Börse am Morgen: Epcos und Infineon in Führung - DER SPIEGEL
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Börse am Morgen Epcos und Infineon in Führung

Preissteigerungen von Intel und eine Erholung auf dem Mobilfunksektor geben den Technologiewerten Rückenwind. Sogar der Ifo-Index ist nicht so schlecht wie befürchtet. Der Dax baut seine Gewinne aus.
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Frankfurt am Main – Der Dax stieg kurz nach Bekanntgabe des Ifo-Index auf ein Plus von 0,8 Prozent und notierte bei 3326 Punkten. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November nicht ganz so stark eingetrübt wie von Volkswirten befürchtet.

Der Geschäftsklimaindex des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung sank in Westdeutschland von 87,7 Zählern auf 87,3 Punkte. Der Indikator hat sich im November damit zum sechsten Mal in Folge verschlechtert, teilte das Institut am Dienstag in München mit.

Volkswirte hatten jedoch mit einem etwas kräftigeren Rückgang auf 86,9 Punkte gerechnet. Mit dem erneut schwachen Index steigen außerdem die Chancen, dass die EZB in der kommenden Woche die Leitzinsen senkt. Das ifo Institut ermittelt den Geschäftsklimaindex einmal monatlich aus einer Umfrage unter 7.000 Unternehmen in ganz Deutschland. In den USA wird am Nachmittag das Verbrauchervertrauen erwartet.

Mobilfunkzahlen stützen Hightechs

Zu den Gewinnern im Dax gehörten im frühen Handel die Titel von Epcos  , Infineon   und Siemens  , die von guten Nachrichten aus dem Mobilfunksektor profitierten.

Der weltweite Markt für Mobiltelefone hat sich im dritten Quartal 2002 besser entwickelt, als von Experten erwartet wurde. Die Handy-Hersteller konnten mit über 104 Millionen verkauften Mobiltelefonen den Absatz um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal ausbauen, berichtete das Marktforschungsunternehmen Gartner Dataquest am Dienstag.

Von diesen Nachrichten profitierten insbesondere der Handy-Zulieferer Epcos und der Handy-Hersteller Siemens. Infineon   wurde von der Nachricht beflügelt, dass Intel   die Preise für Mobilfunk-Chips auf Grund der stärkeren Nachfrage erhöht hat.

Allianz senkt Überschussbeteiligung

Zu den Verlierern am Dienstag zählten zunächts die Versicherungstitel. Die Dauerkrise an den internationalen Finanzmärkten zwingt die Allianz   Lebensversicherung nach Presseinformationen zur bisher stärksten Senkung der Überschussbeteiligung. Im nächsten Jahr werde die Gewinnausschüttung bei der Allianz-Tochter nur noch "in der Größenordnung von 5,5 Prozent" liegen, heißt es.

Derzeit liegt die Überschussbeteiligung des größten deutschen Lebensversicherers bei 6,8 (Vorjahr: 7,5) Prozent. Außerdem legt der Rückversicherer Münchener Rück   am Donnerstag Zahlen vor. Sowohl Allianz   als auch Münchener Rück gaben zum Auftakt um je einen Prozentpunkt nach.

Dax kämpft mit 3300 Punkten

Der Dax kämpft nun mit der Marke von 3300 Punkten. Eine weitere Erholung hängt auch von den Konjunkturdaten in dieser Woche ab. "Die Leute wurden wieder etwas vorsichtiger - es könnte sein, dass der Ifo-Geschäftsklimaindex am Dienstag wegen der Auswirkungen der Steuerdiskussion enttäuscht", hieß es.

Marktteilnehmer sprachen von einer noch nicht endgültig entschiedenen Situation beim Dax Future. Nach wie vor sei ein Ausbruch nach oben ebenso möglich wie ein erneutes Abrutschen. Die Gefahr der Ausbildung einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation mit einem Mindestkursziel von 2.600 Stellen könne erst dann als erledigt betrachtet werden, wenn die Marke von 3.460 Punkten überwunden sei.

EU öffnet Strom- und Gasmarkt

Die Versorger Eon   und RWE   hatten gestern deutliche Verluste hinnehmen müssen und schwankten am Dienstag im frühen Handel um den Vortagesschluss. Credit Suisse First Boston (CSFB) rechnet bei beiden Unternehmen mit weiteren Abschreibungen im vierten Quartal. Allerdings hat die französische Regierung gestern ihre Blockade gegen eine Öffnung des europäischen Energiemarktes aufgegeben – davon könnten Eon und RWE langfristig profitieren.

Beate Uhse: Sex sells

Der Erotikkonzern Beate Uhse   hat seinen Vorsteuergewinn in den ersten drei Quartalen des Jahres auf 12,5 Millionen Euro gesteigert. Im Vorjahreszeitraum habe der Wert bei 8,4 Millionen Euro gelegen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 182,2 Millionen Euro, nach 160 Millionen Euro in den ersten 9 Monaten 2001. Das Erotikunternehmen will im Gesamtjahr 250 Millionen Euro umsetzen und 17 Millionen Euro Gewinn vor Steuern erreichen. Die im M-Dax notierte Aktie legte rund ein Prozent zu.

Neuer Markt: Mobilcom bleibt unter Druck

Der Nemax 50 notierte bis 9.30 Uhr 0,6 Prozent schwächer auf 446 Punkten. Die Aktie von Mobilcom   gab erneut rund zehn Prozent auf 4,80 ab: France Telecom   will sich so schnell wie möglich vom Büdelsdorfer Unternehmen trennen.

Thanksgiving-Geschenk durch US-Verbraucher?

Wall Street im späten Handel fest

Der Dow-Jones-Index stieg bis Handelsschluss am Montag um 0,5 Prozent auf 8849,40 Punkte, der technologielastige Nasdaq-Index legte 0,9 Prozent auf 1481,9 Punkte zu und der breitere Standard & Poors 500-Index rückte um 0,3 Prozent auf 832,9 Punkte auf.

Ein überraschend hoher Anstieg der Hausverkäufe im Oktober brachte am Montag gute Stimmung aufs New Yorker Börsenparkett. Alle drei führenden Kursindizes schlossen im Plus ab. Mit 1,56 Milliarden an der New York Stock Exchange gehandelten Werte lag das Volumen trotz der verkürzten Thanksgiving-Woche über dem Durchschnitt der letzten Wochen.

Neue US-Konjunkturdaten

Am Dienstag wird die Regierung die neuen Zahlen zum Konjunkturwachstum im dritten Quartal vorlegen. Schätzungen zufolge ist das Bruttosozialprodukt in der Berichtsperiode bei einer Jahresrate von 3,8 Prozent gestiegen. Vor einem Monat hatten Volkswirte nur 3,1 Prozent Wachstum voraus gesagt. Außerdem werden für Dienstag Angaben des Conference Board zum Verbrauchervertrauen erwartet.

Intel hebt die Preise

Gewinner an der Wall Street waren IBM   sowie die Aktien der Chiphersteller Intel   und Novellus Systems  . Intel hat auf Grund steigender Nachfrage eine Erhöhung der Preise für seine Flash-Memory-Chips Anfang 2003 um 20 bis 40 Prozent bekannt gegeben. Die Preiserhöhung sei die Folge einer hohen Nachfrage nach Speicherchips in Mobiltelefonen, insbesondere von Geräten mit. Auch Telefontitel waren stark nachgefragt, darunter SBC Communications  , Verizon Communications und Bell South  .

Der Handel in den beiden kommenden Sitzungen dürfte eher dünn sein. Denn viele Marktteilnehmer werden wie jedes Jahr ihre Büros vor Beginn des Thanksgiving-Feiertags am Donnerstag verlassen und am Freitag nicht erscheinen.

An der Nasdaq zogen Halbleiterwerte an, nachdem der Chiphersteller National Semiconductor für das zweite Quartal die Umsatzziele als erreichbar eingeschätzt hatte. Das Unternehmen geht davon aus, dass im zweiten Jahresviertel rund fünf Prozent weniger umgesetzt wird als im ersten, was der Aktie ein Plus von 4,4 Prozent auf 19,64 Dollar brachte.

Nikkei schwach, Euro deutlich unter Parität

Die Aktienbörse in Tokio hat am Dienstag schwach geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte verlor in Folge von Gewinnmitnahmen 120,45 Punkte oder 1,4 Prozent und ging beim Stand von 8823,99 Punkten aus dem Markt.

Der breit angelegte Topix gab 10,39 Punkte oder 1,2 Prozent ab und endete bei 864,00 Zählern. Der Euro notierte leichter mit 0,9922-25 Dollar nach 0,9946-49 Dollar am Vortag zur gleichen Zeit.