Börse am Morgen: Commerzbank unter Druck - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Commerzbank unter Druck

Die Wachstumswerte sind freundlich in den Handelstag gestartet. Nach positivem Auftakt rutschen die Blue Chips im Dax in die roten Zahlen. Unter Druck steht die Commerzbank am Tag der Hauptversammlung.
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Frankfurt am Main - Zum Wochenausklang haben die deutschen Aktienmärkte uneinheitlich eröffnet. Der Dax gab in der ersten halben Handelsstunde um 0,5 Prozent auf 6250 Zähler ab. Der Nemax 50 gewann 1,2 Prozent auf 1921 Punkte hinzu.

Auf dem Parkett wird nicht mit großen Transaktionen gerechnet. "Umsatz ist gar keiner da, und es wird so trostlos bleiben", sagte ein Händler. Viele Investoren überbrückten den Freitag mit einem Urlaubstag. Zudem stünden die Börsianer vor einem langen Wochenende, weil am Montag in New York und London nicht gehandelt werde.

Wichtiges Thema in Frankfurt war die Rede des US-Notenbankchefs Alan Greenspans vor Wirtschaftsvertretern am Donnerstagabend. Greenspan geht davon aus, dass die bisherigen fünf Zinssenkungen demnächst greifen werden. Gleichzeitig warnte er, dass die Periode des verlangsamten Wachstums nicht vorüber sei. Die Konjunktur sei noch immer nicht frei von dem Risiko, dass die Flaute doch größer sei als erwartet. In dem Zusammenhang stellte der Fed-Chef weitere Zinssenkungen in Aussicht.

Greenspan äußerte sich zwar besorgt über die nächsten Monate, aber es gibt seiner Meinung nach auch genug Belege dafür, dass die amerikanische Wirtschaft momentan lediglich "eine Pause bei den Investitionen" durchlaufe. Dennoch liege die gegenwärtige Produktivität deutlich über dem Niveau der beiden Jahrzehnte vor 1995.

Warten auf die CoBRa

Im frühen Handel hat die Aktie der Commerzbank 0,8 Prozent auf 31,75 Euro nachgegeben. Die Bank lädt heute zur Hauptversammlung ein. Das Management sollte nach Ansicht von Branchenkennern in der Lage sein, die Annahme der verschiedenen Anträge der CoBRa durch die Aktionäre zu verhindern. Eine Niederlage für den Vorstand der Commerzbank sei allerdings nicht ausgeschlossen, hieß es.

Die CoBRa avancierte im Mai vergangenen Jahres zum größten Einzelaktionär der Commerzbank. Für die anstehende Hauptversammlung will die CoBRa laut Tagesordnung über drei Punkte abstimmen lassen: Ein Misstrauensvotum gegen das Management der Commerzbank, eine Sonderuntersuchung der Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr sowie ein Verzicht auf Kapitalerhöhungen, die keine Rücksicht auf Bezugsrechte bestehender Aktionäre nehmen.

Im Blickpunkte der Anleger stand auch wieder die Deutsche Telekom. Per Gerichtsurteil soll heute der Streit mit der insolventen TelDaFax um das Kappen der Leitungen entscheiden werden. Die T-Aktie legte 1,3 Prozent auf 27,10 Euro zu.

Schwacher Handel in Tokio

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat bei ruhigem Handel leichter geschlossen. Der Nikkei-Index für die 225 wichtigsten Werte büßte 0,9 Prozent ein und lag zum Handelsschluss bei 13.765 Punkten. Der breiter angelegte Topix fiel um 0,4 Prozent auf 1359 Zähler.

Viele Händler in Tokio waren wegen der bevorstehenden Serie von Unternehmensmeldungen über das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr in Wartestellung geblieben. Auch wegen der Schließung der US-Börsen am Montag wegen eines Feiertages sei vielfach auf Engagements verzichtet worden, hieß es.

Der Dow Jones war am Donnerstag mit einem kleinen Plus von 0,15 Prozent aus dem Handel gegangen, auf einem Stand von 11.122 Punkten. Der Nasdaq hatte mit einem Plus von 1,72 Prozent geschlossen, auf einem Stand von 2282 Punkten. Damit konnte der Technologieindex zum siebten Mal in acht Börsensitzungen Gewinne verbuchen.

Gerüchte stützen den Euro

Der Kurs des Euro hat am Freitagmorgen geringfügig fester tendiert. Der Euro egalisierte damit wieder einen Teil der Verluste aus dem späten New Yorker Handel. Die Europäische Gemeinschaftswährung notierte um 9.30 Uhr bei 0,8618 Dollar nachdem er am Vorabend für 0,8561 Dollar zu haben war. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 0,8604 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 2,2732 Mark.

Die Verluste am Vorabend hatten Händler damit erklärt, dass die seit mehreren Tagen erwartete Marktintervention durch die EZB nicht eingetroffen war. Die geringfügige Aufwärtstendenz am Freitagmorgen sei mit neuen Hoffnungen auf eine Intervention begründet, sagten Händler. "Wenn die EZB überhaupt an einer Intervention interessiert ist, um dem Euro beizuspringen, dann ist es jetzt höchste Zeit dafür", sagte der Analyst Yasuji Yamanaka von Nikko Trust & Banking.