Börse am Morgen Bäcker Kamps stürzt ab
Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte haben am Mittwoch leichter eröffnet. Der Dax fiel bis 9.30 Uhr um 0,7 Prozent auf 5804 Punkte zurück. Die Wachstumswerte im Nemax 50 zeigten sich zunächst schwächer, drehten dann aber mit 0,2 Prozent auf 1155 Punkte ins Plus. Die Aktienmärkte konnten damit nicht die guten Vorgaben der US-Börsen aufnehmen, sondern reagierten mit empfindlichen Abschlägen auf den schwachen Ausblick der amerikanischen Technologieriesen Apple und Intel.
Gedrückt wurden die Kurse von Technologie-Aktien auch durch die schwachen Zahlen des niederländischen Chipherstellers ASML. In den ersten sechs Monaten habe das Unternehmen einen Nettoverlust von 96 Mio. Euro verzeichnet, nachdem es im Vorjahr einen Nettogewinn von 149 Mio. Euro erzielt hatte. ASML erwartet den Aufschwung nicht vor der zweiten Jahreshälfte in 2002.
Im Dax standen folglich Technologiewerte in den ersten Handelsminuten erneut unter Verkaufsdruck. Die Aktien von Epcos, Siemens und Infineon gehörten zu den größten Verlierern bei den Standardwerten mit Kursabschlägen zwischen 0,72 und rund zwei Prozent. Die Papiere des Softwarekonzers SAP gaben einen Tag vor Bekanntgabe der Quartalszahlen 0,79 Prozent auf 147 Euro nach.
Vor Handelsbeginn meldete der Backkonzern Kamps Quartalszahlen auf Vorjahresniveau, schockte die Anleger aber gleichzeitig mit einer Gewinnwarnung. Ad hoc heißt es, dass der Großbäcker sein Ebit-Ziel für das Jahr von 2001 nicht erreichen wird. Anstatt der erwarteten 130 Millionen Euro werden jetzt nur noch 90 Millionen Euro erwartet. Die Papiere des im M-Dax notierten Unternehmen wurden von der Börse mit Verlusten von mehr als 25 Prozent auf rund acht Euro abestraft.
Schlechte Nachrichten auch vom Neuen Markt: DCI Database hat vorläufigen Zahlen zufolge im ersten Halbjahr 2001 den Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert von 7,4 Millionen Euro auf 15 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Der Umsatz sei im Berichtszeitraum von 4,1 Millionen Euro auf 6,7 Millionen Euro gestiegen, teilte das auf E-Commerce spezialisierte Unternehmen vor Handelsbeginn mit. Die Aktie fiel um mehr als zehn Prozent auf schlappe 1,69 Euro.
Intershop führten die Gewinnerliste im Nemax 50 mit Aufschlägen von 5,72 Prozent auf 3,51 Euro an. Das Online-Portal der Quelle AG soll einer Pflichtveröffentlichung des Softwareherstellers zufolge auf dessen E-Business-Plattform "Enfinity" umgestellt werden. Das Lizenz-Auftragsvolumen belaufe sich auf mehrere Mio. Euro.
Group Technologies stiegen um 19,05 Prozent auf 3,50 Euro. Der E-Security-Experte hat im zweiten Quartal sein Umsatzziel übertroffen und einen Gewinn von 0,10 DM pro Aktie ausgewiesen, nachdem das Unternehmen im vergleichbaren Vorjahreszeitraum noch einen Verlust von 0,03 Mark eingefahren hatte. Gleichzeitig bekräftigte das Unternehmen die Umsatzprognose von 17,8 Millionen Mark und die Prognose für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von etwa 1,8 Millionen Mark für das Jahr 2001.