Börse am Morgen Autowerte geben Gas
Frankfurt am Main - Nach den deutlichen Verlusten der vergangenen Handelstage starteten der Dax und der Nemax mit Gewinnen in den Dienstagshandel. Börsianer haben indes noch keine Entwarnung gegeben: Der Markt sei weiterhin angeschlagen, vorerst könne nur von einer technischen Erholung ausgegangen werden. Auch die positiven Kommentare der US-Notenbank vom Vortag hätten noch keine Klarheit über die weiteren Konjunkturaussichten gegeben. William Poole, Mitglied des Fed-Offenmarktausschusses, sagte, dass das reale US-Bruttoinlandsprodukt trotz der trüben Arbeitsmarktzahlen nicht sinken werde.
Die Blue Chips im Dax kletterten bis 9.30 im Durchschnitt um ein Prozent und hoben den Index auf 4716 Punkte. Am Neuen Markt kletterte der Nemax 50 auf 917 Zähler, ein Plus von 0,5 Prozent.
Im Blickpunkt der Anleger standen die Aktien der Commerzbank und der Automobilhersteller. Medienberichten zufolge ist die geplante Übernahme der Commerzbank durch die Großbank Unicredito gescheitert. Ursache seien unterschiedlichen Vorstellungen über den Preis der Transaktion gewesen, schreibt die "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe). Aus Kreisen von Unicredito sei verlautet, das Management der Commerzbank habe einen zu hohen Preis für eine Kontrollmehrheit der Italiener verlangt. In Frankfurt habe es geheißen, das derzeitige Börsenklima mache es fast unmöglich, bei derartigen Fusionsverhandlungen faire und vernünftige Lösungen zu finden. Die Börse quittierte den Abbruch der Verhandlungen mit einem Kursabschlag von 0,9 Prozent auf 23,24 Euro.
Zum Auftakt der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) stehen auch an der Börse die Automobilhersteller heute im Rampenlicht. Vor Börseneröffnung gaben BMW und Volkswagen Absatzzahlen bekannt. Die Münchner konnten in den ersten acht Monaten des Jahres weltweit ihren Absatz um neun Prozent steigern. Die Wolfsburger fuhren ein Plus von 2,7 Prozent ein. Porsche gab zudem die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2000/2001 bekannt. Das Ergebnis vor Steuern ist wie erwartet erstmals auf über eine Milliarde Mark gestiegen (Vorjahr: 848,5 Millionen Mark).
Die Aktien von DaimlerChrysler (plus 2,2 Prozent auf 44,41 Euro), BMW (plus 1,9 Prozent auf 35,55 Euro), Volkswagen (plus 0,7 Prozent auf 48 Euro) und Porsche (plus 3,7 Prozent auf 363,97 Euro) präsentierten sich dank der guten Nachrichtenlage etwas besser.
Die T-Aktie war der Überraschungssieger im frühen Handel. Nachdem das Papier der Deutschen Telekom am Vortag noch ein Rekordtief markierte und erstmals unter den Emissionspreis fiel, kletterte die Volksaktie am Dienstag um 2,2 Prozent auf 15,78 Euro und war der stärkste Wert im Dax.
Feste Vorgaben aus New York und Tokio
Die Vorgaben der internationalen Leitbörsen waren in Anbetracht des schwachen Börsenklimas gut: Der Dow Jones schloss am Montag nahezu unverändert, auf einem Stand von 9606 Punkten. Der breiter gefächerte S&P 500 kletterte um 0,6 Prozent auf 1093 Zähler. Die Nasdaq fuhr nach fünf schwachen Börsentagen zum ersten Mal wieder einen kleinen Gewinn ein: Der Technologieindex kletterte um 0,5 Prozent auf 1695 Punkte.
Die Tokioter Börse konnte sich am Dienstag von ihrem 17-Jahres-Tief vom Vortag leicht erholen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte stieg um 97,26 Punkte oder rund ein Prozent auf 10.292 Punkte. Der breiter gefasste Topix legte um 2,14 Punkte oder 0,2 Prozent auf 1058 Punkte zu.
Kurs des Euro bleibt unter 90-Cent-Marke
Die europäische Gemeinschaftswährung kostete gegen 9.10 Uhr 0,8989 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag noch auf 0,9047 (Freitag: 0,8952) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 2,1619 (2,1848) Mark gekostet.