Börse am Morgen: Cargolifter kommt ins Trudeln - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Cargolifter kommt ins Trudeln

Dax und Nemax sind mit deutlichen Aufschlägen in die Handelswoche gestartet, die Technologiewerte führen die Gewinnerliste an. Im MDax steht Cargolifter unter Druck, am Neuen Markt ist wieder eine Aktie vom Handel ausgesetzt.
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Frankfurt am Main – Der Dax kletterte innerhalb der ersten halben Handelsstunde um 1,7 Prozent auf 5185 Punkte. Am Neuen Markt legte der Nemax 50 um 3.1 Prozent auf 1056 Zähler zu. Händler sprachen übereinstimmend von einer "positiven Grundstimmung", die sich am Markt durchgesetzt habe. "Die Vorgaben aus New York vom Freitag waren exzellent", sagte ein Börsianer. In den USA verzeichneten Dow Jones und Nasdaq am Freitag deutliche Gewinne, der Nikkei legte am Montag annähernd sechs Prozent zu.

Auch charttechnisch sieht der Dax wieder besser aus. Nachdem sich der deutsche Leitindex in den vergangenen Handelstagen in einer Spanne um 4800 bis 5000 bewegte, durchbrach das Börsenbarometer am Freitag die 5000-Punkte-Linie deutlich.

Mahnende Stimmen kamen allerdings von den Analysten des Bankhauses HSBC Trinkaus & Burkhardt. Sie sehen vor allem die Gefahr, dass es neue Überraschungen durch fragwürdige US-Bilanzierungspraktiken geben könnte. Vorsicht sei bis April angesagt, "wenn die US-Quartalsergebnisse eine Erleichterungsrallye auslösen könnten".

Zu den größten Gewinnern gehörten die Technologiewerte. Die SAP-Aktie   gewann 1,3 Prozent auf 160,90 Euro. Dabei hatte der US-Rivale Oracle am Freitag nach US-Börsenschluss angekündigt, dass das Ergebnis je Aktie im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2002 wohl um ein Cent unter den Erwartungen ausfallen werde. Grund sei die Schwäche in Asien.

Die Titel von Infineon   legten um 2,1 Prozent auf 28 Euro zu. Die Aktien von Siemens   und Epcos   sind mit Kursaufschlägen von knapp drei Prozent in die Handelswoche gestartet.

Einziger Verlierer am Morgen waren die Anteilsscheine von ThyssenKrupp   . Die Titel verloren rund ein Prozent auf 17,37 Euro.

Die im MDax notierte Cargolifter-Aktie   verlor rund zehn Prozent auf 3,15 Euro. Das Luftschiffunternehmen hat einen Bericht des SPIEGEL über technische Probleme als falsch zurückgewiesen. Man gehe davon aus, dass die Informationen gezielt an den "Spiegel" gegeben worden seien, um der börsennotierten Aktiengesellschaft insbesondere mit Blick auf die bevorstehende Hauptversammlung und die anstehenden Finanzierungsschritte nachhaltigen Schaden zuzufügen.

Die am Neuen Markt notierten Aktien von IM Internationalmedia   sind am Montagmorgen bis auf weiteres vom Handel ausgesetzt worden. Der Filmproduzent werde eine "wichtige Mitteilung" publizieren, sagte ein Sprecher der Deutschen Börse am Montag in Frankfurt.

Telekom legt Zahlen vor

Von den im Dax notierten Unternehmen legt die Deutsche Telekom   am Dienstag vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2001 vor. Analyst Helmer rechnet damit, dass Telekom-Chef Ron Sommer trotz des gescheiterten Kabelnetz-Verkaufs an Liberty Media einen positiven Ausblick geben wird. "Die Telekom könnte statt dessen auch Immobilien verkaufen oder ihre Beteiligung an der France Telecom verringern."

Auch Fresenius, Fresenius Medical Care   und Continental werden sich in dieser Woche zu ihren Ergebnissen im Jahr 2001 äußern. Bei Henkel   und Adidas   stehen Bilanz-Pressekonferenzen an. Epcos   lädt am Mittwoch zur Hauptversammlung.

In den USA werden am Mittwoch unter anderem vom "Beige Book", dem Wirtschaftsbericht der US-Notenbank, neue Erkenntnisse über die Konjunkturentwicklung erwartet. Erst gegen Ende der Woche kommen neue Daten vom US-Arbeitsmarkt, die die DZ Bank neben den an diesem Montag erwarteten deutschen Industrieaufträgen zu den "wichtigsten Informationen" rechnet.

Japans Börse verzeichnet satte Aufschläge

Die Aktienbörse in Tokio ist mit einem wahren Kursfeuerwerk in die Woche gestartet. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte schoss steil um 5,9 Prozent nach oben und schloss erstmals seit dem 26. November über der psychologisch wichtigen Marke von 11.000 Punkten.

Als Grund nannten Händler zum einen die positive Vorgabe der Wall Street vom Freitag. Zum anderen gebe es Hoffnung auf einen beschleunigten Abbau der massiven Problemkredite im angeschlagenen Bankensektor, nachdem das mittelgroße Bauunternehmen Sato Kogyo zuvor unter einem Schuldenberg zusammengebrochen und mit acht Tochterfirmen Gläubigerschutz hatte beantragen müssen. Vor rund drei Jahren hatten die Gläubigerbanken dem maroden Konzern noch einen großzügigen Schuldenerlass gewährt.

Die erneute Liquidierung eines börsennotierten Unternehmens sehen Experten denn auch als positives Signal für die Bereinigung strukturschwacher Branchen wie der Bauindustrie, nachdem erst vor drei Monaten der Baukonzern Aoki zusammenbrechen gebrochen war. Es gilt als Hoffnungszeichen, dass sich die Banken des Landes ihrer noch immer massiven Problemkredite verstärkt entledigen werden.

Am Handelsende notierte der Nikkei-Index einen satten Gewinn von 638,22 Punkten beim Stand von 11.450 Zählern. Der breit angelegte Topix verzeichnete einen ebenfalls massiven Aufschlag von 48,87 Punkten oder 4,7 Prozent beim Schlussstand von 1079 Zählern.