Börse am Morgen: Brokat setzen Talfahrt fort - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Brokat setzen Talfahrt fort

Die deutschen Börsen können sich nicht von den schwachen Vorgaben aus New York abkoppeln. Die T-Aktie fällt nach den dicken Kursgewinnen am Vortag zurück. Tech-Werte notieren schwach.
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Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte folgen den schwachen Vorgaben der US-Börsen und eröffnen im Minus. Der Dax verliert zu Handelsbeginn rund ein halbes Prozent auf 6080 Zähler. Die Wachstumswerte im Nemax-50 liegen mit 1,6 Prozent auf bei 1571 Zähler im roten Bereich.

Die Dax-Gewinner des Vortages stehen heute Morgen auf der Verkaufsliste der Investoren. Die Papiere von SAP verlieren 1,95 Prozent auf 168 Euro und stehen damit am Ende des Index.

Die T-Aktie muss nach ihren satten Zugewinnen am Mittwoch zunächst einmal 0,85 Prozent abgeben und steht aktuell bei 24,58 Euro. Die Ratingagentur Moody's hat das langfristige Rating für den Bonner Konzern auf A3 nach vormals A2 abgestuft. Außerdem wurde das kurzfristige Rating auf Prime-2 zurück genommen. Zuvor hatte es hier noch ein Prime-1 gegeben. Beim US-Mobilfunkanbieter Voicestream wurde dagegen das langfristige Rating auf "Baa1" angehoben. Der Rating-Ausblick sei aber negativ. Die Abstufung und der negative Ausblick wurden mit den zu erwartenden finanziellen und Geschäftsrisiken der Deutschen Telekom begründet.

Zweitschwächster Wert im Dax sind die Papiere des Großhandelskonzerns Metro mit Kursabschlägen von ebenfalls 1,95 Prozent auf 42,85 Euro. Das Investmenthaus Goldman Sachs hat heute kurz vor Handelsbeginn mitgeteilt, dass der Wert aus dem europäischen Portfolio genommen wurde. Eine Begründung lag heute Morgen noch nicht vor.

Im Nemax-50 geht die Talfahrt der Brokat-Aktien weiter. Die Papiere des Softwareunternehmens verlieren weitere zehn Prozent. Bereits am Vortag hatte die Aktie rund 29 Prozent verloren. Das Bankhaus Metzler hatte in einer spektakulären Analyse das Kursziel der Aktie auf null Euro festgesetzt, um damit den Anleger empfohlen, das Papier zu verkaufen.

Ruhiger Handel erwartet

In Frankfurt gehen Börsianer heute von einem ruhigen Handel aus. Auf Grund des Feiertages Fronleichnam haben viele Handelshäuser geschlossen, zudem stehen kaum Unternehmensnachrichten an. Für etwas Schwung könnten am Nachmittag die US-Börsen sorgen, wenn die US-Erzeugerpreise veröffentlicht werden. Bereits am Vortag hatten schwache Konjunkturzahlen die Stimmung an der Wall Street wieder deutlich gedämpft.

"Die Anleger realisieren, dass es viel länger als erwartet dauern könnte, bis die US Wirtschaft wieder auf die Beine kommt," fasste Alan Ackerman, Senior Vice President von Fahnestock & Co. die Lage zusammen. "Außerdem dürfte die gegenwärtige Gewinnwarnungs-Saison weitere unangenehme Überraschungen bringen."

Schwacher Handel in New York und Tokio

Der Blue-Chip-Index Dow Jones ging am Vorabend mit einem Verlust von 0,7 Prozent aus dem Handel, auf einem Stand von 10.872 Punkten. Der breiter gefächerte S&P 500 fiel um 1,1 Prozent auf 1242 Zähler zurück. Der Technologieindex Nasdaq fiel am Mittwoch um 2,23 Prozent auf einen Stand von 2122 Punkten zurück.

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte konnte seine Talfahrt stoppen und ging mit einem geringfügigen Plus von 23,21 Punkten beim Stand von 12.846 Punkten aus dem Markt. An den vorherigen drei Handelstagen hatte das fernöstliche Kursbarometer mehr als 600 Punkte verloren. Der marktbreite Topix jedoch gab am Donnerstag nach und notierte ein Minus von 0,90 auf 1271 Zähler.

Der Euro-Kurs hat sich am Donnerstagmorgen stabil auf seinem Vortagesniveau gehalten. Gegen 8.35 Uhr kostet die Devise in Frankfurt 0,8540 Dollar. Am Mittwoch hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 0,8542 Dollar festgesetzt. Ein Dollar kostete damit 2,2897 Mark. Die Europa-Währung habe sich gegen den Dollar behauptet, obwohl die Marktteilnehmer sich bezüglich der Geldpolitik der europäischen Notenbank abwartend verhielten, sagten Experten.