Börse am Morgen Bankentitel unter Druck
Frankfurt am Main - Der Dax kletterte innerhalb der ersten halben Handelsstunde um rund 0,3 Prozent auf 5273 Zähler. Am Neuen Markt notierte der Nemax 50 auf 968 Punkten, ein Plus von 0,3 Prozent. Nur leicht über dem Vortagesschlusstand präsentierte sich der MDax, der auf 4443 Punkte stieg.
Die deutschen Börsen folgten damit den positiven Vorgaben der Wall Street. Dow Jones und Nasdaq hatten im späten Handel noch deutlich zugelegt. Auslöser für den Schlussspurt: US-Präsident George W. Bush äußerte sich erstmals deutlich zum eskalierenden Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern und drängte auf eine friedliche Lösung des Problems. Der Markt reagierte auf die Ankündigung erleichtert.
Weitere Impulse sollten heute von den US-Arbeitsmarktdaten ausgehen. Vor der New Yorker Börseneröffnung werden in Washington die Arbeitslosenzahlen für den Monat März mitgeteilt. Am Donnerstag teilte das Arbeitsministerium bereits einen Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 460.000 von 396.000 in der Vorwoche mit.
Die Bankentitel gehörten wieder zu den größten Verlierern. Die Aktie der HypoVereinsbank büßte 0,6 Prozent auf 40,75 Euro ein, während die Commerzbank um 0,1 Prozent auf 20,53 Euro nachgab und die Deutsche Bank um 0,2 Prozent auf 72,85 Euro fiel. Nach gescheiterten Verhandlungen in Los Angeles und München rechnen die Banken jetzt mit einer Insolvenz der KirchMedia. "Es ist vorbei", hieß es am Freitag in Verhandlungskreisen. Ein Bankmanager sagte, die Chance, dass es in den nächsten Tagen zur Insolvenz komme, habe sich "in der Nacht dramatisch auf 90 bis 95 Prozent erhöht". Der Insolvenzantrag werde bis spätestens Dienstag gestellt, wenn nicht noch ein Wunder geschehe.
Die Aktie der Allianz hielt sich leicht im Plus. Der Münchener Versicherungskonzern hält einem Zeitungsbericht zufolge trotz des Verkaufs eines Aktienpaketes an seinem Anteil am Chemieunternehmen BASF fest. "Die Gesellschaft bleibt weiter bei ihrem Engagement in der BASF", zitiert die "Financial Times Deutschland" Branchenkreise. BASF hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass die Allianz und ihre Tochter Allianz Lebensversicherung ihren Anteil am Chemieunternehmen BASF auf unter zehn Prozent reduziert haben. Die BASF-Aktie erholte sich unterdessen leicht von den Verlusten des Vortages und notierte freundlich.
Die Dax-Gewinnerliste führten die Anteilsscheine von Infineon an, die um 1,7 Prozent auf 24,26 Euro zulegten.
Schlussspurt an der Wall Street - Euro etwas schwächer
Schlussspurt an der Wall Street
Die amerikanischen Standardwerte haben am Donnerstag trotz negativer Geschäftsausblicke mehrerer Unternehmen und schwachen Arbeitsmarktdaten freundlich geschlossen. Zu den größten Gewinnern gehörte der Einzelhandelssektor nach einem positiven Analystenkommentar zur weltgrößten Baumarktkette Home Depot . Tagesverlierer waren die Pharmawerte, die nach einem schwachen Quartalsausblick des weltweit fünftgrößten Pharmaunternehmens Bristol-Myers Squibb deutlich nachgaben.
Der Dow Jones gewann dank eines kleinen Schlussspurts 0,4 Prozent auf 10.235 Punkte. Die Nasdaq schloss auf 1789 Zählern, ein Plus von 0,3 Prozent.
Tokio schließt schwächer
Die Aktienbörse in Tokio hat am Freitag schwächer geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte verlor 43,71 Punkte oder 0,4 Prozent und beendete den Handel auf 11.335 Punkten. Der breiter angelegte Topix verlor 3,92 Punkte oder 0,4 Prozent auf 1087 Zählern.
Die Aktien von Japans größter Mobilfunkgesellschaft NTT DoCoMo verloren, nachdem das Unternehmen für das am 31. März beendete Geschäftsjahr große Verluste in Überseeinvestments ankündigte. Damit geriet das Unternehmen erstmals seit 1998 in die roten Zahlen.
Kurs des Euro gefallen
Der Kurs des Euro ist am Freitagmorgen gefallen. Gegen 9.20 Uhr kostete die europäische Gemeinschaftswährung in Frankfurt 0,8788 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag bei 0,8818 (Mittwoch: 0,8803) Dollar festgesetzt.
Der Dollar-Kurs wurde nach Angaben von Händlern von der Rede des US-Präsidenten George W. Bush beflügelt, in der er Israel zum Abzug aus den palästinensischen Autonomiegebieten aufgefordert hat. US-Außenminister Colin Powell werde in der kommenden Woche in den Nahen Osten reisen, sagte Bush. Dies nähre die Hoffnung auf eine Eindämmung des Konfliktes, der die amerikanischen Finanzmärkte belastete.