Börse am Morgen BMW mit guten Nachrichten
Frankfurt am Main - Vor den mit Spannung erwarteten Zahlen zum Geschäftsklima in Deutschland sind die Aktienmärkte am Montag im Plus gestartet. Der Dax legte bis 9.22 Uhr 0,4 Prozent auf 5175 Zähler zu. Die Wachstumswerte im Nemax 50 kletterten rund ein halbes Prozent auf 1181 Punkte.
Aus deutscher Sicht steht am Montag zunächst der Geschäftsklimaindex im Zentrum des Interesses. Das Münchener ifo-Institut veröffentlicht seine Analyse erstmals aktuell für den laufenden Monat Januar. Im Schnitt rechnen Experten mit einem Anstieg auf 85,6 Punkte nach 84,9 Punkten. Das Geschäftsklima in der deutschen Industrie im Monat Januar sei nach Ansicht von Volkswirten auf Grund eines geänderten Erhebungsverfahrens des Index allerdings nur schwer prognostizierbar.
Das ifo hatte die Umstellung mit der EU-weiten Harmonisierung der Sentiment-Erhebungen begründet. Wegen der Umstellung wird das Institut indes keinen Dezember-Wert erheben, sondern nur die November-Daten interpolieren.
BMW hat im vergangenen Jahr den versprochenen Rekordumsatz eingefahren. Die Erlöse seien trotz der Trennung von der verlustreichen Rover-Tochter um 7,1 Prozent auf erstmals 37,85 Milliarden Euro gestiegen, teilte BMW am Montag mit. Analysten hatten einen Anstieg um neun Prozent erwartet. Die Aktie setzte sich mit einem Plus von rund zwei Prozent auf 39,21 Euro zunächst an die Spitze des Index.
Für 2002 seien weitere Zuwächse geplant. Auch beim Gewinn hatte der weiß-blaue Autobauer für das vergangene Jahr neue Bestwerte angekündigt. Zahlen wurden aber noch nicht veröffentlicht. Der Absatz von Autos der Marken BMW und Mini stieg um gut zehn Prozent auf erstmals mehr als 905.000 verkaufte Fahrzeuge.
Dass Toshiba einem Zeitungsbericht zufolge im laufenden Geschäftsjahr einen erheblich höheren Verlust erzielen wird als nach dem ersten Halbjahr prognostiziert, scheint die Aktien von Infineon zu belasten. Das Papier gab rund ein Prozent auf 23,54 Euro ab und war damit zunächst schwächster Wert im Dax. Auf der Verliererseite befanden sich auch die Aktien der Deutsche Telekom die um rund ein Prozent auf 17,77 Euro nachgaben.
Lufthansa -Titel zeigten sich trotz zweier Nachrichten wenig verändert auf 17,10 Euro: Germania will der Lufthansa weiter Konkurrenz machen und auch nach München und Köln/Bonn fliegen. Zudem wird die Lufthansa nach einem Bericht der "Börsen-Zeitung" für die staatlichen Haftungsgarantien für kriegs- und terrorbedingte Schäden höhere Prämien zu zahlen haben.
Der am Neuen Markt im Nemax 50 notierte Reparaturdienstleister Teleplan hat einen Dreijahresvertrag mit dem US-Softwarekonzern Microsoft über die Wartung von Videospielkonsolen geschlossen. Teleplan werde künftig für die Reparatur, Wiederaufbereitung und die Umtauschlogistik aller X-Box Videospiel-Konsolen von Microsoft in Europa zuständig sein, teilte Teleplan am Montag Morgen in einer Pflichtveröffentlichung mit.
Die Nachrichten kamen bei der Börse gut an: Die Aktie kletterte um 6,60 Prozent auf 19,45 Euro. Dies könnte den Kurs der Aktie beflügeln.
Anleger erwarten Epcos- und Deutsche Bank-Zahlen
In dieser Woche werden Unternehmenszahlen von mehreren Dax-Konzernen und US-Konjunkturdaten das Geschehen an der Börse bestimmen. Die Märkte erwarten dabei auch in den kommenden fünf Handelstagen zum Teil stark schwankende Kurse insgesamt aber eine Seitwärtstendenz des Dax. "Die Begrenzungen der zu erwartenden Spanne liegen bei 5050 und 5250 Punkten", erklärt der Experte.
Am Donnerstag werden mit Deutsche Bank , Epcos , Linde und MLP vier Dax-Konzerne in ihre Bücher geben. Aus der zweiten Reihe melden sich unter anderem Altana und die Software AG zu Wort.
Die Zahlen der Deutschen Bank ließen sich auf Grund einer Umstellung der Rechnungslegungsstandards von IAS auf US-GAAP nur schwer prognostizieren, sagten Analysten. Bei Epcos waren sie sich dagegen schon sicherer: Die Geschäftsentwicklung des Herstellers von elektronischen Komponenten, die unter anderem in Mobiltelefonen Verwendung finden, wurde von Experten überraschend pessimistisch eingestuft.
Was die vorläufigen Umsatzzahlen von Linde angeht, zeigten sich Marktbeobachter dagegen optimistisch. Es sei schon deshalb mit einem hohen Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr zu rechnen, weil der Konzern zahlreiche Aufträge in das letzte Quartal gebucht habe. Eine positive Entwicklung bei Umsatz und Gewinn erwarten sich Experten von den vorläufigen Geschäftszahlen des Heidelberger Finanzdienstleisters MLP.
Bereits am Dienstag stehen mit den Zahlen zum Verbrauchervertrauen neue Konjunkturdaten aus den USA an. Analysten der Wall Street erwarten, dass sich der vom New Yorker Forschungsinstitut Conference Board ermittelte Index von 93,7 im Dezember auf 96,9 (Januar) erhöht hat. Das Handelsministerium gibt am gleichen Tag den Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter bekannt.
Nachbörslich berichten die US-Konzerne Texas Instruments und American Express über das vierte Quartal. Aus Sicht von Analysten haben die Unternehmen in der laufenden Berichtssaison bislang die bereits gesenkten Erwartungen überwiegend getroffen. Der zumeist verhaltene Ausblick der Konzerne ließ die Anleger allerdings vorsichtig agieren und mehrheitlich eher in Lauerstellung verharren.
Zudem beginnt der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) seine zweitägige Sitzung. Die große Mehrheit der Experten rechnet damit, dass die Leitzinssatz von 1,75 Prozent beibehalten wird.
Am Mittwoch dann werden die Daten zum US-Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal bekannt gegeben. Analysten von Reuters rechnen mit einem Rückgang von rund einem Prozent, nachdem das BIP im dritten Quartal um 1,3 Prozent gefallen war.
Die asiatische Leitbörse in Tokio präsentierte sich am Montag fester. Der Nikkei schloss 0,8 auf 10.220 Zählern.