Börse am Morgen Epcos verliert kräftig
Frankfurt am Main - Der Dax fiel nach einer freundlichen Eröffnung innerhalb der ersten halben Handelsstunde wieder auf die Vortagesschlusslinie bei 5584 Punkten zurück. Am Neuen Markt hielt sich der Nemax 50 hingegen im Plus und legte 2,7 Prozent auf 1095 Zähler zu.
Nach Vorlage der Geschäftszahlen hatte Epcos im frühen Handel die Dax-Gewinnerliste angeführt, fiel dann jedoch plötzlich zurück und war der schwächste Wert im Dax. Die Aktie verbilligte sich zuletzt um 1,2 Prozent auf 50,19 Euro. Der Bauelemente-Hersteller hat im dritten Quartal 2000/01 wie angekündigt einen Gewinnrückgang verbucht und seine Prognose für das Gesamtjahr nach unten geschraubt. Mit dem ausgewiesenen Rückgang des Ebit-Gewinns von 63 Prozent auf 34 Millionen Euro im Zeitraum April bis Juni lag Epcos im Rahmen der Schätzungen von Analysten.
Auch die Titel der HypoVereinsbank stiegen, obwohl die Bank ihre ehrgeizigen Ziele im ersten Halbjahr verfehlt hatte. Der Gewinn vor Steuern und Abschreibungen sei im ersten Halbjahr zwar um 6,1 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro gestiegen, teilte die Bank mit. Die Eigenkapitalrendite fiel aber auf 7,4 Prozent zurück und blieb damit weit unter der angestrebten Rendite von zehn bis zwölf Prozent. Die Aktie legte dennoch 1,7 Prozent auf 48,86 Euro zu.
Weiter auf Erholungskurs war auch der Dax-Neuling MLP. Die Anteilsscheine des Finanzdienstleisters kletterten um annähernd zwei Prozent auf 93,29 Euro.
Zu den größten Verlierern gehörten am Morgen die Titel von BASF (minus 0,6 Prozent auf 44,70 Euro) und Metro (minus 0,5 Prozent auf 42,90 Euro).
EM.TV legt Zahlen vor
Am Neuen Markt überraschte EM.TV mit der Vorlage seiner Zahlen für das erste Jahr. Der Bericht verspätete sich um einige Monate. Bei einem Umsatz von 237 Millionen Mark erzielte das Unternehmen ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von minus 44 Millionen Mark. Die Aktie stieg trotzdem im frühen Handel um über elf Prozent auf 3,35 Euro.
Die Mobilcom-Aktie kletterte um 3,4 Prozent auf 12,19 Euro. Nach Informationen des "Handelsblatts" steht der Vorstandsvorsitzende Gerhard Schmid kurz davor, seinen Anteil an Mobilcom aufzustocken. Grund sei die geplante Übernahme der Hutchison Telecom GmbH.
Uneinheitliche Tendenz in Tokio
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte büßte 33,05 Zähler auf 11.858 Punkte ein. Der breiter angelegte Topix verbesserte sich dagegen um 3,14 auf 1192 Zähler.
Bankenwerte wie Mizuho und Mitsubishi Tokyo legten zu. Auch Ölaktien tendierten in der Gewinnzone. Teijin verzeichneten starke Aufschläge. Im Technologiesektor erlitten Matsushita Communication indes starke Einbußen, nachdem das Unternehmen düstere Ertragsaussichten bekannt gegeben hatte. Händler zeigten sich am Morgen jedoch erleichtert, dass der "Matsushita-Schock" zu keinen größeren Verkaufswellen im Technologiesektor geführt hatte. Die Titel der Mutter Matsushita Electric gaben allerdings ebenfalls nach.
Am Vortag kletterte der Dow Jones um 1,6 Prozent, auf einen Stand von 10.406 Punkten. Der breiter gefächerte S&P 500 verbesserte sich ebenfalls um 1,6 Prozent, auf 1190 Zähler. Die Nasdaq ging mit einem Plus von 1,3 Prozent aus dem Handel, auf einem Stand von 1984 Punkten. "Wir sehen in erster Linie eine Gegenreaktion auf eine Reihe von schwachen Börsentagen," kommentierte Peter Cardillo, Chief Strategist bei Westfalia Investments. Nach Ansicht von Cardillo wird die Kurserholung nur Bestand haben, wenn die Nachrichten aus den Unternehmen oder die Wirtschaftsdaten auf ein Anziehen der Konjunktur hoffen lassen.
Euro knapp behauptet
Der Euro hat zugelegt. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete gegen 9.20 Uhr in Frankfurt 0,8821 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Vortag den Referenzkurs auf 0,8793 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 2,2243 Mark.
Eine Reihe von Faktoren schwäche derzeit den Dollar, sagten Händler. Dies helfe dem Euro, oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 0,88 Dollar zu bleiben. Die Händler befürchteten eine Abkehr von der US-Wechselkurspolitik, die bisher einen starken Dollar angestrebt hatte. Eine Abkehr wird derzeit allerdings in den USA dementiert. Auch wirtschaftlichen Probleme in Argentinien belasteten das Vertrauen in den Dollar, hieß es.