittwoch 2,2 Prozent nach.
Die Aktie von Umweltkontor brach zum Auftakt um rund zehn Prozent ein. Der Anbieter alternativer Energien erwartet für das Gesamtjahr 2001 eine Verdoppelung des Vorjahresergebnisses, macht die Umsetzung dieser Prognose jedoch von der planmäßigen Fertigstellung aller Windparkprojekte im vierten Quartal und deren erfolgreicher Platzierung über Fonds abhängig.
Kinowelt: Frist läuft ab
Die Papiere der von der Insolvenz bedrohten Kinowelt Medien verloren erneut mehr als 20 Prozent. Die Frist für eine Einigung über den gekündigten Kredit der ABN Amro Bank läuft an diesem Mittwoch aus. Am Vorabend hatte der Filmrechtehändler nach Börsenschluss mitgeteilt, die Zusammenarbeit mit Warner Bros. International Television Distribution beendet zu haben. Die Zahlen für das dritte Quartal sollen kommenden Freitag vorgelegt werden.
Euro fester
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Mittwoch erhebliche Verluste verbucht. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte sackte nach den negativen Vorgaben der Wall Street um 324,08 Punkte oder 3,0 Prozent auf 10.624 Punkte ab. Der breit angelegte TOPIX verlor 2,4 Prozent auf 1.053 Zähler. Der Euro notierte am Morgen fester mit 0,8857 Dollar nach 0,8817 Dollar am Vortag.