Börse am Morgen ConSors auf Erholungskurs
Frankfurt am Main - Der Dax notierte im frühen Handel um den Vortagesschluss bei 6062 Punkten. Der Neue-Markt-Index Nemax All Share legte 0,7 Prozent zu, der Nemax 50 kletterte um 0,8 Prozent auf 1728 Zähler. Vor der Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank erwarten Börsianer keine größeren Engagements: Die Hoffnung auf eine Zinssenkung um 50 Basispunkte wurde am Freitag durch vergleichsweise starke US-Einzelhandelsumsätze gedämpft. Die Entscheidung wird heute um 20.15 Uhr erwartet.
Die Aktie von BMW zog im frühen Handel um 0,7 Prozent an. Nach dem Rover-Debakel hat BMW seine Aktionäre mit positiven Nachrichten beruhigt: Während der heutigen Hauptversammlung erwarten Aktionäre von Vorstandschef Joachim Milberg eine klare Zukunftsstrategie ohne weitere Boxenstopps. Gewinner in den ersten Handelsminuten waren im Dax Schering, Henkel und Preussag.
Ein positives Sentiment genießt auch der Spezialchemiekonzern Degussa: Analysten erwarten, dass der Konzern während der heutigen Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende bekannt gibt. Die Aktie legte zu Handelsbeginn um 0,6 Prozent zu.
Die Aktie von Lufthansa notierte 0,8 Prozent fester. Die Pilotenvereinigung Cockpit und die Lufthansa setzen heute ihre Tarifverhandlungen über höhere Pilotengehälter fort. Falls es keine Einigung gibt, wollen die Piloten am Donnerstag erneut 24 Stunden lang streiken. Nach dem Pilotenstreik bei der Lufthansa sind am Dienstag auch Beschäftigte der Deutschen BA in einen Warnstreik getreten. In Düsseldorf waren nach Angaben des Flughafens vier Flüge von dem mehrstündigen Streik betroffen.
Der Einzelhandelskonzern KarstadtQuelle hat seinen Vorsteuergewinn um 20 Prozent auf 270 Millionen Euro erhöht. Die Aktie des Dax-Absteigers gab dennoch um knapp drei Prozent auf 34 Euro nach.
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Der Nemax 50 hatte gestern im Sog einer schwächeren Nasdaq 4,7 Prozent auf 1714 Punkte nachgegeben. Händler sehen trotz der Zinsunsicherheit für heute leichtes Erholungspotenzial, da auch die US-Technologiebörse am späten Montag abend wieder anzog. Die Wachstumswerte reagieren besonders empfindlich auf den Zinspoker: Eine knappe Mehrheit der US-Analysten geht noch von einer Zinssenkung um 50 Basispunkte aus. Jedoch hat die Notenbank bereits vier Mal seit Januar an der Zinsschraube gedreht und den Zinssatz um insgesamt 200 Basispunkte gedrückt. Sollte die Fed die Zinsen nur um 25 Basispunkte senken oder gar unverändert lassen, drohen Nasdaq und Nemax neues Ungemach.
Der Anlagenbauer für Verbindungshalbleiter Aixtron hat nicht nur im vergangenen Jahr, sondern auch im ersten Quartal 2001 die Prognosen von Analysten übertroffen. Nach Ansicht von Experten ist es denkbar, dass das Unternehmen seine Gewinnerwartung für 2001 nach oben korrigiert. Aixtron legte in den ersten Handelsminuten um 1,2 Prozent auf 87,70 Euro zu.
Verluste drücken SER und Biodata
Der Hersteller von Dokumentensoftware, die SER Systems AG, hat im ersten Quartal 2001 einen Verlust vor Steuern und Zinsen von 5,8 Millionen Euro ausgewiesen. Wie die Gesellschaft mitteilte, betrug das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen minus 4,4 Millionen Euro. Für das Drehen des Ergebnisses ins Minus machte das Unternehmen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 6,5 Millionen Euro verantwortlich. Die Aktie brach am Morgen um zwölf Prozent ein und war gemeinsam mit Biodata Schlusslicht im Nemax 50.
Auch Biodata hat im ersten Quartal den Konzernverlust auf 2,85 Millionen Euro ausgeweitet. Ein Jahr zuvor waren es noch minus 1,57 Millionen Euro gewesen. Der Entwickler von Sicherheits-Software berichtete von einem negativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern in Höhe von 2,5 Millionen Euro. Die Anleger quittieren dies mit Abschlägen von neun Prozent.
Der Online-Broker ConSors muss im ersten Quartal einen Verlust von 15 Millionen Euro ausweisen. Die schlechten Zahlen waren aber bereits erwartet worden: Die Aktie legte am Dienstag morgen um 1,1 Prozent zu.
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Dienstag bei geringer Kauflaune ein wenig zugelegt und bei 14.054 Punkten geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte legte damit um 1,3 Prozent zu. Führende Telekomwerte wie NTT DoCoMo, Japan Telecom und NTT Data schlossen fest. NTT Docomo profitierte mit einem Plus von rund vier Prozent von Spekulationen, das Unternehmen werde bald in den MSCI-Index aufgenommen.
Die Hoffnungen auf eine Zinssenkung haben den Dollar zu Wochenbeginn gestärkt. Der Euro wurde am Dienstagmorgen für 0,874 Dollar gehandelt.