Börse am Morgen: DaimlerChrysler fällt zurück - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen DaimlerChrysler fällt zurück

Vor Beginn der Ertragssaison regiert die Skepsis. Pharma- und Einzelhandelswerte zeigen sich behauptet, während Technologie- und Automobilwerte stark unter Druck geraten.
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Frankfurt am Main - Der Dax gab zum Auftakt 0,9 Prozent auf 5242 Zähler nach, während der Nemax 50 um 2,1 Prozent auf 1259 Punkte zurück ging. In New York waren der Dow Jones (minus 0,6 Prozent) und der Technologieindex Nasdaq Composite (minus 0,5 Prozent) im späten Handel eingeknickt.

Zurückhaltende Äußerungen einiger Notenbankmitglieder und die Skepsis der Investoren vor Beginn der Ertragssaison ließen im späten Handel die Stimmung kippen. "Wir können nur hoffen, dass zu Beginn der Ertragssaison keine schlechte Nachrichten kommen", sagte ein Händler. Die Kurse nehmen eine Stabilisierung der Situation bei den Unternehmen bereits vorweg. Zudem dürften sich einige Akteure mit Blick auf am Donnerstag und Freitag anstehende Reden von Fed-Gouverneur Alan Greenspan zurückhalten.

Einzelhändler und Pharmatitel gefragt

Zu den wenigen Gewinnern gehörte der Einzelhandelskonzern Metro   , der sich von seinen Vortagesverlusten leicht erholte. Der im MDax notierte Einzelhändler Karstadt Quelle hat seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2001 um vier Prozent auf 15,9 Milliarden Euro gesteigert und ebenso wie Douglas die Erwartungen erfüllt. Wie KarstadtQuelle mitteilte, wuchs der stationäre Einzelhandel um 5,6 Prozent auf acht Milliarden Euro.

Die Aktie des Berliner Pharmakonzerns Schering   waren mit einem Plus von 0,8 Prozent am Morgen größter Gewinner im Dax. Finanzvorstand Klaus Pohle rechnet für das laufende Jahr mit deutlichen Zuwächsen beim Gewinn. Weiterhin sützte der freundliche Trend für Pharmawerte an der Wall Street, nachdem die Gesundheitsbehörde ein Cholesterol-Präparat von Bristol Myers freigegeben hat.

DaimlerChrysler belastet Autotitel

Die Aktie von DaimlerChrysler   war mit einem Verlust von rund drei Prozent zum Auftakt Schlusslicht im Dax. Finanzvorstand Manfred Gentz geht mit gemischten Gefühlen ins neue Jahr. Man habe für 2002 das Ziel eines operativen Gewinns von 5,5 bis 6,5 Milliarden Euro noch nicht aufgegeben, sagte Gentz am Rande der Detroit Motor Show. Die globale Konjunkturschwäche sorge jedoch für Gegenwind. Auch Volkswagen   und BMW   gaben jeweils 1,1 Prozent ab.

Gewinnmitnahmen bei Technologiewerten

Der Softwarehersteller SAP gab auf Grund der schwachen Tendenz in den USA einen Teil der Vortagesgewinne wieder ab und notierte rund zwei Prozent schwächer. SAP erwartet für das vierte Quartal 2001 einen Umsatz bei den Softwarelizenzen von mehr als einer Milliarde Euro und hatte gestern mehr als 12 Prozent zugelegt. Die Aktie des Halbleiterherstellers Infineon   und der Muttergesellschaft Siemens   gehörten ebenfalls zu den Verlierern: Siemens hat 40 Millionen Infineon-Aktien durch das US-Investmenthaus Goldman Sachs platzieren lassen. Heute meldet der US-Chiphersteller Rambus Ergebnisse.

Deutsche Telekom bleibt unter Druck

Die schwache Tendenz bei US-Telekomwerten wie Sprint und AT&T hat die Aktien der Deutschen Telekom   weiter belastet. Das Magazin "Capital" hatte gestern gemeldet, dass der Konzern auch im Jahr 2002 nicht aus den roten Zahlen herauskommen werde. Die Deutsche Telekom hat nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" im Jahr 2001 ihren Umsatz um etwa 20 Prozent auf rund 49 Milliarden Euro gesteigert. Dieses Ergebnis entspreche den Erwartungen und dem von Januar bis September 2001 erzielten Wachstum. Die mittelfristige Planung gehe für 2001 beim Umsatz von der Ausgangsbasis 49 Milliarden Euro aus, schreibt die "FAZ". Dieses Ergebnis soll bis 2004 auf 70 Milliarden Euro gesteigert werden.

Der Mobilfunkriese Vodafone rückte unterdessen durch einen Pressebericht ins Blickfeld der Anleger: Konzern prüft auf lange Sicht einen Verkauf seiner deutschen Festnetztochter Arcor, schreibt die Financial Times. "Arcor zählt nicht zu unserem Kerngeschäft. Deswegen können wir uns vorstellen, es zu verkaufen", wird ein Konzernsprecher zitiert.

Auch die Aktien der Lufthansa   gaben zum Handelsauftakt nach. Der US-Flugzeughersteller Boeing hat im vergangenen Jahr deutlich weniger Aufträge erhalten. Wie die Boeing Company (Chicago) am Mittwoch mitteilte, gingen die Bestellungen für Verkehrsflugzeuge gegenüber 2000 um 45 Prozent auf 335 zurück.

Abgang am Neuen Markt

Am Neuen Markt ging es nach den schwachen US-Vorgaben zum Auftakt steil nach unten. Die Sorge um eine mögliche Überhitzung der Technologiekurse lasse die meisten Anleger auf die Bremse treten und Gewinne der jüngsten Zeit realisieren, hieß es. Einziger Gewinner im Nemax 50 waren am Morgen die Aktien von Pfeiffer Vacuum   mit einem Zuwachs von zwei Prozent.

Die Deutsche Börse AG hat der eJay AG, die Zulassung für den Handel am Neuen Markt entzogen. Die Beendigung werde mit Ablauf des 8. Februar wirksam. Zur Begründung wurde auf Verstöße von eJay gegen Pflichten aus dem Regelwerk Neuer Markt verwiesen. Die Zulassung der Aktien zum Geregelten Markt sei davon nicht berührt, hieß es. Die Aktie gab zweistellig nach.

Beim Chipbroker ACG wird sich der EBITDA-Verlust des Geschäftsjahres 2001 im einstelligen Millionen-Bereich bewegen, sagte Vorstandssprecher Markus Solibieda im Gespräch mit der "Börsen-Zeitung". Das Umsatzziel von zuletzt 340 Millionen Euro werde erreicht. Die Aktie verlor knapp drei Prozent.

Nikkei schwächer

Der japanische Aktienmarkt hat am Donnerstag schwächer geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte fiel um 125,55 Punkte und beendete den Handel beim Stand von 10 538,43 Punkten. Das entspricht einem Verlust von 1,1 Prozent. Der Euro notierte am Morgen bei 0,892 US-Dollar.