Börse am Morgen: BMW startet durch - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen BMW startet durch

Die guten Geschäftszahlen von BMW belohnt die Börse mit kräftigen Kursaufschlägen. BASF-Papiere stürzen dagegen ab. Infineon-Titel leiden unter pessimistischen Analysten-Kommentaren zur Chipbranche.
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Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte haben am Dienstag uneinheitlich eröffnet. Der Dax fiel bis 9.30 Uhr 0,3 Prozent auf 5733 Punkte zurück. Die Wachstumswerte im Nemax 50 zeigten sich nach den deutlichen Abschlägen am Vortag heute Vormittag 0,8 Prozent fester auf 1183 Punkte. Spannend wird der Nachmittag: Dann werden die vermutlich revidierten Produktivitätszahlen aus den USA erwartet. Experten befürchten nach Bekanntgabe der Daten einen Kursrutsch an der Wall Street.

BMW optimistisch für das Gesamtjahr

Der Autokonzern überzeugte die Anleger vor Handelsbeginn nicht nur mit guten Geschäftszahlen, sondern auch mit einem positiven Ausblick. Die Aktie von BMW führte den Dax mit Aufschlägen von 2,13 Prozent auf 41,26 Euro an.

Nach einer deutlichen Gewinnsteigerung in den ersten sechs Monaten zeigt sich der BMW-Konzern auch für das Gesamtjahr optimistisch. Der Absatz von Autos der Marke BMW und Mini solle auf erstmals mehr als 900.000 verkaufte Fahrzeuge steigen, teilte BMW am Dienstag mit. Dies würde ein Absatzplus von etwa neun Prozent bedeuten. Bei BMW-Autos solle das Vorjahres-Ergebnis wieder erreicht werden.

Im ersten Halbjahr 2001 hat BMW trotz der Branchenflaute ein Rekordergebnis erzielt. Der Überschuss habe sich in den ersten sechs Monaten auf 934 Millionen Euro (1,8 Milliarden Mark) fast verdreifacht. Der Umsatz stieg um gut sechs Prozent auf 19,9 Milliarden Euro. BMW übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Im zweiten Quartal verlangsamte sich das Wachstum verglichen mit den ersten drei Monaten etwas.

BASF überrascht mit sehr schlechten Zahlen

Vorbörslich berichtete der Chemiekonzern BASF, dass das Ergebnis je Aktie im zweiten Quartal vor Sondereinflüssen um 31,3 Prozent auf 0,44 Euro gefallen ist. Nach Sondereinflüssen ist das Ergebnis je Aktie sogar auf 0,02 Euro oder 97,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gefallen. Der Umsatz sei um 7,1 Prozent auf 8,329 Milliarden Euro gefallen. Damit lag der Konzern unter den Erwartungen der Analysten. BASF wird in den nächsten 18 Monaten weltweit 1200 Stellen abbauen. Zugleich blickte der Vorstand von BASF pessimistisch in die Zukunft. Die Aktie verlor zu Handelsbeginn rund 2,3 Prozent auf 45 Euro.

Schwächster Wert im Dax waren allerdings die Aktien von Infineon, die 2,50 Prozent auf 27,53 Euro nachgaben. Der Wert litt unter negativen Einschätzungen von US-Analysten zu einem erwarteten neuen Preiskampf in der Chipbranche.

Bei Adidas-Salomon ist das Nettoergebnis im zweiten Quartal um 22 Prozent auf 24 Millionen Euro gestiegen, der Gewinn pro Aktie lag bei 0,54 Euro. Der Umsatz legte um 10 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu. Der Sportartikelhersteller bestätigte auch seine Gesamtjahresprognose. Die Aktien von Adidas legten zu Handelsbeginn 0,72 Prozent auf knapp 76 Euro zu.

Unter den Wachstumswerten am Neuen Markt konnten die Papiere von Qiagen nach Vorlage guter Geschäftszahlen um mehr als vier Prozent auf 25,10 Euro klettern und gehörten damit zu den stärksten Werten im Nemax 50.

Zittern vor Cisco und Konjunkturdaten

Negative Kommentare zu einem neuen Preiskampf auf dem Chipmarkt als auch Befürchtungen vor einem schwachen Ausblick, den der weltgrößte Netzwerkhersteller Cisco Systems heute nach Börsenschluss in den USA abliefern könnte, hatten am Montag auf die Stimmung an der Wall Street gedrückt. Der Dow Jones gab rund ein Prozent auf 10.401 Zähler nach. Die Technologiebörse Nasdaq zeigte sich 1,55 Prozent schwächer auf 2034 Zähler. Mit Spannung werden heute auch die revidierten US-Produktivitätszahlen erwartet.

Der Chefstratege der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein, Albert Edwards, erwartet, dass infolge der Revision die langfristigen Produktivitätsaussichten auf Grund einer neuen Berechnungsmethode um einen ganzen Prozentpunkt auf 1,5 Prozent nach unten revidiert werden müssten. Die Folgen der statistischen Korrektur dürfen nicht unterschätzt werden, heißt es in dem Bericht.

Die asiatische Leitbörse in Tokio zeigte 0,6 Prozent fester auf 12.319 Zähler und schloss damit den zweiten Tag im Plus.