Börse am Morgen: Blockverkauf belastet Infineon - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Blockverkauf belastet Infineon

Die deutschen Aktienmärkte sind schwächer in den Handel gestartet. Zu den größten Verlierern gehören die Technologiewerte: Infineon leidet unter einem Blockverkauf der Konzernmutter Siemens.
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Frankfurt am Main – Der Dax hat innerhalb der ersten halben Handelsstunde rund 0,4 Prozent auf 5211 Punkte verloren. Am Neuen Markt stand der Nemax 50 bei 1261 Zählern, das ist ein Minus von 1,7 Prozent.

Vor allem die Technologiewerte zogen mit ihren Kursverlusten die Indizes nach unten. Händler in Frankfurt hoffen nun auf Konjunkturdaten, die dem Markt positive Impulse liefern könnten. Heute Mittag wird das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) die Erzeugerpreise für den Monat November, die Einzelhandelsumsätze für den Monat Oktober und den Index für das Verbrauchervertrauen für den Monat Dezember veröffentlichen. Analysten erhoffen sich von den Zahlen Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung in Euroland. In den USA sollen kurz nach Eröffnung der Wall Street die neusten Daten über die Industrieaufträge im Monat November veröffentlicht werden.

Größter Verlierer am Morgen war der Halbleiter-Hersteller Infineon   . Die Titel verloren im frühen Handel 6,9 Prozent auf 24,33 Euro. Das Unternehmen gab vor Börsenbeginn bekannt, eine milliardenschwere Wandelanleihe auszugeben. Die fünfjährige Anleihe habe ein Emissionsvolumen von einer Milliarde Euro, so das Unternehmen. Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, dass der Mutterkonzern Siemens weitere 40 Millionen Infineon-Aktien verkauft. Der Anteil des Elektrokonzerns sinkt durch den Blockverkauf von 47,1 Prozent auf 41,3 Prozent. Siemens hatte die Beteiligung erst vor einem Monat unter 50 Prozent gedrückt.

Die Titel von Siemens   (minus 1,6 Prozent auf 75,02 Euro), Epcos   (minus 3,2 Prozent auf 55,94 Euro) und SAP (minus 1,4 Prozent uaf 150,75 Euro) notierten ebenfalls schwächer.

Gesucht waren die Aktien von RWE   , nachdem das Unternehmen am Morgen seinen vorläufigen Bericht über das Rumpfgeschäftsjahr 2001 veröffentlicht hat. RWE hat den Angaben zufolge im verkürzten Geschäftsjahr 2001 (Juli-Dezember) sein Betriebsergebnis voraussichtlich um mindestens 18 Prozent gesteigert. Der Zuwachs stammt hauptsächlich aus dem Kerngeschäft. Das Betriebsergebnis liegt damit bei rund 1,97 Milliarden Euro. Der Umsatz nahm vor allem durch erstmalige Einbeziehung neuer Unternehmen um etwa neun Prozent auf rund 32 Milliarden Euro zu. Die Anteilsscheine des Versorgers verteuerten sich um 0,8 Prozent auf 41,28 Euro.

Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist in den USA erneut in die Schlagzeilen geraten. Das US-Verbrauchermagazin "Multinational Monitor" hat den Leverkusener Pharmakonzern in die Liste der "zehn übelsten Unternehmen des Jahres 2001" aufgenommen. Dies schrieb die "Berliner Zeitung" (Dienstagausgabe). Die Börse reagierte auf die Ankündigung mit einem Kursabschlag von 1,3 Prozent auf 37,39 Euro.

Weiterhin im Rampenlicht standen auch die Autotitel, die am Montag deutlich verloren haben. Am Rande der derzeit laufenden Detroit Motor Show gab es nur verhaltene Prognosen für das Geschäftsjahr 2002. BMW   und Volkswagen   gaben im frühen Handel wieder deutlich nach, während sich DaimlerChrysler   auf seinem Vortagesschlussniveau behaupten konnte.

Nikkei und Dow Jones schließen schwächer

Der japanische Aktienmarkt hat am Dienstag deutlich schwächer geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte fiel um 246,76 Punkte und beendete den Handel beim Stand von 10.695 Punkten. Das entspricht einem Verlust von 2,3 Prozent zum Schlussstand am Montag. Als Grund nannten Händler Gewinnmitnahmen bei Bank- und Technologieaktien.

Ebenfalls schwächer schlossen die US-Märkte. Der Dow Jones fiel am Montag um 62,69 Punkte oder 0,6 Prozent auf 10.197 und die Nasdaq verlor 22,27 Punkte oder 1,1 Prozent auf 2037 Zähler.

Euro gibt leicht nach

Der Kurs des Euro hat am Dienstagmorgen leicht nachgegeben. Gegen 9.30 Uhr kostete die Devise in Frankfurt 0,891 Dollar. Damit hat die Gemeinschaftswährung ihre Gewinne aus dem späten Handel am Montag wieder abgegeben. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 0,8905 Dollar festgesetzt.