Börse am Morgen: Enttäuschender Start - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Enttäuschender Start

Trotz guter Vorgaben aus den USA kommt der Dax nicht in Fahrt. BMW notiert nach den Quartalszahlen in der Spitzengruppe. Händler hatten nach der kräftigen Zinssenkung einen festeren Auftakt erwartet.
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Frankfurt am Main – Der Dax kletterte nach einer Stunde Handel um 1,2 Prozent auf 4767 Punkte im Plus, während der Nemax 50 um 1,4 Prozent auf 1104 Zähler zulegte. Nach der Zinssenkung der Fed um 50 Basispunkte und den Kursgewinnen an der Wall Street hatten Händler mit einer Erholung gerechnet.

Mit ihrer zehnten Leitzinssenkung in diesem Jahr um 50 Basispunkte hat die US-Notenbank die Zinsen auf zwei Prozent und damit auf das niedrigste Niveau in den USA seit 1961 gedrückt. Außerdem betonten die Notenbanker die Gefahr eines weiteren Abschwungs und deuteten damit weitere Zinssenkungen an.

Technologie behauptet

Die Technologiewerte im Dax reagierten zunächst positiv. Infineon   , Epcos  , SAP   und Siemens   setzten am Mittwoch im frühen Handel ihre Erholung fort und notierten in der Dax-Spitzengruppe.

Die Technologiewerte müssen heute jedoch mit gemischten Vorgaben fertig werden. Die Nasdaq hat zwar sehr positiv auf die Zinssenkung reagiert, doch meldete der Mobilfunk-Anbieter Qualcomm nach US-Börsenschluss ein Ergebnis unter den Markterwartungen.

BMW übertrifft Erwartungen

Die Aktie von BMW   zog nach Quartalszahlen, die über den Erwartungen lagen, deutlich an und gehörte mit einem Plus von 2,5 Prozent zu den größten Gewinnern im Dax. Der Konzern hat wegen steigender Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen für neue Modelle sowie dem Wechsel bei der 7er-Reihe einen Ertragrückgang verzeichnet, aber erneut die Absatzprognose bekräftigt. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sank im Quartal um 4,9 Prozent auf 567 Millionen Euro, das Ergebnis nach Steuern um 29,4 Prozent auf 315 Millionen Euro.

Die Deutsche Telekom   legte zum Handelsauftakt um 1,2 Prozent zu. Das Unternehmen hält den mehrfach verschobenen Börsengang ihrer Mobilfunktochter T-Mobile im zweiten Quartal 2002 für denkbar, sagte Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick dem Magazin "Focus Money". Zu den Verlierern gehörten im frühen Handel erneut die Titel von RWE sowie MLP   und Preussag   . Händler verwiesen erneut auf Marktgerüchte, wonach der Versicherer Allianz   eine Wandelanleihe auf die RWE-Aktien begeben wolle.

Bewegung im Nemax 50

Im Nemax 50 gehörten die Titel von Lion  , Adva   und Broadvision   zu den größten Gewinnern, während die Nachricht von den Ermittlungen gegen die Haffa-Brüder die Aktie von EM.TV   weiter in den Keller drückte.

Nicht nur die Meldung, dass Viva TV das Medienunternehmen Brainpool übernehmen wird, dürfte für Bewegung am Neuen Markt sorgen. Im Ergebnis der Sitzung des Arbeitskreises Indizes der Deutsche Börse AG an diesem Mittwoch ist nicht mit Änderungen im Dax, wohl aber im Mdax und Nemax 50 zu rechnen.

Akut abstiegsgefährdet aus dem Nemax 50 sind wegen zu geringem Börsenumsatz und zu geringer Marktkapitalisierung die Unternehmen PrimaCom  , Trintech  , Ixos   und Constantin Film   . Als Aufstiegskandidaten in den Auswahlindex des Neuen Marktes gelten Funkwerk, Rhein Biotech, Plambeck und Eurofins Scientific.

Für den MDAX steht bereits seit dem 7. August fest, dass die Bankgesellschaft Berlin und die Industrieholding Agiv den Index verlassen werden. Als Nachrücker sind vor allem Gildemeister, DIS Deutsche Industrie-Service und Loewe im Gespräch.

Tokio schwächer trotz fester US-Börsen

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Mittwoch trotz der Gewinne in Dow und Nasdaq deutliche Verluste verzeichnet. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte büßte 348 Punkte (3,3 Prozent) ein und ging mit 10 284,98 Punkten aus dem Markt. Grund sind schlechte Unternehmenszahlen: Vor allem Technologie- und Finanzwerte gehörten zu den Verlierern.

Der Dow Jones, der bis zur Zinsentscheidung im Minus notiert hatte, kletterte am Dienstag in der letzten Handelsstunde um 150 Punkte in die Gewinnzone. Der Technologieindex Nasdaq Composite legte 2,3 Prozent auf 1835 Punkte zu und notiert auf dem höchsten Stand seit Ende August.

Die Aktie von Hewlett Packard   erlebte eine Rallye, nachdem wichtige Aktionäre Widerstand gegen die geplante Fusion mit Compaq angekündigt hatten. Mitglieder der Hewlett-Familie und der William R. Hewlett-Trust wollen gegen den im September angekündigten Kauf stimmen.