Börse am Morgen: Dax hält sich im Plus - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Dax hält sich im Plus

Die Kauflust der Anleger ist gering. Das Börsengeschehen steht zum Wochenbeginn noch unter dem Eindruck der jüngsten Gewinnwarnungen aus den USA. Defensive Werte geben im Dax den Ton an.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte starten uneinheitlich in die neue Handelswoche. Der Dax liegt eine halbe Stunde nach Handelsbeginn gerade noch 0,2 Prozent im Plus bei 5928 Zählern. Die Wachstumswerte im Nemax 50 fallen mit 0,7 Prozent ins Minus und notieren bei 1482 Punkten.

Zu den stärksten Werten im Dax zählen eher defensive Werte wie Linde (plus 1,0 Prozent auf 50,61 Euro), MAN (plus 1,3 Prozent auf 26,34 Euro) sowie die Papiere von Henkel, die sich um rund 0,9 Prozent auf 70,60 Euro verteuern. Die Dax-Spitze führen die Papiere der Commerzbank mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 28,83 Euro an. Unter den Technologiewerten rutschen vor allem die Papiere von Siemens ab. Die Aktien verloren zuletzt rund 1,3 Prozent auf 75,30 Euro.

Die Aktien der Deutschen Telekom stehen derzeit mit rund 0,5 Prozent bei 24,12 Euro im Plus. Nach der Neugewichtung des Indizes ist die Aktie mit einem Anteil von rund zwölf Prozent schwerster Wert im Dax vor den Papieren der Allianz (minus 0,5 Prozent auf 336,20 Euro).

Angst vor weiteren Gewinnwarnungen

Schwache US-Konjunkturdaten sowie Umsatz- und Gewinnwarnungen von amerikanischen Unternehmen wie Corning, Nortel Networks, JDS Juniphase und Mc Donalds haben in der vergangenen Woche die Börsen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Nicht zuletzt kursierten Gerüchte, dass auch Microsoft und Cisco Systems ihre Prognosen reduzieren werden.

Die Angst vor weiteren Gewinnwarnungen der noch anstehenden neuen Berichtssaison in den USA wird auch in dieser Woche auf den Märkten lasten. Vielleicht kann ja wenigstens Oracle-Chef Larry Ellison heute nach US-Börsenschluss ein wenig die Stimmung mit passablen Geschäftszahlen für das vierte Quartal aufhellen.

Spekulationen um weitere Zinssenkung in den USA

Doch was haben die Optimisten zu sagen? Hier tröstet man sich, dass die US-Technologiebörse Nasdaq immerhin nicht unter die psychologisch wichtige Marke von 2000 Punkten gefallen ist. Dabei hat der Index in der vergangenen Woche rund acht Prozent verloren - der stärkste Wochenverlust in diesem Jahr.

Man spekuliert auf eine weitere Zinssenkung in den USA Ende dieses Monats und hofft, dass zurückliegende Zinssenkungen sowie Steuererleichterungen endlich ihre konjunkturelle Wirkung entfalten könnten. Ja, selbst eine Sommerrallye will man nicht ausschließen, sollten denn die Zahlen für das zweite Quartal besser ausfallen als erwartet. Und in Deutschland verweisen Analysten mit Blick auf die Talfahrt des Dax auf den dreifachen Verfallstermin an den Terminmärkten am vergangenen Freitag.

Das alles klingt ein wenig wie das Pfeifen im dunklen Wald.

Charttechniker sehen Abwärtstrend

Denn nach dem Unterschreiten der 6000-Punkte-Marke zeigen im Dax aus charttechnischer Sicht die Signale jedenfalls nach unten. Und die Pessimisten am Neuen Markt sehen den Nemax 50 schon bald wieder in der Nähe seiner Tiefstände bei 1250 Zählern.

Die Unternehmensmeldungen dieser Woche sind bislang dünn. Von der Lufthansa, die ihre Aktionäre am Mittwoch geladen hat, wird nicht viel Neues erwartet. Das Unternehmen hatte bereits in der vergangenen Woche mit einer Gewinnwarnung auf die höheren Kosten durch den Tarifabschluss reagiert. Auch die am gleichen Tag stattfindende Hauptversammlung von Metro verspricht keine neuerlichen Überraschungen. Heute laden Kinowelt und Evotec zur Hauptversammlung. Der Brokat-Vorstand wird sich am Donnerstag den bohrenden Fragen der Aktionäre stellen müssen.