Börse am Morgen Dax unter 5000 Punkten
Frankfurt am Main - Der Dax drehte nach festerem Start ins Minus und notierte zuletzt 1,5 Prozent schwächer bei 4972 Punkten. Auch der Neue Markt rutscht wieder deutlich in die roten Zahlen.
Microsoft hatte noch zum Handelsstart für eine Atempause bei den Technologietiteln gesorgt. Der CFO von Microsoft , John Conners, hat die Umsatz- und Gewinnprognosen des Konzerns für 2002 bekräftigt. Dieser Impuls währte jedoch nur kurz.
Der weltgrößte Chiphersteller Intel gibt heute nach Börsenschluss einen Ausblick über die Geschäftsaussichten im nächsten Quartal. Die Angst vor einer Umsatzwarnung bei Intel ist aufgrund des verheerenden Marktumfeldes nicht unbegründet: Der weltweite Absatz von Chips ist nach Angaben des Branchenverbandes der Halbleiterindustrie (SIA) im Juli um 37 Prozent eingebrochen.
Der Chiphersteller Infineon (minus 1,3 Prozent) gerät am Morgen immer stärker unter Druck. Der Softwarehersteller SAP rutschte am Morgen mehr als drei Prozent ins Minus und fiel unter 136 Euro. Trotz des Dementi von CEO Hasso Plattner bleibt die Sorge, das Unternehmen werde angesichts der Marktschwäche seine Prognosen nicht halten können.
Autotitel fest
Die BMW Aktie reduzierte ihre Gewinne auf 2,1 Prozent und 37,80 Euro. Der Absatz von BMW in den USA ist um 13 Prozent gestiegen. Volkswagen tendierte nur leicht über dem Vortagesschluss. Nach Ende des Streiks im mexikanischen Volkswagenwerk haben die Wolfsburger angekündigt, geplante Investitionen in Mexiko in Milliardenhöhe vorerst zurückzuhalten. Zudem meldete das "Handelsblatt", bei der VW-Tochter Seat sei der Verkauf um knapp 20 Prozent eingebrochen.
Schwergewichte aus der Finanzbranche wie Allianz , Münchener Rück und Deutsche Bank mußten erneut Verluste hinnehmen. Die Aktie der Deutschen Bank tendierte am Donnerstag um den Vortagesschluss von 74,20 Euro. Das Bankhaus will die Fondsgesellschaft Zurich Scudder Investments für 2,5 bis 3 Milliarden Dollar kaufen. Eine entsprechende Offerte habe die Bank der Schweizer Muttergesellschaft Zurich Financial Services gemacht, schrieb das "Wall Street Journal Europe".
Gewinneinbruch bei France Telecom
Auch Telekom-Titel träumen von besseren Zeiten - wann eine Erholung einsetzt, wagt kaum noch ein Analyst vorherzusagen. Alcatel und Ericcson haben ihren pessimistischen Ausblick bereits hinter sich. Merrill Lynch hat den gesamten Mobilfunksektor heruntergestuft und rechnet erstmals mit einem rückläufigen Absatz. Die France Telecom gab am Donnerstag Morgen bekannt, dass der Reingewinn um die Hälfte auf drei Milliarden Euro eingebrochen ist - angesichts immenser Schulden ein Problem.
Zumindest die Mobilfunktochter Orange (plus 2 Prozent) hat ihren Gewinn deutlich gesteigert. Der Internetanbieter Wanadoo ist zwar tiefer in die roten Zahlen gerutscht, jedoch war die Halbjahresbilanz besser als befürchtet.
Nikkei rettet sich ins Plus
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Donnerstag im späten Handel ein Plus von 51 Punkten (0,5 Prozent) gerettet. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte ging beim Stand von 10.650 Zählern aus dem Handel.
Der Euro notierte am Donnerstag Morgen bei 0,883 Dollar. Die Gemeinschaftswährung scheiterte bisher an der Widerstandsmarke bei 0,89 Dollar. Gerüchte über eine Intervention der Zentralbanken hatten den Euro gestern stabilisiert.