Börse am Morgen: Die Bullen verschnaufen - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Die Bullen verschnaufen

Die deutschen Aktienmärkte sind mit einem deutlichen Minus in den Handel gestartet. Die Siemens-Familie gehört zu den größten Verlierern.
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Frankfurt am Main – Der Dax fiel im frühen Handel steil ab und notierte um 9.30 Uhr bei 5084 Punkten, ein Minus von knapp zwei Prozent. Am Neuen Markt rutschte der Nemax 50 um 1,1 Prozent auf 1308 Zähler ab.

Marktbeobachter machten für die schwache Eröffnung Gewinnmitnahmen verantwortlich, nachdem die Börsen in den vergangenen Handelstagen deutlich zugelegt hatten. Zudem reagierte der Markt in Erwartung wichtiger Konjunkturdaten zunehmend nervös. Am Nachmittag werden die US-Zahlen zum Außenhandel für September und die Frühindikatoren für Oktober erwartet. Morgen soll dann der Ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht werden, der als wichtiger Gradmesser für die Konjunktur in Deutschland angesehen wird. Zudem will die Universität Michigan ihre Daten zum Verbrauchervertrauen bekannt geben.

Die Epcos-Aktie   verlor nach Vorlage der Bilanz annähernd zwei Prozent auf 61,78 Euro. Bedingt durch einen anhaltenden Preisdruck in der Branche und Kosten für Restrukturierungen ist die Siemens-Tochter im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2000/2001 operativ in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe bei 52 Millionen Euro gelegen, nach einem operativen Gewinn von 34 Millionen Euro im Vorquartal, teilte Europas größter Produzent von passiven Bauelementen vor Börseneröffnung mit. In dem Ergebnis seien aber 51 Millionen Euro Restrukturierungskosten enthalten. Die Zahlen lagen am unteren Ende der Analystenprognosen.

Auch die anderen Titel aus der Konzernfamilie standen deutlich unter Druck. Infineon   und Siemens   gaben jeweils um 1,7 bis 1,8 Prozent nach.

Zu den wenigen Gewinnern gehörten nur vereinzelte defensive Werte, darunter auch RWE   und Fresenius   , die leicht zulegten. Auch die Aktie der Lufthansa   notierte freundlicher, obwohl die Airline sich nach wie vor nicht auf ein Kostensenkungsprogramm mit den Piloten einigen konnte.

Am Neuen Markt hat sich eine weitere Pleite angekündigt. Die Softwareschmiede Biodata   hat vor Börseneröffnung angekündigt, beim zuständigen Amtsgericht Korbach ein Insolvenzverfahren zu eröffnen. Ursachen für die Insolvenz seien Überschuldung und drohende Zahlungsunfähigkeit. Anleger quittierten die Hiobsbotschaft mit einem Kursabschlag von rund 15 Prozent auf 0,57 Euro.

Tokios Börse schließt schwach

Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte notierte nach Gewinnmitnahmen einen Verlust von 152,32 Punkten oder 1,4 Prozent beim Stand von 10.575 Punkten. In den vier vorangegangenen Handelstagen hatte das fernöstliche Kursbarometer fast 700 Punkte hinzugewonnen. Der breit angelegte Topix büßte am Dienstag 9,41 Punkte oder 0,9 Prozent auf 1055 Zähler ein.

Euro etwas fester

Der Kurs des Euro ist am Dienstag nach Handelseröffnung über 0,88 Dollar gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete um 9.10 Uhr in Frankfurt 0,8827 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 0,8793 (Freitag: 0,8845) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 2,2243 (2,2112) Mark.

Nach den Kursgewinnen des Dollars in den vergangenen Tagen hätten Gewinnmitnahmen den Euro gestützt, sagten Händler in Tokio. Jedoch sei in den nächsten Tagen mit erneuten Kursverlusten des Euro zu rechnen. Die zurückhaltende Geldpolitik der EZB sowie die strukturellen Probleme der Eurozone dürften den Euro unter Druck setzen. Es bestehe das Risiko, dass die europäische Gemeinschaftswährung die Marke von 0,8720 Dollar teste.