Börse am Morgen: Dax und Euro brechen ein - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Dax und Euro brechen ein

Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich im September deutlich verschlechtert. Der ifo-Index liegt unter den Erwartungen Der Dax rutscht ins Minus.
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Frankfurt am Main – Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich nach den Terroranschlägen in den USA noch einmal deutlich verschlechtert. Der ifo-Geschäftsklimaindex für Westdeutschland ist im September von 89,5 auf 85,0 Punkte gesunken, teilten die Wirtschaftsforscher am Freitag mit. Dies ist der niedrigste Stand seit fast acht Jahren. Analysten hatten einen geringeren Rückgang erwartet. Der Geschäftsklimaindex gilt als einer der wichtigsten Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft. Die Aktienmärkte reagierten mit Kursverlusten auf die Daten. Auch der Eur gab deutlich nach und fiel unter die Marke von 90 US-Cent.

Der Dax rutschte nach einem abwartenden Auftakt bis 10.30 Uhr mit 1,3 Prozent auf 4513 Zähler in die Verlustzone. Die Wachstumswerte im Nemax 50 gaben einen Großteil ihrer Zugewinne ab und standen noch mit 0,3 Prozent auf 1018 Zähler im Plus.

Lufthansa   -Aktien bauten ihre Verluste auf mehr als vier Prozent bei 11,55 Euro aus und waren damit Schlusslicht im Dax. Ohne drastische Kostensenkungen im Passagiergeschäft sei nach Einschätzung der Konzernführung "jeder vierte bis fünfte Arbeitsplatz" gefährdet. Das Unternehmen hat vor einem massiven Stellenabbau gewarnt, falls die Gespräche mit den Gewerkschaften über die Einführung der Vier-Tage-Woche und flexiblen Arbeitszeiten scheitern sollten. Die Spitze der Lufthansa und die Gewerkschaften treffen sich heute zu Verhandlungen in Frankfurt.

Die Lufthansa rechnet im vierten Quartal wegen der Ausfälle nach den Terroranschlägen mit Umsatzeinbußen von 350 Millionen bis 500 Millionen Euro. Zu dem anhaltenden Passagierrückgang von 20 Prozent käme hinzu, dass Fluggäste von der Business in die Economy Class wechselten.

Technologiewerte gaben ihre Gewinne vom Morgen wieder ab. Infineon   und Epcos   fielen auf ihr Vortagesniveau zurück. SAP   drehten nach einem festeren Auftakt mit 0,4 Prozent in die Verlustzone. Am Vortag hatten die Papiere nach einer Umsatzwarnung für das laufende Quartal und enttäuschenden Quartalszahlen für das dritte Quartal rund zwölf Prozent verloren.

Uneinheitliche Vorgaben aus New York

Die deutschen Aktienmärkte haben am letzten Handelstag dieser Woche gemischte Vorgaben. Mit der Ausnahme von Gateway legten US-Technologiekonzerne nach Börsenschluss Quartalszahlen vor, die mehrheitlich die bereits gesenkten Erwartungen der Analysten übertrafen.

Meldungen zu weiteren Milzbrandanschlägen sowie schwache Arbeitsmarktdaten in den USA hatten die Stimmung an den New Yorker Börsen gedrückt. Der Dow Jones schloss 0,8 Prozent leichter bei 9136 Zählern. Der Nasdaq Composite rettete sich mit 0,4 Prozent auf 1652 Punkte ins Plus.

Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft warnte, dass der Gewinn im laufenden Quartal unter den Markterwartungen liegen werde. Auch der Glasfaserkonzern Corning gab eine Gewinn- und Umsatzwarnung für das vierte Quartal heraus. Der PC-Hersteller Gateway enttäuschte die Analysten auf der ganzen Linie und erwirtschaftete in den ersten neun Monaten dieses Jahres einen Milliardenverlust. Nur unter Ausklammerung der rund 600 Millionen Dollar schweren Sonderbelastungen könne der Konzern im vierten Quartal womöglich die schwarzen Zahlen erreichen, hieß es. Der weltgrößte Netzwerkkonzern Nortel Networks gab erst gar keinen Ausblick ab.

Vielleicht kann ja der finnische Handyproduzent Nokia die Stimmung bei den Technologiewerten wieder ein wenig heben. Die Experten gehen davon aus, dass Nokia auf Grund wachsender Absatzzahlen und steigender Preise für Mobiltelefone ein gutes Quartalsergebnis vorlegen wird. Auch für das vierte Quartal und das kommende Jahr rechnen sie mit steigenden Gewinnen. Nokia werde der Marktführer unter den Mobiltelefon-Herstellern bleiben, hieß es.

Die asiatische Leitbörse in Tokio schloss fester. Der Nikkei beendete den Handel mit 0,6 Prozent auf 10.538 Punkte im Plus.