Börse am Morgen: Dax deutlich im Plus - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Dax deutlich im Plus

Trotz massiver Kritik von Marktteilnehmern hat die Deutsche Börse am Mittwoch wie gewohnt den Handel aufgenommen. Ausgesetzt waren nur die US-Aktien, die in Frankfurt normalerweise gehandelt werden.
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Frankfurt am Main – Die Stimmung unter Börsenprofis am Neuen Markt ist am Tag nach dem Terrorschock in den USA weiterhin gedrückt. "Wir haben gelernt, dass es noch etwas anderes gibt als Aktienkurse", sagte ein Händler einer Frankfurter Großbank am Mittwoch.

Seine Bank wolle sich derzeit weitestgehend aus dem Handel heraushalten. Die Tätigkeit als Handelsbetreuer, der als Aktienkäufer und -verkäufer für die Liquidität im Aktienhandel verantwortlich ist, sei von einigen Banken eingestellt worden. "Wir haben schon seit gestern die Anweisung, uns im Handel am Neuen Markt zurückzuhalten", sagte ein Händler einer Großbank.

Am Vortag hätte die Sorge um Kollegen und Freunde, die sich New York aufhielten, auf die Stimmung gedrückt. Die deutschen Banken seien seinen Informationen zufolge "noch relativ glimpflich davongekommen".

Unterdessen wird Kritik an der Entscheidung der Deutschen Börse laut, den Handel nach den Terroranschlägen unverändert weiterlaufen zu lassen. Die Börse hätte den Handel am Vortag einstellen oder unterbrechen müssen, sagten viele Börsianer übereinstimmend. "Es ist schon ein Witz: Der Handel wurde erst eingestellt, als die Deutsche Börse eine Bombendrohung erhalten hat", sagte ein Händler.

Der Dax kletterte nach einer schwachen Eröffnung sogar ins Plus und legte bis 10.30 Uhr rund 2,9 Prozent auf 4397 Punkte zu. Am Neuen Markt stieg der Nemax 50 um 2,6 Prozent auf 862 Punkte. Im frühen Handel hatte der Auswahlindex noch unter 800 Punkten gelegen.

Im gestrigen Handel verlor der Dax vorübergehend bis zu zwölf Prozent. Damit hatten die Terroranschläge in den USA für die größten Abgaben seit dem "Mini-Crash" an den Weltbörsen vom 16. Oktober 1989 geführt. Am 16. Oktober 1989 hatte der Deutsche Aktienindex 203,21 Punkte oder 12,78 Prozent eingebüßt.

Die Versicherer Münchner Rück   (minus 1,1 Prozent auf 228,01 Euro) und Allianz   (minus 0,9 Prozent auf 225,01 Euro) schlossen an die Talfahrt des Vortages an. Händler befürchten, dass möglicherweise Forderungen aus Versicherungsleistungen in Milliardenhöhe auf die Konzerne zukommen könnten. Die beiden Werte hatten am Dienstag mehr als 14 Prozent nachgegeben.

Auch die Lufthansa   gehörte zu den Verlierern. Das Papier gab 2,6 Prozent auf 12,66 Euro ab. Flugreisen werden Händlern zufolge in den kommenden Tagen weiter beeinträchtigt werden. Zudem dürften die Fluglinien unter dem steigenden Ölpreis leiden.

Zu den wenigen Gewinnern gehörten Eon   , Deutsche Bank   und ThyssenKrupp   .

Herbe Verluste in Tokio

Nach den Terroranschlägen in den USA hat die Börse in Tokio mit deutlichen Kursverlusten geschlossen. Der Nikkei-Index fiel am Mittwoch um über 680 Punkte auf 9610 Zähler, ein Minus von rund 6,6 Prozent. Die Börse hatte den Handel wegen der Anschläge mit halbstündiger Verspätung eröffnet. Der japanische Finanzminister Masajuro Shiokawa erklärte, er rechne mit negativen Auswirkungen der Attentate auf die gesamte Weltwirtschaft. Die wichtigsten Wirtschaftsnationen müssten zusammenstehen, um die "Auswirkungen der Tragödie" zu überwinden.

Panikverkäufe in Hongkong

An der Börse in Hongkong fiel der Hang Seng kurz nach Eröffnung bereits um über sieben Prozent auf 9659 Zähler. "Was wir hier sehen, sind Panikverkäufe, allerdings nicht in so großem Ausmaß, wie ich erwartet hatte", sagte Alex Wong, Leiter der Analyse-Abteilung der OSK Asia Securities. "Aber ich erwarte keine nachhaltige Erholung von hier."

Drei Börsen in Asien geschlossen

Aufgrund der Terroranschläge hatten drei Börsenplätze in Asien geschlossen. In Taiwan, Thailand und Malaysia blieb das Parkett leer.

Euro unter die Marke von 91 Cent gefallen

Der Euro ist am Mittwoch wieder unter die 0,91 Dollar gefallen. Gegen 9.30 Uhr kostete die europäische Gemeinschaftswährung 0,9078 Dollar. Am Vortag schnellte die europäische Gemeinschaftswährung nach den Terrorangriffen auf die USA sprunghaft nach oben.

Nach der Ankündigung des japanischen Finanzministers Masajuro Shiokawa, geeignete Maßnahmen zu ergreifen - auch Interventionen -, wenn an den Devisenmärkten die scharfen Reaktionen anhielten und die Märkte nicht zur Normalität zurückkehrten, hat sich der Dollar etwas erholt. Shiokawa hat eigenen Anagaben zufolge ein zehnminütiges Telefonat mit dem US-Finanzminister Paul O'Neill nach den Anschlägen geführt.