Börse am Morgen Erholung bei den Technologiewerten
Frankfurt am Main Der Dax hat zur Eröffnung fester tendiert und stieg bis 9.30 Uhr um 0,5 Prozent auf 4650 Punkte. Am Neuen Markt kletterte der Nemax 50 auf 776 Punkte, ein Plus von 0,5 Prozent.
Die Rede von US-Notenbankpräsident Alan Greenspan bei einer internationalen Währungskonferenz am Dienstagabend in Montreal wurde am Markt positiv aufgenommen. Greenspan sieht die US-Konjunktur zwar an einer "empfindlichen Stelle" angelangt, Anzeichen eines Aufschwungs seien aber weiter sichtbar. Die Wirtschaft werde jedoch nicht mehr mit demselben Tempo wie im ersten Quartal wachsen, sagte der oberste US-Währungshüter.
T-Aktie wieder etwas stärker
Im Blickpunkt der Händler in Frankfurt stand wieder die Deutsche Telekom . Die T-Aktie war am Vortag erstmals unter die Marke von elf Euro gerutscht. "Eine technische Reaktion könnte die Telekom-Aktie schnell bis auf 11,50 oder 11,80 Euro treiben", sagte ein Händler. Im frühen Handel stieg das Papier auf 11,15 Euro, ein Plus von 1,2 Prozent.
Die Allianz-Aktie gewann um 1,1 Prozent auf 227 Euro. Das Versicherungsunternehmen gibt sich drei Jahre Zeit für das Erreichen der Gewinnzone bei den Industrieversicherungen. Im abgelaufenen Jahr habe die Allianz in dieser Sparte weltweit jeden Tag rund eine Million Euro Verlust gemacht, schreibt die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Axel Theis, Vorstandsmitglied der Allianz Versicherungs-AG.
Am Neuen Markt verlor die Gericom-Aktie über sechs Prozent auf 10,68 Euro. Der Notebook-Hersteller hatte vor Börseneröffnung eine Gewinnwarnung ausgegeben.
US-Aktienbörsen sehr nervös
Die amerikanischen Aktienbörsen präsentierten sich am Dienstag sehr nervös. Dies zeigte sich in einer Berg- und Talfahrt für den Dow-Jones-Index. Das wichtigste US-Börsenbarometer kam zunächst unter erheblichen Druck, erholte sich dann und wies zuletzt wieder Minuszeichen auf. Der Dow schloss mit 9687 Punkten rund 0,2 Prozent niedriger. Dagegen profitierte die Nasdaq von den festeren Software-, Chip- und Computerwerten. Der Index legte um 15,56 Zähler oder ein Prozent auf 1578 Punkte zu. Der breit gefasste S&P 500-Index ging mit 1040 Punkten praktisch unverändert aus dem Handel.
Die Umsätze an der New Yorker Börse waren mit mehr als 1,4 Milliarden Aktien lebhafter als an den vorangegangenen Tagen. Es gab 1402 Gewinner und 1891 Verlierer. 195 Aktien blieben unverändert.
Die Baisse-Anhänger verwiesen auf die ständig neuen Skandale wie den jüngsten Rücktritt von Tyco-Chef Dennis Kozlowski, der in New York von der Staatsanwaltschaft der Verkaufssteuerhinterziehung bei dem Kauf von Kunstwerken beschuldigt wurde. Die Aktien des Mischkonzerns Tyco wiesen erneut riesige Umsätze auf. Sie erholten sich um 4,5 Prozent auf 16,77 Dollar. Die Tyco-Aktie hat in den letzten Wochen und Monaten schwere Abschläge verbucht.
General Motors , Caterpillar , Citigroup und Pharmawerte wie Merck & Co. , Eli Lilly und Johnson & Johnson gaben nach. Dagegen legten Hewlett Packard , IBM , Microsoft , Oracle, Advanced Micro Devices und Intel teilweise kräftig zu.
Japans Börse schließt behauptet
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Mittwoch behauptet geschlossen. Der Nikkei für 225 Standardwerte stieg leicht um 10,8 Punkte oder 0,1 Prozent auf 11.663 Punkte. Der breiter angelegte Topix gab dagegen um 0,2 Prozent oder 1,67 Punkte auf 1116 Zähler nach. Zuvor hatte die Regierung berichtet, die Investitionen der japanischen Unternehmen seien im 1. Quartal binnen Jahresfrist um 16,8 Prozent geschrumpft.
Euro etwas schwächer
Der Euro hat am Morgen leicht unter Druck gestanden. Gegen 9 Uhr kostete die Einheitswährung in Frankfurt 0,9397 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Dienstag den Referenzkurs noch bei 0,9435 Dollar festgelegt. Ein Dollar kostete damit 1,0599 Euro.
Eine am Dienstag streckenweise freundliche Entwicklung an den US-Aktienmärkten habe den Dollar gegenüber dem Euro gestärkt, sagten Deisenhändler. Zudem habe sei der Dollar-Kurs durch eine Intervention der japanischen Notenbank gestützt worde. Die Zentralbank hatte am Dienstag am Devisenmarkt Yen-Positionen verkauft, um den Wert des Yen zur US-Währung niedrig zu halten.
Allerdings richte sich derzeit die Stimmung der Marktteilnehmer allgemein eher gegen den Dollar, hieß es. Dies werde sich vermutlich positiv auf den Euro-Kurs auswirken. Nach Auffassung von HSBC Trinkaus & Burkhardt dürfte sich der Wert der Gemeinschaftswährung am Mittwoch deshalb oberhalb von 0,94 Dollar bewegen.